Danke! Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut - Geistliches Wort vom 5.10.2019

(c) Sarah Frank in Pfarrbriefservice.de
Mo 7. Okt 2019
Markus Kreuzberger

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir in diesen Tagen das Erntedankfest feiern, dann es geht um mehr als das Ernten auf Feldern, in Weinbergen und Hausgärten. Auch wenn der Altar zumeist mit geernteten Früchten geschmückt wird, zeigt das Erntedankfest den Zusammenhang menschlicher Arbeit und Anstrengung mit dem empfangenen Segen, über den nur Gott verfügt. „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott“ (Matthias Claudius). Das wird im Blick auf die Nahrung, die wir brauchen, und die Natur, von der wir in hohem Maße abhängig sind, besonders deutlich, aber insbesondere auch in der Einstellung zu den „Geschenken Gottes“ an uns.

Freilich ist dies Wörtchen „Danke!“ auch ein recht schweres Wort. Es geht dabei ja nicht nur um das „Danke!“–Sagen, sondern auch immer zugleich um das „Danke!“–Denken und das „Danke!“–Fühlen. Solche den ganzen Menschen erfüllende Dankbarkeit ist offenbar eine schwere Kunst geworden, und viele haben sie fast verlernt. Dabei ist es doch so: wenn wir die Dankbarkeit verlernt haben, dann nehmen wir unserem Leben jede Freude und Farbe. Es erscheint uns dann nur noch grau in grau, als ewiges Einerlei, als Schuften und Rackern für nichts und wieder nichts.

Demgegenüber möchte uns das Bibelwort aus dem 1. Timotheusbrief jedenfalls eine andere Art zeigen, zu leben und zu danken: „Alles was Gott geschaffen hat ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“

Fantasie und Liebe, Augen, Ohren und alle Sinne zu wecken für das scheinbar Selbstverständliche, das so Alltägliche, das kann unser Leben bunter, schöner, reicher und glücklicher machen, auch wenn es äußerlich zu den immer gleichen und zuweilen sogar zu bescheideneren Bedingungen verläuft als zuvor einmal. Aber wenn wir versuchen, künftig bei dem, wovon wir täglich leben, bewusst auf das zu achten, was im Grund großartig und ein unwahrscheinliches Geschenk unseres Gottes an jeden von uns persönlich ist, dann können wir die Dankbarkeit auch wieder lernen. An solcher Dankbarkeit nämlich kann unsere Seele aufatmen. Da können ihr Kräfte zufließen, mit denen sie auch die schweren und bitteren Tage zu bestehen vermag, jene Tage, die Enttäuschungen und Fehlschläge bringen und uns deshalb zuweilen Mut und Zuversicht zu rauben drohen. Nein, wer danken kann, der stöhnt weniger. Wer danken kann, dem werden Lasten leichter.

„Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut“ – wenn es dankbar empfangen wird. Unsere Bereitschaft zur Dankbarkeit kann zum Maßstab für unser Leben und seine Qualität werden:

Nicht was wir arbeiten und wie groß unsere Erfolge dabei sind, sondern ob wir dankbar für unsere Arbeit und unsere Erfolge sind, ist für unser Glück entscheidend.

Nicht wie gesund und leistungsfähig wir sind und was wir damit zuwege bringen, sondern ob wir dankbar sind für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit, die Gott uns schenkt, ist für unser Glück entscheidend.

Nicht wie tüchtig unsere Kinder sind, welche Zensuren sie nach Hause bringen und wozu, ist entscheidend, sondern dass sie unbeschwert leben und lernen können und ob wir Gott dafür danken, dass er uns diese Kinder anvertraut hat.

Nicht wie groß und wie gut die Ernte ist, die wir in diesem Jahr eingebracht haben, sondern wie groß unsere Dankbarkeit gegenüber dem Geber dieser guten Gaben ist, hat die größte Bedeutung.

Nicht was auf dem Tisch steht, an dem wir essen und trinken, ist wesentlich, sondern mit welcher Einstellung wir uns miteinander zu Tisch setzen: Können wir dankbar sein und uns freuen, dass wir wieder einmal satt werden dürfen? Dankbar, dass wir beieinander sein können um diesen Tisch herum, miteinander reden, uns aussprechen können? Dankbar also auch für die Menschen, die Gott uns in Familie und Freundschaft mit auf den Weg geschickt hat? Viele Mitmenschen müssen jede Mahlzeit tagaus tagein allein einnehmen, ohne familiäre Gemeinschaft, ohne Gesprächspartner.

„Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird! Denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.“

Wir haben viel Grund zum Danken und Dankbarkeit ist auch eine Einstellung, die man einüben kann. 

Am Besten, wir fangen gleich damit an.

Ein gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen

Markus Kreuzberger