Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in St. Martin

Anschrift:

Schwestern von der Göttlichen Vorsehung
Poststr. 71
55126 Mainz
Tel.: 06131 602422305
Fax: 06131 602422101   

Klosterkapelle

Gründungsgeschichte

Das Kloster als Keimzelle des Ordens der Schwestern der Göttlichen Vorsehung

Wußten Sie schon…?

Das Kloster in der Poststraße in Finthen – Keimzelle eines bedeutenden Ordens.

Zu den Berühmtheiten von Mainz gehört auch Wilhelm Emmanuel von Ketteler, der von 1850-1877 Bischof von Mainz war und dessen Engagement in den sozialen Nöten der Arbeiterschaft und in der Auseinandersetzung zwischen Arbeit und Kapital beispielhaft war. Seine Reden, Schriften und sein Wirken sind gerade heute wieder hochaktuell.

Nur 14 Monate nach seinem Amtsantritt gründete Bischof Ketteler die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der göttlichen Vorsehung. Gleich zu Beginn meldeten sich vier Frauen, zwei aus Mainz, eine aus Wackernheim und eine aus Heidesheim, als Kandi-datinnen an. Sie sollten sich der schulischen Ausbildung und der Krankenpflege widmen.

Ein Haus für die klösterliche Niederlassung war schnell gefunden: Tatkräftig unterstützte der damalige Pfarrer Autsch von Finthen das Projekt. So konnte die junge Ordensgemeinschaft schon am 19.09.1851 in ein Haus in Finthen in der Kirchgasse 53 einziehen.

In der Chronik des Mutterhauses heißt es: „Man einigte sich dahin, dass die Genossenschaft in Finthen sein sollte, welches ganz katho-lisch und nicht weit von der bischöflichen Residenz entfernt sei“.

In Fanny de la Roche-Starkenfels, einer selbstbewussten und gebildeten Frau, die zum katholischen Glauben konvertiert war, fand Bi-schof Ketteler ebenfalls große Hilfe. Er schickte sie im Oktober 1851 zur Ausbildung (Noviziat) in das Kloster in Rappoltsweiler /Ribeauville im Elsass, anschließend wurde sie als Schwester Maria v. la Roche die erste Oberin des Klosters.

Zunächst hatten die Schwestern eine Tagesordnung, noch keine Ordensregel. Sie trugen ein einfaches Gewand nach dem Vorbild der Schwestern von Rappoltsweiler.

Nach dem Eintritt von zwei Aspirantinnen aus Finthen, den späteren Schwestern Josefa, geb. Wollstadt und Vinzentia, geb. Schultheis gehöretn 1852 insgesamt zehn Postulantinnen der Gemeinschaft an (Maria v. la Roche, Magdalena Scheurich, Martha Becker, Dominika Feuerstein, Franziska Jost, Aloysia Dickscheid und Veronika Rübe-nach).

Bei seinem Besuch am 2.08.1852 äußerte sich Bischof Ketteler erschüttert über die Armut der Schwesternschaft.

Da die Kirche in Finthen neu erbaut werden musste, wurde das Allerheiligste zu der Zeit bei den Schwestern in einer Notkirche in der Scheune aufbewahrt.

Von den Eheleuten Elisabeth (geb. Reis? Ries?) und Philipp Becker konnte der Gasthof „Zum Engel“ erworben werden und nach dem Umbau zogen die Schwestern am 06.12.1852 in dieses Anwesen.

Mit dem Kauf angrenzender Grundstücke und des Bullerschen Anwesens am 14.05.1884 wurde die jetzige Ausdehnung des Klostergrundes erreicht.

Die erste feierliche Gelübdeablegung fand 18.06.1853 in der noch unvollendeten Pfarrkirche von Finthen statt. Bischof Ketteler predigte, nahm die Versprechen ab.

1854 erreichte Bischof Ketteler eine „vorläufige Übereinkunft“ mit dem Großherzogtum Hessen, in der die Ausübung des katholischen Religionsunterrichts durch die Kirche an den Schulen garantiert wurde und ab Herbst 1854 durfte Schwester Franziska Jost an der Schule in Finthen unterrichten.

Die Oberin Maria von la Roche verließ Finthen und starb 1857 als erste der Gemeinschaft an Typhus im Waisenhaus der Gemeinschaft in Neustadt im Odenwald. Ihre Nachfolgerin wird Schwester Vinzenzia Schultheiß.

22.06.1855 wurde der Grundstein für den Neubau des Klosters (heutiges Haupthaus) mit Kapelle gelegt. Schon im Januar 1857 konnte das Haus in der heutigen Poststraße eingeweiht werden. Finther Fuhrwerksbesitzer fuhren die Steine für „Gottes Lohn“.

1860 waren die Schwestern in 13 Schulen im ganzen Bistum als Lehrerinnen im Einsatz.

Die Schwestern kauften 1861ein Haus in Mainz am Stephansberg, dort wurde später zum Mutterhaus errichtet. Die Gemeinschaft zählte nun 79 Mitglieder, darunter 52 Professschwestern