Kirche in Zeiten von Corona - Wir sind da!

Datum:
Sa 21. Mär 2020
Von:
Pfarrer Bernd Richardt

Liebe Mitchristen!

An Stelle der Gottesdienstordnung einmal auf diese Weise eine Information aus dem Pfarrhaus. Bitte mailen / geben Sie diesen Brief auch an andere weiter, die nicht im Verteiler stehen.

Diese Fastenzeit hat einen besonderen Charakter bekommen: Wir müssen liturgisch und eucharistisch Fasten und können unseren Glauben nicht gemeinsam feiern!

Unser Dekan Stefan Wanske schreibt dazu:

Die Zeiten, die wir als Gemeinde momentan erleben, sind alles andere als normal: Es dürfen keine gemeinsamen Gottesdienste gefeiert werden, aber auch alle anderen Treffen und Zusammenkünfte sind abgesagt.

Um so wichtiger ist das Signal: Wir sind da, und wir sind auch jetzt als christliche Gemeinden miteinander im Glauben unterwegs. Inmitten aller Einschränkungen in den sonst so selbstverständlichen persönlichen Begegnungen spüre ich: Wir rücken innerlich enger zusammen, auch über die Grenzen von Konfessionen hinweg.

Manches entdecken wir in seiner Bedeutung auch neu. Dazu gehört das Geläut der Glocken in Ilbenstadt. Über die Jahrhunderte hinweg läuten sie an Tagen der Freude und der Trauer und rufen über den Tag hinweg immer wieder zum Gebet.

 

Ökumenisches Geläut und gemeinsames Gebet – an unterschiedlichen Orten

Von heute an läuten jeden Abend um 19.30 Uhr für 10 Minuten die Glocken in Ilbenstadt von den Türmen der Basilika. Christinnen und Christen aller Konfessionen verbinden sich so in der Tradition des (evangelischen) „Vater-Unser-Läutens“ und des (katholischen) Angelusläutens zum gemeinsamen verbindenden Gebet und tragen so die Welt vor Gott.

Der evangelische Dekan Volkhard Guth schreibt dazu an die Pfarrerinnen und Pfarrer in seinem Dekanat:

 

„Jeden Abend um 19.30 Uhr läuten ab heute für 10 Minuten die Kirchenglocken der Kirche.
Ich stelle dann eine Kerze in mein Fenster für alle, die sich fürchten, die verunsichert sind, für die Einsamen und die Kranken. Die Kerze soll ihnen ein leuchtendes Zeichen sein: Ihr seid nicht allein!
Als Zeichen aber auch für mich, dass mir ein Licht aufgeht, ich die auferlegte Auszeit nutze und wieder wahrnehme, was jetzt Not tut und was und wer mir wirklich wichtig ist im Leben. Und als Zeichen für Gott. IHM will ich vertrauen, dass er uns und die Welt auch heute in Seinen Händen hält.

Macht mit. Stellt um 19.30 Uhr eine Kerze in Euer Fenster. Vielleicht betet Ihr mit mir zusammen das Vaterunser, denkt an all die Menschen, die wie wir jetzt in ihren Wohnungen oder im Krankenhaus am Fenster stehen und knüpft so ein Netz aus Licht und guten Gedanken.
Bleibt in diesem Sinne behütet!“

 

In diesem Sinne lade ich auch Sie zum Mitbeten ein. Wenn Sie das Gebet des „Angelus“ pflegen, beten Sie weiterhin zu dieser Zeit den „Engel des Herrn“ (im „Gotteslob“ Nr. 3, Abschnitt 6). Aus dem Katholischen Dekanat Dreieich kommt eine Gebetsanregung in Textform von Dekanatsreferentin Carola Simon:

Mein Gott, ich bin hier.

Viele, die meinem Herzen nah sind, sind jetzt fern.

Gewohntes und liebgewonnenes ist nicht möglich.

Ich sorge mich um das, was um mich herum geschieht.

Ich sorge mich um Menschen, die ich liebe und auch um Menschen,

deren Namen ich nicht einmal kenne.

Du hast die Welt und ihre Natur gut geschaffen.

Sie schenkt uns alles, was wir täglich brauchen.

Sie birgt jedoch auch Gefahren und Tod.

Du hast auch uns Menschen geschaffen,

fähig zu Liebe und Mitgefühl,

Mut und der Sehnsucht, gemeinsam diese Welt zu gestalten.

Ich bete für jene, die krank sind,

für jene, die alleine sind und isoliert.

Ich bete, dass du an der Seite derer bist,

die jetzt deine Hilfe und Kraft brauchen,

dass dein „Stecken und Stab“ ihnen wie im Psalm (23) Zuversicht verheißt.

Ich bete für jene, die sich um einen lieben Menschen sorgen

Und auch für jene, die mit all ihrem Wissen und ihrer Kunst

im Einsatz sind, um für das Leben einzustehen.

