Schmuckband Kreuzgang

Fastenzeit 2021

Die Fastenzeit ist eine Zeit des Aufbruchs, der Umkehr und Suche nach dem Leben. Schließlich auch eine Zeit der Vorbereitung auf Ostern, auf die Taufe und der Erinnerung an die Taufe. Und auch eine Zeit zum Fasten. Hier finden Sie unser gemeindliches Angebot für die Fastenzeit.

Homepage2021FastenzeitProgrammBild BrotWasserKreuz Pixabay (c) Pixabay
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Datum:
Di. 2. Feb. 2021
Von:
Pfarrgemeinderat

Die Fastenzeit in unserer Pfarrgemeinde

 Leitgedanken zur diesjährigen Fastenzeit

 "Aus dem todbringenden Baum der Erkenntnis wird das Leben spendende Kreuz"

Ein nur wenige Minuten dauernder Sommersturm im August 2019 hatte uns sechs Bäume entwurzelt und damit aus dem Leben gerissen. Was nicht schon endgültig entwurzelt war, musste abgesägt werden. Die Wunden sehen wir heute noch. Da wo bisher Schatten, wo mächtige Äste sich im Wind wiegten, im Herbst buntes Laub zu Boden fiel und den Blick auf den Himmel frei gab, ist jetzt nichts mehr. Die Folgen der Naturgewalten geben einen mächtigen Fingerzeig. Pflanzt neue Bäume, noch mehr als vorher und forstet so wieder auf, dass die Produktion von Sauerstoff als unserer Luft zum Atmen weitergeht. Wir planen zu den drei bereits neu gepflanzten Bäumen noch weitere zu pflanzen.

Beim Blick in die Bibel kommt uns im Zusammenhang mit "Bäumen" sofort die Erzählung vom Baum der Erkenntnis in der Genesis in den Sinn. Nach Gen 2,9 ließ Gott den "Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse in der Mitte des Garten Edens, des Paradieses, wachsen. Das Essen vom Baum der Erkenntnis verbot er Adam und Eva, da dies den Verlust ihres Lebens (Gen 2,17) und des ewigen Lebens (Gen 3,3) zur Folge haben würde. Wir kennen die Geschichte von der Verführung des Adam durch Eva von den Früchten des Baumes der Erkenntnis zu essen und der sich daraus ergebenden Vertreibung aus dem Paradies (Gen 3,23). Die Vertreibung musste geschehen, damit die beiden jetzt nicht auch noch vom Baum des Lebens essen und damit das ewige Leben erringen würden (Gen 3,22). Und Gott stellte Wächter an den Eingang des Paradieses, damit sie mit einem Flammenschwert den Weg zum Baum des Lebens bewachten (Gen 3,24). 

Am Ende des neuen Testamentes, in der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, wird das Bild vom Lebensbaum (Offb 2,7 und 22,2) vom Anfang der Bibel vom Seher Johannes aufgegriffen. Auch die Paradiesschlange wird noch einmal als der Teufel erkannt, "der die ganze Welt verführt" (Offb 12,9). Nach christlicher Überzeugung hat Jesus Christus in seinem Leiden, seinem Tod am Kreuz  und in seiner Auferstehung den ewigen Heilsplan Gottes erfüllt und den Weg der Hoffnung auf das ewige Leben, das Paradies, neu erschlossen. In seiner Hingabe am Kreuz hat er das Böse besiegt und den Weg zum ewigen Leben freigeräumt. Dieses Geschehen sehen wir in den Gabe von Brot und Wein in der Eucharistie sich vollziehen. In der Offenbarung lesen wir: "Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht" (Offb 2,7).

In der Taufe dürfen wir eine Umkehrung des "Essens vom Baum der Erkenntnis" erfahren, welche die Rückkehr ins Paradies ermöglicht. So bedeutet auch die Taufe als mit Christus durch sein Leiden, seinen Tod und mit ihm auferstehen die Wiedergewinnung des Paradieses zu erleben (Lk 23,43). Im Anziehen Jesu Christi, im Taufkleid, des "neuen Menschen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit  und Heiligkeit (Eph 4,24) ziehen gleichsam das Kleid der Unsterblichkeit (2 Kor 5,2-9) an. 

