Wanderung „Rund um den Donnersberg“

donnersberg
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Datum:
Sa 6. Mai 2017
Von:
Maria Schell-Hay

Ein Stück des Weges liegt hinter dir,
ein anderes Stück hast du noch vor dir.
Wenn du verweilst, dann nur um dich zu stärken,
aber nicht um aufzugeben.
Ob du eilst oder langsam gehst,
der Weg vor dir bleibt immer der Gleiche.

Der Donnersberg in der nahen Pfalz war am Samstag 6. Mai das Ziel einer Wanderung des Fördervereins Gemeindezentrum. Erfreulicherweise konnte dieser Ausflug bei schönstem Maiwetter erfolgen. Um 9.30 Uhr startete der Bus mit zahlreichen Mitgliedern und Freunden des FV zum Ausgangspunkt, dem Hotel „Bastenhaus“ nahe Dannenfels.

Mit 687 m Höhe ist der Donnersberg das höchste Bergmassiv der Pfalz. Der FV hatte sich für einen Rundwanderweg auf dem Pfälzer Höhenweg entschieden, der an markanten Punkten wie der Marienthaler Klause, dem Königstuhl, dem Ludwigsturm und dem Adlerbogen vorbeiführte. Das frühlingshaft sonnige Wetter erfreute hierbei ebenso wie das frische Laub des Waldes, die grünen Sprösslinge am Wegesrand und die ersten Frühlingsblumen. Da passte denn auch der mentale Impuls so recht dazu, zu dem Martina Bickerle, Zweite Vorsitzende und Führerin der Wanderung, an einer Wegkreuzung einlud. Die vorgetragenen Verse und Gedanken zum Thema Bewegung und den Wegen der Menschen, gaben Anregungen mit auf den Weg. Wohl gestimmt ging es vorbei an Marienthaler Klause und Königstuhl bis zur  „Keltenhütte“, welche die Gelegenheit zu einer Rast mit gutem pfälzischen Mittagsimbiss bot. Einige verlockte das schöne Wetter nach draußen in die Frühlingssonne, andere zogen dem die gemütliche und wärmere Hütte vor.

Wohl gestärkt ging es nach einer Stunde weiter, und bald schon gelangte die Gruppe zum „Ludwigsturm“, einem 27 m hohen Aussichtspunkt. 1864/65 erbaut, steht der Turm auf einer Höhe von 675 m Höhe. Der bayerische König Ludwig II. erteilte die „allerhöchste Genehmigung“, dass das Bauwerk nach ihm benannt werden durfte. Er besuchte den Turm allerdings niemals. Nun, der Förderverein war dort – und einige Wanderer beeilten sich, auch noch die 142 Stufen zur Aussichtsplattform hochzusteigen, um die herrliche Rundsicht u.a. auf die Pfalz und Rheinhessen zu genießen. Bei ganz klarem Wetter sind auch die Nordausläufer des Schwarzwaldes oder Worms und der Odenwald wie auch der große Feldberg und die Frankfurter Skyline zu erkennen.

Ganz besonders beeindruckend und für alle Wanderer wunderbar zu sehen, war schließlich der „Adlerbogen“, ein imposant in die felsige Landschaft eingefügtes Denkmal, das die historische Bedeutung der Donnersberg-Region verdeutlicht. Das Denkmal wurde 1880 zu Ehren des Generalfeldmarschalls von Moltke auf einer Höhe von 545 m errichtet und besteht aus einem Stahlbogen, der von einem stählernen und vergoldeten Adler gekrönt ist – eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Von Moltke wurde damit für seine Leistungen bei der Sicherung der Pfalzgrenzen im deutsch-französischen Krieg (1870/71)  und der deutschen Reichsgründung geehrt. Leider wurde dem Adler 1945 von alliierten Soldaten der Kopf abgeschossen und auch die zwei Standfiguren von Moltkes und Otto von Bismarcks wurden in der Nachkriegszeit sehr stark beschädigt. Erst 1981 konnte der restaurierte Adler wieder neu angebracht werden. Seit 2015 wurde schließlich die gesamte Konstruktion erneuert und konnte im Juni 2016 im jetzigen Zustand nochmals eingeweiht werden. Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte und ein lohnender Ausblick von der Ostflanke des Donnersbergs für seine Besucher!

Für die Wanderer, die für diese Sehenswürdigkeiten inzwischen doch einige steilere Wege am Donnersberg zurück legen mussten, führte der letzte Teil des Weges wieder zurück zum Ausgangspunkt, dem Bastenhaus. Nach all den Beschwerlichkeiten des Weges, aber auch mit neuen Ein- und Ausblicken erfreut, ging es per Bus nach Stadecken, wo im „Weingut Burghof“ Plätze reserviert waren. Die Wanderer konnten sich zum Ausklang des Tages bei guter rheinhessischer Küche und, wer wollte, einem guten Glas Wein stärken. Lebhafte Gespräche und gute Stimmung am Ende eines anstrengenden, aber auch erfreulichen Tages!