Die Feier der Kar- und Ostertage in Coronazeiten

palmkaetzchen (c) Luzia Hein auf Pfarrbriefservice.de
palmkaetzchen
Datum:
Do. 25. März 2021
Von:
Pfarrer Engelbert Müller

In der Karwoche werden wir Christen eingeladen, das Mysterium des Leidens, Sterbens und Auferstehens Jesu zu vergegenwärtigen und mitzufeiern.

In diesen acht Tagen verdichtet sich, was den Kern unseres Glaubens ausmacht. Dafür stehen auch verschiedene Bräuche, die uns das ganze Jahr erinnern wollen, dass Jesus Christus uns erlöst hat. Wir schlagen mit der Karwoche einen Spannungsbogen zum Ostermysterium hin und erkennen in der Passion Jesu unseren eigenen Kreuzweg, einen Weg des Friedens und des Leidens, einen Weg auf Gottesspuren und abseits davon.

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag.Sie sind eingeladen, Palmzweige mitzubringen,die wir vor dem Gottesdienst segnen werden. Im Gottesdienst selbst wird die Passion vorgelesen und wir werden damit auf diese für unser Heil so entscheidenden Tage eingestimmt. Traditionell nehmen wir die gesegneten Palmzweige mit nach Hause und hängen diese hinter das Kreuz als Zeichen des Lebens und der Hoffnung.

Am Gründonnerstag endet mit dem Abendgottesdienst die Fastenzeit. Jetzt beginnen die drei heiligen Tage des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu, die für unsere Erlösung entscheidend sind. Wir erinnern uns sozusagen an die Quelle, das Fundament unseres Glaubens und Lebens. In der Liturgie werden die drei Tage zu einer Feier zusammengefasst. Aus diesem Grund entfallen z.B. der Segen und Entlassungsruf im Gottesdienst und am Karfreitag. Ebenso entfällt auch die Kommunion am Karfreitag.

Erst in der Osternacht endet dieses heilige Spiel, wenn es im Gedenken der Auferstehung
Jesu und der damit verbundenen Erlösung von uns Menschen seinen Höhepunkt erreicht.

Der Gründonnerstag selbst ist gekennzeichnet durch das „letzte Abendmahl mit Jesus“. Wir beginnen im Pfarrgarten der St.-Stephans-Kirche mit der Abendmahlfeier um 20:00 Uhr. Danach findet in der St.-Stephans-Kirche eine stille Gebetsstunde vor dem ausgesetzten Allerheiligsten statt. Die Liturgie endet mit der sogenannten Ölbergstunde, die von 21:30 bis 22:30 Uhr dauert und besonders gestaltet ist. Sie erinnert an die Worte Jesu, die er seinen Jüngern im Garten Gethsemane gesagt hat: „Könnt ihr nicht wenigstens eine Stunde mit mir wachen und beten?“

Am Karfreitag treffen wir uns um 15:00 Uhr zur Todesstunde des Herrn wieder im Pfarrgarten der St.-Stephans-Kirche, um des Leidens und Todes unseres Herrn Jesus Christus zu gedenken. Er drückt unsere Solidarität mit all dem Leid aus, das sich in unserer Stadt hinter den Wänden unserer Häuser abspielt.

Die Liturgie der Osternacht beginnt am Karsamstag um 22:00 Uhr im Pfarrgarten der St.-Stephans-Kirche. Sie wird auch die „Mutter“ aller Gottesdienste genannt.

In ihr verkünden wir nicht nur die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, sondern die Mitfeiernden werden auch in das Mysterium der Auferstehung mit hineingenommen, das sich in der Erinnerung an die großen Taten Gottes an seinem Volk in verschiedensten Lesungen, dem Osterlob (Exultet) über die neue Osterkerze, dem feierlichen Halleluja, der
Weihung des neuen Taufwassers, der Erneuerung des Taufversprechens als auch in der feierlichen Eucharistie ausdrückt. Aufgrund der Pandemie wird der Gottesdienst ebenfalls im Pfarrgarten der St.-Stephans-Kirche stattfinden. Der traditionell sich anschließende Umtrunk muss in diesem Jahr leider ausfallen.