In der Feier der Liturgie wird das Bild vom Lebensbaum zu Beginn der Vierzigtagezeit, der Fastenzeit, der Karwoche und am 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung aufgegriffen. Am ersten Fastensonntag wird Noah und der Bund mit Gott (Gen 9,8-15) in  Beziehung zur Versuchungsgeschichte Jesu (Mk 1,12-15) gesetzt. Damit steht die ganze Vierzigtagezeit im Zeichen des Sündenfalls (des Bundesbruchs) Adams, des Bundeschlusses Gottes mit Noah und der Mensch, der in Jesu "Gehorsam bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2,8) die Heilung seiner Wunden erfährt und Erlösung findet. 

In einer mystischen Deutung des ganzen Geschehens können wir verstehen lernen, was der Täufling in einer der Ostkirchen beim Empfang der Erstkommunion, die bei der Taufe gespendet wird zugesagt bekommt: "Die Frucht, die Adam niemals im Paradies gekostet hat, [nämlich die Frucht vom Baum des Lebens], wird heute mit Freuden in deinen Mund gelegt. Für den Theologen und Heiligen Bonaventura ist dann der Lebensbaum "gewissermaßen des Sakrament" des Paradieses. 

Auch im Dialog mit dem Judentum ist das Bild vom Baum des Lebens verwurzelt. Sieht das Judentum doch den Baum des Lebens mit der Thora in ihrem geistigen Verständnis identifiziert. Justin der Märtyrer (2. Jahrhundert) sagt im Dialog mit dem Juden Tryhpon: "Auf den, welcher gekreuzigt  worden war, um, wie die Schrift zeigt, in Herrlichkeit wiederzukommen, verwies geheimnisvoll das Holz des Lebens, das wie berichtet ist, im Paradies gepflanzt wurde, und die Geschichte aller Gerechten". Die beschriebene Gerechtigkeit ist nicht die Frucht einer bloßen Erfüllung des Buchstabens des Gesetzes, sie ist vielmehr Hoffnung des Glaubens auf das Licht und den Geist Gottes, die über diese endliche Welt hinaus in der Einheit mit Gott zielt. 

Deshalb scheint in den Schäden des Sommersturmes auch ein wichtiger Hinweis zu liegen: Schaut auf das Symbol des Baumes, vergewissert euch, was es damit in dem was ihr glaubt auf sich hat und lasst euch berühren von den Erzählungen der biblischen Überlieferung, von der Verwendung des Symbols in der Liturgie und ganz konkret in eurem alltäglichen Leben. Nutzt die Gelegenheit Bäume zu pflanzen und damit Lebensräume in dieser Welt zu erhalten. Bis hin zur Gestaltung der diesjährigen Osterkerze, auf der wir die Verbindung von Baum und Kreuz werden sehen können: "Aus dem todbringenden Baum der Erkenntnis wird das Leben spendende Kreuz".

Bibeltext:

"Dann pflanzte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte. Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und köstlich zu essen, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse." (Gen 2,8-9)

 

Eine Glaubens- und Fastenwoche vom 19.-26.02.2021

Impulse jeweils 19:15 Uhr in der Kirche Sankt Martin

"Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin" Psalm 46,11

Die Erfahrung von Stille hat Folgen im Alltag. Sie macht sensibel. Sie schärft Wahrnehmung. Wir wirken in unsere Lebenswelt hinein, einfach dadurch, dass wir das sind und wie wir da sind. Die Stille macht uns wacher für die Haltung, die wir ausstrahlen. Zugleich macht sie uns empfänglicher für den Grund, der uns immer schon trägt und in uns wirkt. Und: Sie öffnet uns für grundlegend Neues.

Darauf richten die Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt unseren Blick. Doch bewährt sich dieser Zuspruch im Leben? Die Rede des Mannes aus Nazaret baut darauf, dass gerade das, was dem Augenschein nach widersinnig ist, durch Erfahrung Sinn bekommen kann. Es wird wahr durch den Weg den er - im Wirken aus der Stille - selbst gegangen, der ihm widerfahren ist und zu dem er einlädt. Bei vertiefender Betrachtung in der Stille erscheint uns so manches dann in einem anderen Licht.

Jesus verkündet mit aller Leidenschaft die heilende und Heil bringende Nähe Gottes: In aller Verborgenheit, auch in den widrigsten äußeren und inneren Verhältnissen ist Gott für uns da - Gott ist gegenwärtig.

Wir wollen mit Fasten und einem inneren Weg zur Stille die Gedanken des Loccumer Breviers aufgreifen um in der Stille neue Kraft zu schöpfen für ein Leben aus dem Glauben und in der Stärkung unserer Gesundheit.

