Grußworte von H. Pfarrer Omphalius

............. Und doch: Wir dürfen Gott nicht für Leiderfahrungen zur Verantwortung ziehen, die nicht ER verursacht hat, uns aber an unsere Grenzen stoßen lassen.
Die Weihnachtsbotschaft will ein neues Licht in unsere Fragen bringen, uns einen neuen Weg zeigen und eröffnen. Denn sie ruft uns zu: Gott ist uns Menschen nicht ferngeblieben, sondern ganz nahe gekommen – so nahe, dass er alle Bedingungen des Menschseins mit uns teilt, ja, sich sogar leidvoll von ihnen treffen lässt. Darum sucht er uns in unserem – oft selbst verschuldeten – Elend auf, um uns in Jesus von Mensch zu Mensch bei der Hand zu nehmen. Um uns aufzurichten, uns nicht nur ein neues Sehen, sondern auch ein neues Handeln aufzuzeigen. Denn wenn Gott fortan bei uns ist und bleibt, hat unser Dasein eine neue Qualität erhalten – in der Perspektive wahrer Hoffnung.
Und so können wir nur staunen: Das göttliche Kind, das in der Krippe liegt und zu uns aufschaut, lässt uns unsere Größe erahnen, ja, es schenkt uns sein ganzes Vertrauen. Mehr noch: seine Menschenfreundlichkeit macht uns zu seinen Verbündeten. Das heißt: Wir sind jetzt auf neue Weise in die Verantwortung gestellt und gerufen, Gottes Liebe zu allen zu tragen, die auf vielfache Weise vom Leid dieser Welt getroffen sind. Denn nicht mit Gewalt und Egoismus werden wir das Elend der Welt besiegen, sondern nur in der Kraft jener Liebe, die uns von Gott her in Jesus erreicht. Das ist die froh machende Botschaft der Weihnacht.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit weihnachtlichen Augen viele Menschen in der Nähe oder Ferne entdecken, die Sie aufrichten dürfen – nicht bloß aus eigener Kraft, sondern in der Kraft jener unfassbaren Liebe, die uns im Kind von Betlehem erreicht hat.
Mein besonderer Gruß gilt den Kranken, seelisch Verletzten und Einsamen, den Flüchtlingen und Asylbewerbern, den Neuzugezogenen und Familien und ganz besonders den Kindern, die uns anvertraut sind. Ihnen allen aber wünsche ich noch einen besinnlichen Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein Gottvertrauen voller Zuversicht, wenn wir gemeinsam in ein neues Jahr gehen dürfen.
Es grüßt Sie herzlich, auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Pfarrei. 
Ihr Pfarrer Andreas Omphalius