Schmuckband Kreuzgang

Erster Weihnachtstag

Gesegnete Weihnachten - wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest mit guten Begegnungen und Geruhsamkeit gleichermaßen. Johanna und Maximilian haben in diesem Jahr dem Jesuskind in der Krippe Spielzeug gebastelt. Damit wollen wir als Gemeinde auf die besondere Situation der Kinder in dieser Pandemie hinweisen.

Krippe mit Zoo 2021 (c) Pfarrgemeinde Sankt Martin, S. Barton
Krippe mit Zoo 2021
Datum:
Sa. 25. Dez. 2021
Von:
Stefan Barton

Großartige Lieder hätten wir singen können in diesen adventlich und weihnachtlich gestimmten Tagen. Von großer Freude und Hoffnung, zu singen, dass der Retter da ist, das Wort Fleischgeworden, aber auch von der stillen und heiligen Nacht, wenn, ja wenn da nicht die Beschränkungen der großen Pandemie unserer Tage wären. Aus den Lesungen dieser Heiligen Nacht sind uns noch großartige Bilder im Sinn, die davon redeten,dass die Erlösung nahe ist, in dem Kind das geboren wurde. Das Kind, das selbst zur frohen Botschaft werden wird.

Ganz anders, jetzt das Evangelium vom Weihnachtstag, nüchtern und sachlich. Johannes überliefert uns, dass Gott vom Anfang werden lässt, weil er ins Leben ruft. Er bringt Licht in jede Finsternis, egal wie sie heißt, wie dunkel sie ist, wie verzweifelt und verfahren alles scheint.

Jesaja deutet an, dass Regierende durchaus Werkzeuge Gottes sein können. Jedenfalls ermöglichen sie oft Wandel und Neustart, ohne dass es ihnen bewusst ist oder sie es eigentlich wollen.

Johannes der Täufer begegnet den Menschen seiner Zeit als Zeuge für das Heilshandeln Gottes. Er hat alles gegeben, sich eingesetzt, den Mund aufgemacht, zum Glauben eingeladen und musste mit ansehen, dass sein Zeugnis nicht den erwünschten Widerhall gefunden hat. Dennoch bleibt bis heute sein ausgestreckter Finger, der auf den hinweist, dessen Geburt wir heute feiern. Johannes teilt das Schicksal mit dem Wort Gottes, mit dem menschgewordenen Wort des Vaters, Jesus Christus. Auch ihm bleiben die Massen die ihm nachfolgen könnten verwehrt. Das Evangelium spricht davon: „Er kam in sein Eigentum, doch die seinen nahmen ihn nicht auf.“

Und doch wird er für viele zum Freudenboten in dem sie die Fülle der Liebe Gottes zu den Menschen erfahren. Er wird zum Heilsboten, zum Retter und zum Befreier. Die Menschen erfahren, dass er mit ihnen ist. Er lässt uns nicht allein. Er teilt das Leben in all seinen Höhen und Tiefen mit uns. Durch alle Zeiten hindurch jubeln die Menschen über seine Nähe in der sie Heilung erfahren haben, die sie gespeist hat und mit dem sie ihr Elend teilen konnten. Sie erfahren immer neu Zuneigung, Barmherzigkeit und spüren Ansehen bei ihm. Sie spüren, dass er nicht auf das eigene Versagen schaut, er sieht das Mühen und den Lebensdurst der Menschen.

„Ravis de joie“ – französische Krippendarstellungen kennen und zeigen ihren Besucherinnen und Besuchern an der Krippe den „Ravis de joie“ – den „vor Freude Verrückten“ – zu sehen ist dann oft ein älterer Mann, der ganz exaltiert tanzt, dem das Lachen im Gesicht steht und der sich nicht geniert, Rasseln und Trommeln zu schlagen. Ja, er macht sich fast so lächerlich wie König David beim Einzug der Bundeslade in die Davidstadt. David bekennt sich mit seinem Verhalten bezeugt: Vor meinem Gott habe ich getanzt. Dass Gott da ist, lässt ihn ein Fest feiern. Johanna und ihr Bruder Maximilian haben dem Kind in der Krippe Spielzeuge gebastelt, einen Zoo und eine kleine Stadt mit Kirche und dem Hirtenjungen ein Leiter, dass er auf den Strohballen steigen kann um besser in die Krippe hinein schauen zu können. Sie hatten viel Spaß beim basteln und wir alle beim aufstellen in der Krippe.

Ich wünschte mir oft, dass wir unsere Gottesdienste freudiger, jubelnder, froher und glücklicher feierten. Oft verhalten wir uns so ernst und feierlich wie unser heutiges Evangelium. Sagt aber doch auch dieser Abschnitt: Gott ist da. Er ist einer von uns. Er hat sein Wort mit der Geburt als Mensch mit Hand und Fuß eingelöst. Er ist unser Bruder geworden. Er bringt allen seine Liebe. Das ist aller Grund zur Freude. Gott ist der „Immanuel, der Gott mit uns“ geworden. Er geht die Wege unseres Lebens mit. Er macht Mut. Wie froh wäre ich, wenn wir heute beschwingt aus der Kirche gehen, uns fröhlich zuwinken und uns frohe Weihnachten wünschen.

Mit allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrates, mit den Verantwortlichen in Gemeinde und deren Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten wünsche ich ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Lassen Sie uns gemeinsam dem Leben trauen, dass uns neu begegnet ist in dem Kind in der Krippe in Bethlehem. Die Heusenstämmer haben bei Ihrem Adventsfenster uns das Wort von Angelus Silesius mit auf den Weg gegeben: „Wär' Christus tausendmal zu Bethlehem geboren, doch nicht in dir: du bliebst noch ewiglich verloren.“

Deshalb lasst uns vor Freude jubeln, dass er in uns geboren ist und lasst uns dem Leben trauen, auch und gerade heute!