 

Geistliche Impulse zur Fastenzeit in der Frühe des Tages

Ruhe - ein Gottesgeschenk - Himmlische Entspannungsmomente

Zeit für Ruhe?

Wäre es nicht angebrachter in der Fastenzeit an mehr Effizienz meiner Zeitgestaltung zu arbeiten? Termine müssen doch eingehalten werden, Anfragen und Mitteilungen verlangen nach immer schnelleren Antworten. Dabei führen doch unsere vielfältigen modernen Möglichkeiten zu keinem wirklichen Zeitwohlstand, geschweige denn zur mehr Muße und Ruhe.

Zeit als Gottesgeschenk

Am Nachmittag des Sabbats beten fromme Juden: "Mögen deine Kinder erkennen und verstehen, dass ihre Ruhe von dir kommt und dass ruhen heißt, deinen Namen zu heiligen". Ruhe ist eben mehr als nur eine Pause machen. Ruhe ist ein Gottesgeschenk. Sie kommt von Gott selbst und schafft uns Menschen die Möglichkeit Gott nah zu sein. Die biblischen Erzählungen sprechen davon: in der Schöpfungsgeschehen in Genesis 1-2 unterbricht Gott am siebten Tag nicht einfach seine Arbeit, sondern er vollendet die Schöpfung in der Ruhe. Damit gehören Ruhe, Frieden, Heiterkeit und Gelassenheit unverzichtbar zum Leben.

Im Ruhen Gott in die Welt bringen

Indem wir ausruhen, bringen wir Gott in diese Welt. Ruhe hält Gott in dieser Welt präsent. Wir erkennen darin ein wenig von der Vollkommenheit der Schöpfung. Biblische Überlieferung greift im Zusammenhang mit Frieden auf das Motiv der Ruhe zurück. Hier kann der Mensch bei sich und bei Gott sein. Die Ruhe ist heilsame Unterbrechung und schärft unseren Blick auf das, was wirklich zählt.

Biblische Texte von Ruhe und Unruhe

Die Bibel enthält unzählige Texte die von Ruhe, aber auch von Unruhe handeln. Von biblischen Ruhepolen ist die Rede, von der Ruhe nach dem Sturm und von der Aufforderung: "am siebten Tag sollst du ruhen!" (Ex 20,8-11).

Unsere lange geübte Weise, die Frühe des Mittwoch einer jeden Woche in der Fastenzeit mit einem Gottesdienst zu beginnen, soll auch in diesem Jahr den Rahmen bilden für unsere Suche nach der "Ruhe - als Gottesgeschenk", unser Ausschauen nach den biblischen Ruhepolen, nach den möglichen Auszeiten, nach der Ruhe als Inbegriff des Friedens, der Begegnung mit Noach, der "Ruhe" heißt, nach den himmlischen Entspannungsmomenten, nach einem musikalischen Intermezzo und auch auszuhalten, dass uns keine Ruhe zuteil wird (Klagelied 5,5) weil uns etwas verfolgt, weil uns etwas im Nacken sitzt, weil wir erschöpft sind.

jeweils in der Frühe des Mittwochs, um 6.00 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Martin

Mittwoch, den 24. Februar 2021

"Sintflut: Ruhe nach dem Sturm" - Welche Worte kennt die Bibel für "Ruhe"

Mittwoch, den 3. März 2021

Auszeit mit Jesus - Sehnsucht nach Rückzug - Die Jünger sollen auftanken - Ruhe am Morgen

Mittwoch, den 10. März 2021

Ruhe als Inbegriff des Friedens - Wer biblisch über Frieden nachdenken will, muss sich auf die Spur der Ruhe machen.

Mittwoch, den 17. März 2021

"Die Ruhe auf der Flucht" - Die heilige Familie legt eine Pause ein auf ihrer Flucht nach Ägypten. Die Fantasie des Malers Caravaggio gönnen Maria, Josef und dem Kind Ruhe - und wissen noch mehr, was Menschen auf der Flucht nötig haben.

Mittwoch, den 24. März 2021

Sabbat - Sonntag als Tag der Hoffnung - Der wöchentliche Ruhetag unterbricht den dauernden Fortlauf der Zeit und nimmt ihr die kraftlose Gleichförmigkeit.

