Material zur 5. Frühschicht in der Fastenzeit 2020

5. Frühschicht

IMG_20200314_133025 (c) Frühling
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Mo 30. Mär 2020
Pfr. Berbner

(gestaltet von Mitgliedern des Gesangverein „Einigkeit“)

Wir wollen Ihnen heute die vorbereitete Frühschicht, die aufgrund der Coronakrise am 01.04.20 nicht um 6 Uhr in der St. Markuskirche stattfinden kann, auf diese Weise zum Nachlesen auf der Homepage zur Verfügung stellen.

Herzlich willkommen!

Wir hören meditative Musik
Halten Sie Ihre Glasmurmel in der Hand, schließen Sie bitte kurz die Augen.

Das Thema unserer Frühschicht lautet:

ZUFRIEDEN DANKEN

Impuls:

Frieden ist in unserem Land selbstverständlich – rein äußerlich gesehen. Wie aber können
in diesem äußeren Frieden Empathie und Solidarität wachsen mit denen, die dieses Glück
nicht erleben? Wahrscheinlich braucht es dafür weniger moralische Appelle als eigene Zufriedenheit.
Zufriedenheit meint hier das Bewusstsein, beschenkt zu sein – über das Lebensnotwendige hinaus. Menschen, die selbst zufrieden sind, haben vielleicht weniger Angst, zu kurz zu kommen.
Das macht Zuwendung zu anderen möglich. Deshalb laden wir Sie dazu ein, sich in persönlicher Meditation des eigenen Reichtums bewusst zu werden, dafür zu danken und so das Herz zu weiten für andere. 
Die Murmeln, die Sie erhalten haben, stehen für das Schöne in unserem Leben. Manchmal drängt sich das nicht so offensichtlich nach oben. Manchmal muss man aufmerksam sein und danach suchen. Aus all dem, was auf dieser Suche zu finden ist, kann eine Danklitanei werden.

Haben Sie Ihre Glasmurmel noch? Wenn nicht, können Sie in unseren beiden Kirchen hinten beim Eingang nachschauen – aus den Körbchen dürfen Sie sich gerne eine herausnehmen.


Meditative Musik


Das Geheimnis der Dankbarkeit

Eine weise, alte Frau lebt zufrieden in ihrer kleinen Hütte. Eines Tages kommen die Kinder des Dorfes zu ihr. Schüchtern stehen sie am Gartenzaun. Die Frau, die das aufgeregte Wispern natürlich längst wahrgenommen hat, wartet geduldig, bis sich eines der Kinder traut, sie anzusprechen.
„Die Leute im Dorf sagen, dass du reich bist.“ sagt das Kind. „Warum lebst du dann in dieser kleinen Hütte und nicht in einem großen Schloss?“ Nachdenklich blickt die alte Frau die Kinder an. „Sagen die Leute das? Nun, sie meinen damit nicht, dass ich viel Geld habe. Ich habe viel Freude am Leben – und deshalb bin ich reich.“ 
Nicht viel Geld und trotzdem reich? Wie war das zu verstehen? Die Kinder schauen erstaunt. „Soll ich euch mein Geheimnis verraten?“ fragt die Frau. Erwartungsvolles Nicken bei den Kindern. Natürlich wollen sie das Geheimnis wissen! Die Frau greift in die linke Tasche ihrer Weste und holt eine Handvoll Bohnen heraus.
Das ist das Geheimnis meines Glücks und meines Reichtums:
Jeden Tag, wenn ich aufstehe, stecke ich eine Handvoll Bohnen ein – in die linke Tasche. Und jedes Mal, wenn mir etwas gut gefällt und es mein Herz berührt, nehme ich eine Bohne und lege sie in meine rechte Tasche. Zum Beispiel wenn ich mich darüber freue, wie prächtig die Rosen in meinem Garten blühen – eine Bohne in die rechte Tasche. Wenn ein Vogel singt – eine Bohne. Wenn ein Mensch mich freundlich grüßt oder wenn die Sonne meine Haut wärmt – wieder eine Bohne. Am Abend nehme ich all die Bohnen dieses Tages aus meiner rechten Tasche. Ich erinnere mich daran, wie viel Gutes und Schönes ich an diesem Tag erlebt habe und sage Gott „Danke“ dafür. Die Dankbarkeit macht mich reich! … Wartet einen Moment! Ich hole etwas für euch…“
Still und staunend schauen die Kinder der alten Frau nach, die im Haus verschwindet. Die Dankbarkeit macht sie reich?! Mit einem Körbchen voller Bohnen taucht da die Frau schon wieder in der Haustür auf. Jedem Kind hält sie das Körbchen hin und jeder steckt eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Und was tut die Frau, als die Kinder kurze Zeit später fröhlich abmarschieren? Sie nimmt nicht nur eine Bohne sondern sogar zwei aus der linken Tasche und legt sie in die rechte.

Meditative Musik

Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das vergrößert sich!
Wie oft vergessen wir für die Kleinigkeiten im Leben dankbar zu sein. Unsere Aufmerksamkeit lenken wir oft auf die Dinge im Leben, die uns nicht gefallen, die uns stören, die uns schmerzen……so dass wir oft völlig übersehen, wie viel Schönes uns doch täglich widerfährt.
Wir halten die Murmel in der Hand und mit ihr das Bewusstsein, dass wir beschenkt sind, dass es viel Grund zum Danken gibt. Das mag uns Frieden schenken und uns zum Werkzeug des Friedens werden lassen

Stille 3 Min.

Fürbitten:

Voll Vertrauen tragen wir nun unsere Bitten vor Gott und beten:

  • Wir beten zu Dir Herr, für alle Pfleger und Ärzte, die in diesen schweren Tagen für alte und kranke Menschen da sind und sie aufopfernd pflegen. Gott, unser Vater – Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Wir beten zu Dir Herr, dass alle, die auf der Flucht vor dem Elend des Krieges sind, eine neue Heimat finden. Gott, unser Vater – Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Wir beten zu Dir Herr für alle Kinder, die alleine in den Lagern leben, dass sie Menschen finden, die für sie da sind. Gott, unser Vater – Wir bitten dich, erhöre uns. 
  • Wir beten zu Dir Herr, dass wir stark genug sind, für andere Menschen da zu sein, die unsere Hilfe brauchen. Gott unser Vater – Wir bitten dich, erhöre uns. 

Wir glauben daran, dass Gott unsere Bitten hört und dass er da ist für uns. So wollen wir all unser Beten einmünden lassen in das Gebet, dass uns mit den Christen der ganzen Erde verbindet. Wir beten das Vaterunser.

Vater unser…

Segensbitte
Nehmen Sie die Murmel als Erinnerung mit in den Alltag. Sie steht für all das, was uns zufrieden, ja glücklich macht, was dem Leben Sinn verleiht.
Gott, der Herr, schenke uns seinen Frieden. Er lasse unser Herz zufrieden sein. Er lege seinen Frieden auf alle, die krank und bedürftig sind. 
Es segne uns: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen   

Hier endet unsere virtuelle Frühschicht.

Wir wünschen Ihnen allen, dass Sie gesund bleiben und wir bald wieder 
zusammen Gottesdienste feiern können.