Schmuckband Kreuzgang

Christusfigur in Radheim restauriert

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Datum:
Fr. 12. März 2021
Von:
CR

Neu erstrahlt die Christusfigur am Kreuz vor der St. Laurentiuskirche in Radheim. Der Restaurator Quentin Saltzmann aus Mosbach restaurierte in Kleinstarbeit die Statue.
Die ca. 1,4 m hohe und 80 kg schwere Christusfigur von 1791 zeigte schwerwiegende Schäden. Neben starken Verschmutzungen durch biogenen Bewuchs wiesen der gesamte Torso und Kopfbereich Aufschieferungen und absandende Bereiche auf. Durch eine Restaurierung in den 60er- bis 70er-Jahren versuchte man diese Probleme durch Verdübelungen des Steins zu korrigieren, konnte aber die strukturellen Schäden nicht aufhalten. Die
Ergänzungen der letzten Restaurierung lagen hohl.
Nach Abnahme der Christusfigur vom Kreuz wurde sie in die Werkstatt verbracht, hierzu wurden die Arme abmontiert. Dabei zeigte sich, dass diese nur mit
dünnen Aluminiumrohren angedübelt waren, die Klebungen waren entfestigt.
Eindringendes Wasser hat den Stein im Bereich der linken Schulter derart geschädigt, dass diese mehrfache Brüche aufwies. Bei der Reinigung zeigte sich, dass der Kopf der Figur nur noch minimale Anbindung zum Torso besaß und neu
angeklebt werden musste.  Die historische Montage über eine Eisenstange im Gesäß der Figur musste neu eingebleit werden, da diese nicht mehr fest genug saß.
Die Eisenteile wurden nach Befund mit Mennige in Leinöl gestrichen.
Die Reinigung der Christusfigur erfolgte mit dem Dampfreiniger und Kompressen ohne Substanzverlust. Nach der Oberflächenreinigung wurden alle gelösten Ergänzungen zurückgearbeitet und ungenaue historische Klebungen gelöst.

Alle Teile wurden in drei Arbeitsgängen mit Steinfestiger gefestigt.
Nach zweiwöchiger Trocknung wurden die Bruchstücke mit Steinkleber verklebt.
Klaffende Risse wurden verdämmt und über Kanülen wurden die Risssysteme mit
Remmers Injektionsharz verpresst. Korrodierte Verdübelungen und Armierungen in den Ergänzungen wurden entfernt und mit Kohlefaserstäben erneuert.
Die großen Fehlstellen am Rücken der Figur wurden mit Sandsteinergänzungsmörtel ergänzt, kleinere Ergänzungen wurden mit einem Mörtel aus Farbsanden und Steinfestiger ergänzt.  Die Köpfe der alten Kreuznägel wurden für die Neumontage der Figur wiederverwendet, hierzu wurden diese von den alten Ankern abgeschnitten und mit einem 8 mm Innengewinde versehen. Als
Kreuznägel wurden bei der neuen Montage M8 V2A-Gewindestäbe in einer Edelstahlhülse verwendet, auf die die alten Nagelköpfe als Muttern
aufgeschraubt wurden. Die Hauptlast der Figur ist mit dem historischen Eisenanker mit einer Keilverbindung am Kreuzschaft befestigt. (CR)

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