 

Pastoraler Weg im Bistum Mainz

Mit Psalmen unterwegs - vier Wochen - vier Psalmen - Zum pastoralen Weg

in den letzten Wochen und Monaten scheint alles Leben unter dem Vorzeichen von Corona zu stehen. Dem können wir uns nicht entziehen. Auch die diesjährige Fastenzeit wird noch unter den Herausforderungen der Pandemie stehen. Umso wichtiger aber ist das eigentliche Vorzeichen, unter dem unser Leben steht: Das Wort des Lebens, das uns in Jesus Christus unüberbietbar zugänglich geworden ist, und das alle Bücher der Heiligen Schrift ausbuchstabieren.

In der Österlichen Bußzeit 2021 und darüber hinaus möchte der Bischof, Peter Kohlgraf, uns in besonderer Weise einladen, ausgewählten Psalmen zu begegnen. Vor deren Hintergrund sollen wir individuell oder in Gemeinschaft unseren eigenen Weg bedenken und auch den Pastoralen Weg des Bistums in den Blick nehmen. Der Bischof gibt uns ein Wort des Kirchenvaters Bonaventura mit auf diesen Weg, das besagt, dass wir die Psalmen uns als ein "Reisebüchlein auf dem Weg zu Gott" verstehen dürfen.

An vier Fastensonntagen (beginnend am zweiten Fastensonntag, 28. Februar 2021) werden wir uns auf unterschiedliche Weise mit den vorgeschlagenen Psalmen beschäftigen.

Darüber hinaus wird Gelegenheit sein bei einem Gesprächsabend "Meine Kirche muss sich ändern" dazu ins Gespräch zu kommen.

Der Gesprächsabend "Meine Kirche muss sich ändern" - Der pastorale Weg im Bistum Mainz

am Mittwoch, 10. März 2021, 19.30 Uhr im Gemeindezentrum Sankt Martin                                      

Es gibt dazu Flyer, die in der Kirche ausliegen und zu gegebener Zeit auch auf unserer Homepage zum Download zur Verfügung stehen werden. Auf der Homepage des Pastoralen Weges www.pastoraler-weg.de werden weitere Materialen abrufbar sein.

Bei den vier Psalmen handelt sich um die Antwortgesänge des 2. bis 5. Fastensonntags: Psalm 116, Psalm 19, Psalm 137 und Psalm 51.

"Mach Werbung daraus..."

Eine Idee, wie man die Psalmen mit ihrer Botschaft für heute erarbeiten kann

Zur Methode

Die Teilnehmenden sollen in der Beschäftigung mit dem Psalm für sich zentrale Aussagen in zeitgemäße Botschaften übertragen und als Werbung präsentieren. Das Ergebnis kann ein Werbespot für Radio oder Film, ein gestaltetes Plakat oder ein Post für Social Media sein. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Arbeitsschritte

  1. Zunächst wird der Text des Psalms gelesen und zentrale Aussagen markiert. Es ist notwendig und sinnvoll, die in dieser Phase entstehenden Fragen zu den (historischen) Hintergründen, der Einordnung einzelner Sätze oder zur Bedeutung von einzelnen Wörtern direkt zu klären.

 

Das Kreuz als Baum des Lebens - Eine kreative Auseinandersetzung

Der Baum als Motiv dieser Vierzigtagezeit begegnet uns vielgestaltig in der Natur, in der Kunst, bis hinein in unsere Häuser, in unsere Möbel und die Wärme in unseren Wohnungen. In der christlichen Symbolik ist der Baum vom Anfang der Bibel her der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens (Gen 2). Im Neuen Testament wird der Baum in eine enge Verbindung mit dem Kreuz gebracht. Das Kreuz wurde aus dem Holz der Bäume gezimmert.

An diesem Abend soll die Auseinandersetzung mit dem Kreuz als dem Baum des Lebens in einer kreativen Weise geschehen. Neben einem Impuls können unterschiedliche Materialien zu Kreuzen verarbeitet werden. Die entstehenden Kreuze werden in der Karfreitagsliturgie Eingang finden.

Gleichzeitig wird sich in diesem Jahr auch die Osterkerze in ihrer Gestaltung dieser Auseinandersetzung des Baums des Lebens und Kreuzes widmen. Seht auf die Kreuze unserer Zeit - dieser kleine Satz erinnert uns daran, dass das Kreuz kein rein künstlerisches Element sein kann.

Mittwoch, 24. März 2021, 19.30 Uhr

Gemeindezentrum Sankt Martin, Offenbacher Straße 5

Sie können Ihre eigenen Materialien für die Gestaltung ihres BaumKreuzes mitbringen. Es werden aber auch Materialien zur Verfügung stehen.