Newsletter der Gemeinden St. Stephan und St. Ignaz

„Die kürzeste Definition von Religion ist Unterbrechung“, so hat es der katholische Theologe Johann Baptist Metz einmal formuliert.

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Sa 21. Mär 2020
Pfarrbüro

Nr. 206  21.03. – 03.04.2020

 

Nicht alles ist abgesagt ...

Sonne ist nicht abgesagt                                 Musik ist nicht abgesagt

Frühling ist nicht abgesagt                              Phantasie ist nicht abgesagt

Beziehungen sind nicht abgesagt                   Freundlichkeit ist nicht abgesagt

Liebe ist nicht abgesagt                                  Gespräche sind nicht abgesagt

Lesen ist nicht abgesagt                                 Hoffnung ist nicht abgesagt

Zuwendung ist nicht abgesagt                        Beten ist nicht abgesagt

 

Ich bin da                                                     

In die Lichtblicke Deiner Hoffnung und in die Schatten Deiner Angst,
in die Enttäuschung Deines Lebens und in das Geschenk Deines Zutrauens
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !

In das Dunkel Deiner Vergangenheit und in das Ungewisse Deiner Zukunft,
in den Segen Deines Wohlwollens und in das Elend Deiner Ohnmacht
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !

In das Spiel Deiner Gefühle und in den Ernst Deiner Gedanken,
in den Reichtum Deines Schweigens und in die Armut Deiner Sprache
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !

In die Fülle Deiner Aufgaben und in Deine leere Geschäftigkeit,
in die Vielzahl Deiner Fähigkeiten und in die Grenzen Deiner Begabung
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !

In das Gelingen Deiner Gespräche und in die Langeweile Deines Betens,
in die Freude Deines Erfolgs und in den Schmerz Deines Versagens
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !

In das Glück Deiner Begegnungen und in die Wunden Deiner Sehnsucht,
in das Wunder Deiner Zuneigung und in das Leid Deiner Ablehnung
lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !

In die Enge Deines Alltags und in die Weite Deiner Träume
und in die Kräfte Deines Herzens lege ich meine Zusage:

ICH BIN DA !

 

Liebe Schwestern und Brüder in St. Ignaz und St. Stephan!

„Die kürzeste Definition von Religion ist Unterbrechung“, so hat es der katholische Theologe Johann Baptist Metz einmal formuliert. Sie stellt infrage, ob alles immer so bleiben muss und alles immer so weitergeht, wie es unser Leben scheinbar alternativlos bestimmt.

In diesen Tagen und in den kommenden Wochen der erzwungenen Ruhe sind wir genau damit konfrontiert:
Wir könnten uns fragen, ob wir so weitermachen wollen, wie bisher.
In unserem eigenen Leben.
Und in unserem Miteinander.
Gutes und Schlechtes bringt die Krise zum Vorschein: Hamsterkäufe, aber auch große Solidarität, Rücksichtnahme und Respekt.

Während wir gehalten sind, nicht eng beieinanderzustehen, scheint ein Gemeinschaftsgefühl zu wachsen, das tiefer reicht als das der Events und der Partys.

Diese besondere Fastenzeit 2020 ist eine Prüfung.
Aber auch eine Chance zur Einkehr, zur Besinnung und zur Umkehr:
Gerade weil die Routinen und Gewohnheiten „unterbrochen“ sind, könnten wir neu entdecken, was Nähe, Fürsorge und Liebe bedeuten.
Und das Vertrauen in Gott, der da ist, gegenwärtig  in unserer Freude und Hoffnung, in Trauer und Angst, erneuern.
Auch wenn wir es vermissen, uns nicht in unseren schönen Kirchen zum Gottesdienst versammeln zu können:
Das Wort, das wir am Beginn der Fastenzeit gehört haben gilt und es kann tragen:

Der Vater, „der im Verborgenen ist“ und „der das Verborgene sieht“ ist da. Er hört das Gebet, das wir für uns und füreinander sprechen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen.

Ihr Pfarrer Stefan Schäfer

 

Gemeinsam den Glauben leben in der Krise

In diesen Zeiten der Krise ist das Gebet besonders wichtig.  Aber auch der Schutz der Menschen, die diesen Schutz besonders brauchen. Deshalb brauchen wir neue Formen des Gemeindelebens.

Gottesdienste

In der Stadt Mainz wurde von Seiten der Behörden ein absolutes und vollumfassendes Versammlungsverbot ausgesprochen. Dies bedeutet, dass alle Gottesdienste ab sofort bis mindestens 19. April abgesagt werden müssen. Dies umfasst daher leider auch die Ostergottesdienste.

Die Ignazkirche bleibt für das persönliche Gebet geöffnet.

St. Stephan ist geschlossen. Die Pankratiuskapelle im Kreuzgang (Zugang über die Stephansstraße) ist geöffnet.

An beiden Gebetsorten liegen Fürbittbücher aus, in die Besucher und Besucherinnen ihre Anliegen schreiben können.

 

Am Sonntag um 11.00h läuten die Glocken der Stephanskirche. Sie laden ein, zwar räumlich getrennt, aber doch miteinander verbunden die Laudes zu beten.

Der Ablauf ist im Gotteslob ab Nr 614 (Seite 734ff) zu finden.

 

„Auf dem Weg mit Papst Franziskus“

Jeden Dienstag veröffentlichen wir einen Impuls für die Fasten-und Osterzeit auf der Homepage von St. Ignaz.

Wir bitten Sie, auf die Fernsehgottesdienste und die Verkündigungssendungen im Radio zurückzugreifen. Im Internet finden Sie laufend aktualisierte Hinweise auf den Homepages des Dekanats Mainz-Stadt und des Bistums Mainz – jeweils auf der der Startseite.

Auch im Gesangbuch „Gotteslob“ finden Sie Anregungen zum persönlichen Gebet und zum Lesen der Bibel.

Lichter der Hoffnung und der Verbundenheit

Ab Montag, 23.3., läuten jeden Abend um 20 Uhr die Glocken von St. Stephan. Sie laden ein, eine Kerze anzuzünden und sie sichtbar auf den Balkon, die Terrasse oder einfach vor die Tür zu stellen. Sie soll ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht, aber auch der Verbundenheit mit denen sein, die jetzt alleine sind, in Sorge um ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Freunde und Angehörigen und mit denen, die in Krankenhäusern aber auch in den Supermärkten und an vielen anderen Orten für die Gemeinschaft da sind. Beim Glockengeläut könnte auch ein Vater unser und ein Gebet für die von der Krise besonders betroffenen Menschen gesprochen werden.

Wenn Sie Hilfe benötigen

z.B. für Einkäufe und Botengänge, melden Sie sich bitte telefonisch im Pfarrbüro von St. Stephan: 06131 231640. Unter dieser Nummer ist auch Pfr. Schäfer erreichbar!