Schmuckband Kreuzgang

PFARREIREISE NACH IRLAND

Di 7. Jan 2020
Heidi Holtschneider

Vom 20. bis 26. September waren 25 Teilnehmer der Mühlheimer Pfarreien auf einer Rundreise durch Irland unterwegs. Die Planung und Durchführung lag in den bewährten Händen von Doreen und David Mifsud. Eine Rundreise ist Nichts zum Erholen. Wenn man etwas sehen will, muss man sich bewegen. In unserem Fall hieß das: Drei Hotels in sechs Tagen, d. h. etwas Flexibilität war gefordert.
Eine harmonische Gruppe war unterwegs. Pünktlichkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und das aufeinander zugehen war selbstverständlich.

Wir flogen mit Lufthansa nach Dublin. Dort erwarteten uns unsere Reiseleiterin Gerlinde aus Freiburg, die in Irland lebt und der irische Busfahrer. Beide begleiteten uns während der ganzen Reise, sodass wir z. B. die Regenkleidung im Bus lassen konnten.
Von Dublin aus ging es quer über die ganze Insel, 250 km von Ost nach West. Unser erstes Ziel war Galway, ein hübsches Städtchen am Atlantik. Bei strahlendem Sonnenschein besuchten wir auf dem Weg dorthin die Klosterruinen Clonmacnoise, traumhaft schön am Shannon gelegen. Schon jetzt bekam man einen ersten Eindruck, von der „grünen Insel“. Moore, Torfmoore in denen noch Torf gestochen wird, viele Schafe, dünn besiedelt, fast menschenleer, kleine weiße, maximal 11/2-geschossige Bauernhäuser mit riesigen Rasengrundstücken. Irgendwie beruhigend.
Der nächste Tag brachte uns über den „Wild Atlantic Way“ in den Norden von Galway nach Connemara. Die Landschaft wurde karger je weiter wir nach Norden kamen. Viele, viele Steine, jede noch so kleine Parzelle war von niedrigen Steinwällen umfasst. Hochmoore, einsame Moorseen. Es ist gebirgig hier im Nordwesten, alles ist grün, aber es gibt nur wenige Bäume.