Für alle diese Menschen bitte ich um deinen Segen.

Segne du auch mich, damit wir alle diese Tage überstehen.

 

 

Die Basilika ist zum stillen persönlichen Gebet geöffnet

Tagsüber ist zu den üblichen Zeiten (10.00 – 18.00 Uhr) auch in diesen Tagen die Basilika zum persönlichen Gebet geöffnet. Wie gewohnt, können Sie auch am Marienaltar und am Grab des Hl. Gottfried Kerzen entzündet und dem stillen Gebet Ausdruck verleihen.

 

 

Gerade jetzt: „Glauben teilen“

 

Für die Zeit ohne gemeinsame Gottesdienste möchten wir Sie zum einen auf die Angebote der Medien aufmerksam machen. Im Internetangebot des Bistums Mainz finden Sie unter https://bistummainz.de/glaube/gottesdienste/gottesdienste-uebersicht/

eine Übersicht.

 

Zum anderen können Sie natürlich auch selbst zuhause in der häuslichen Gemeinschaft Gottesdienst feiern. Wer morgens und abends betet, ist nicht allein: „Der Vater, der das Verborgene sieht“, ist da. „Wo zwei oder drei …“, ein Ehepaar, eine Familie, sich zum gemeinsamen Gebet versammelt, wird „Hauskirche“, Kirche im Kleinen erfahrbar.

 

Über das Internetangebot unseres Dekanats sind Sie aktuell auch eingeladen, miteinander über den Glauben im Gespräch zu bleiben: Unter dem Motto „Glauben teilen – Teilen Sie Ihren Glauben mit“ (Link) finden Sie dort eine ganz besondere Idee.

 

 

Wir sind im Pfarrbüro erreichbar

 

Telefonisch, per Anrufbeantworter und auf dem Weg von Fax oder E-Mail sind wir im Pfarrbüro wie gewohnt erreichbar. Lediglich die Öffnungszeiten mit Publikumsverkehr sind derzeit verboten. Wir sind aber da - und auch im Dienst: Ihre Anliegen können Sie uns auf den genannten Wegen gern mitteilen.

 

 

 

Die Heilige Messe wird (nicht-öffentlich) auch weiterhin gefeiert

 

Dem einen oder der anderen aus der Kirchengemeinde mag es viel bedeuten: Auch, wenn öffentliche Gottesdienste und die Eucharistiefeier mit der versammelten Gemeinde zur Zeit nicht möglich ist, sind alle Priester in unserem Bistum gebeten, stellvertretend für die Gemeinde weiterhin die Heilige Messe zu feiern.

 

Natürlich ist es schade, dass das nur in Form der Einzelzelebration und quasi hinter verschlossenen Türen geschehen darf. Sie sollen aber wissen, dass  Pfarrer Bernd Richardt seit der Einstellung öffentlicher Gottesdienste für Sie und im Geist mit Ihnen allen verbunden, die Heilige Messe feiert.

Deshalb werden jetzt auch wieder zu den Gottesdiensten die Glocken läuten, aber die Kirche ist verschlossen! Sie dürfen aber durch das Glockengeläut daran erinnert werden, dass jetzt für die Gemeinde, und damit für Sie gebetet wird.

Die Messintentionen werden dabei wie gewohnt gehalten.

 

Misereorkollekte!

 

Am nächsten Sonntag ist die Kollekte für das Hilfswerk Misereor!

Ein Informationsblatt und Opfertüten liegen in der Kirche aus.

Sie können aber auch direkt an Misereor überweisen:

Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V.

Mozartstr. 9  52064 Aachen

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10

 

Erstkommunion

 

Da die Aussetzung der Gottesdienste vorläufig bis mindestens 19.04. gelten soll, muss die Erstkommunion verschoben werden. Der Bischof schlägt eine Zeit nach den Sommerferien vor.

Vielleicht lässt sich die Erstkommunion auch mit dem Fronleichnamsfest verbinden.

 

Karwoche und Ostern

 

In der Karwoche und an Ostern wird es keine gemeinsamen Gottesdienste geben. Wie das Geheimnis dieser Tage gefeiert werden kann, damit die ganze Gemeinde etwas davon hat ist noch nicht klar. Vielleicht gesegnete Palmzweige zu den Häusern oder an zentrale Orte bringen?

Oder eine Übertragung der Gottesdienste nach draußen. Wir sammeln noch Ideen.

 

Liebe Mitchristen!

Soweit unser 1. alternativer E-Mail Pfarrbrief.

Bitte geben Sie diese Informationen auch an jene weiter, die kein E-Mail haben oder deren E-Mail uns nicht bekannt ist.

Ich wünsche Ihnen Gottes Segen uns Gesundheit! Bitten Sie den Hl. Geist um die nötige Geduld!

Ihr Pfarrer Bernd Richardt