Wahlen zum Europaparlament

Aufruf der Kirchen: Demokratische Parteien stärken

Mo 29. Apr 2019
Marc Witzenbacher in Pfarrbriefservice.de

Rund 700 Abgeordnete des Europä-ischen Parlamentes werden in der Zeit vom 23. bis 26. Mai 2019 in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gewählt.

In Deutschland findet die Wahl am 26. Mai statt, zum neunten Mal in der Geschichte der Europäischen Union. Für die Bundesrepublik sind insgesamt 96 Abgeordnete zu wählen. Die Sitze sind nach dem Prinzip der „degressiven Proportionalität“ verteilt. Das bedeutet, dass kleinere Länder proportional mehr Sitze erhalten als größere Länder. Gleichwohl gehört die deutsche „Fraktion“ zu den größten im Parlament.

Schicksalswahl nach dem Brexit
Zum ersten Mal werden die Briten nicht mehr mit von der Partie sein, da das Land seinen Ausstieg aus der EU im Jahr 2019 umsetzen will. Die Sitze der bisherigen britischen Abgeordneten werden gleichmäßig auf die anderen Länder verteilt. Der Versuch, länderübergreifende Listen zu erstellen, aus denen die Bürgerinnen und Bürger die Abgeordneten wählen können, ist für das Jahr 2019 noch nicht umgesetzt worden. In Deutschland können daher auch nur Kandidatinnen und Kandidaten aus den deutschen Listen der Parteien für das Parlament gewählt werden. Der Ausstieg Großbritannien bedeutet aber nicht nur eine zahlenmäßige Verschiebung im Parlament. Mit dem Ausstieg steht die EU vor zahlreichen Problemen, insbesondere auch vor der Frage, wie sie den zunehmend wachsenden Tendenzen zu Nationalismus und Abgrenzung begegnen will.
Europa braucht Solidarität
Die Kirchen rufen daher auf, wählen zu gehen und die demokratischen Parteien zu stärken. Nur so könne das Projekt Europa am Leben erhalten werden und eine stabile Zukunft bekommen. Reinhard Kardinal Marx mahnte bereits im Dezember 2018 bei einer Veranstaltung in München, die Solidarität innerhalb Europas immer stärker zu festigen. Viele würden bei der Europawahl nationalistische Töne anschlagen. „Da sind wir nicht dabei. Nationalismus ist keine Antwort auf die Probleme, sondern Teil des Problems. Nationalismus, das bedeutet Krieg“, warnte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Seine Hoffnung sei es, dass Christen sich mehr für Europa einsetzen und damit auch den Zusammenhalt und das Miteinander verbessern.


Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 05/2019, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de, in: Pfarrbriefservice.de