In Kylemore Abbay, einer ehemaligen Internatsschule, wunderschön an einem See in der Einsamkeit gelegen hat Pfr. Kost einen Gottesdienst gehalten. Als Thema wählte er für die ganze Reise St. Patrick, der Nationalheilige Irlands.
Und dann wurde das Wetter irisch: Wind, Nebelschwaden, aufgepeitschter See und Regenschauer. Über kurvige, enge Sträßchen hat uns unser Busfahrer sicher nach Galway zurückgebracht. Dort schien wieder die Sonne. Galway, ist ein typisch irisches Städtchen. Überall finden sich Straßenmusikanten. Junge, freundliche Menschen und jede Menge Pubs mit köstlichem Guinessbier.
Am nächsten Tag war unser Ziel Tralee, 200 km südwestlich von Galway gelegen. Auf kleinsten Sträßchen, immer am Atlantik entlang, erreichten wir die bekannten Cliff‘s of Mocher. Ab hier hatte uns das irische Wetter fest im Griff. Tiefhängende Wolken, Nebelschwaden, Nieselregen, so wie man sich Irland vorstellt. Aber wir alle waren gut ausgerüstet, guter Dinge und es war nicht kalt. In Lahinch, einem kleinen Badeort an der Atlantikküste, schien die Sonne zur Mittagsrast. Wir erlebten Wind, Sonne, Surfer und heftige Wellen beim Spaziergang am Meer. Übrigens habe ich hier in einem kleinen Pub die besten Muscheln meines Lebens gegessen.
In Tralee gab es für uns ein kleines Schmankerl. Wer wollte, konnte abends mit unserer Reiseleiterin Gerlinde in das nationale Simsa Theater gehen, um eine Vorstellung von Riverdance Tänzern zu sehen. Riverdance wird in Irland an Tanzschulen, aber auch in der Schule gelehrt.
Tralee gehört zur Landschaft Kerry. Je weiter wir nach Südwesten kamen, desto weniger karg war die Landschaft. Hier sind gute Böden, Weideland für Rinder (Kerrygold Butter und Sahne mit hohem Fettgehalt).
Was im Norden die Steinwälle waren, sind hier riesige Rhododendron, wild wachsende Fuchsienbüsche und gelber Stechginster. So erlebten wir eine herrliche Rundfahrt (allerdings im Nebel, sodass man die steilen Klippen des Atlantiks nicht sehen konnte) über den „Ring of Kerry“ über „Muchnoss House“, und Killarney zurück nach Tralee.
Am nächsten Tag war unser Ziel Dublin. Eine lange Fahrt von 300 km durch eine leicht hügelige Landschaft, in der viele Rinder weideten.
Ein Zwischenstopp in „Rock Of Cashel, eine weltberühmte gewaltige Anlage auf einem monolithisch emporragenden Felsen gebaut, ist ein Potpourri architektonischer Stile und Epochen. Trotz leichtem Nieselregen war die Stimmung gut. Das Wetter hat uns nicht gestört. Während dem täglichen Mittagsstopp hielt Pfarrer Kost einen Gottesdienst in Kilkenny, einer wunderschönen mittelalterlichen Stadt.
Danach ging es auf die Zielgerade nach Dublin, der Hauptstadt Irlands. Dublin ist eine sehr sympathische Stadt mit einer Universität, dem „Trinity College“ in dem wir das, Book of Kells (eine illustrierte Handschrift aus dem achten Jahrhundert) bewundern konnten.
Der Nachmittag war zur freien Verfügung und so schlenderte jeder auf seine Art und Weise durch die Stadt, vorbei am Denkmal von Molly Malone, einer Fischhändlerin, die im 17. Jahrhundert mit ihrem Karren Muschen verkaufte, zum Temple Bar district, wo abends der Bär steppt, wir aber nachmittags mal wieder einen köstlichen Irish Coffee genossen. Ein Highlight in Dublin war das Abendessen in „The Church“- Cafe, Bar, Restaurant in einer ehemaligen Kirche. Die imposante Orgel ist noch an ihrem Platz, Kirchenbänke wurden durch große Tische ersetzt.
Hier servierte man uns ein supergutes Essen. Das Ambiente und der Service waren hervorragend. Ein Erlebnis! Und obendrein war alles fußläufig von unserem zentral gelegenen Hotel zu erreichen.
Am letzten Tag der Reise hieß es dann auch zum letzten Mal Koffer in den Bus und pünktliche Abfahrt vom Hotel. Da unser Flieger erst gegen 18 Uhr in Richtung Frankfurt startete, konnten wir noch ein Whiskey tasting in Teelings Whiskey Destilleree (irischer Whiskey mit „ey“ bedeutet immer, dass er aus Dublin kommt) machen, bevor wir zu einem kleinen Fischerhafen nahe Dublin aufbrachen, um dort noch einmal den köstlich frischen Fisch zu essen. Danach ging es zum Flughafen und pünktlich gegen 21 Uhr landete unser Flieger in Frankfurt.
Es gäbe noch so viel zu berichten von dieser wunderschönen und sehr interessanten Reise. Pfarrer Kost hat die Eindrücke in einem Vers zusammengefasst: „Ob weite Straßen, ob enge Bordstein, in ein paar Stunden werden wir fort sein. Wir sagen „Danke“ für diese Woche, die Zeit in Irland war wunderbar“. Vier Wochen später schreibe ich diesen Bericht und hole die Zeit zurück. Dem Dank von Pfarrer Kost möchte ich mich anschließen: Es war wunderbar! Menschen zusammenbringen, z. B. durch eine Reise mit christlichen Impulsen, ein Weg, den Glauben zu vertiefen? Das gelingt, davon bin ich überzeugt. Man sollte sich mal darauf einlassen!

Apollo Style Selector