Schmuckband Kreuzgang

Predigt zum 3. Ostersonntag

Predigt zum 3. Ostersonntag

Kanzel (c) Tiki Küstenmacher
23.04.2020
Alexander Schulte-Sasse

Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Schwestern und Brüder, das heutige Evangelium berichtet uns von einer besonderen Begegnung des Auferstandenen mit seinen Jüngern am See von Genezareth. Diese Begegnung findet im Rahmen eines Fischfanges statt. Nach den aufregenden Tagen in Jerusalem mit Jesus Christus, beginnt nun der Alltag für die Jünger. Eigentlich erwartet man jetzt, dass die Jünger Jesu jetzt damit beginnen, ihre Ostererfahrungen weiterzugeben. Stattdessen nehmen sie ihre bisherige Arbeit am See Genezareth wieder auf. Das ist für mich ein Geheimnis.

Dennoch ist es interessant, dass der Auferstandene nicht von ihnen loslassen will. Er erscheint Ihnen auch in ihrem Arbeitsalltag. Jesus hat sie als seine Jünger erwählt, damit er sie zu Menschenfischern machen kann (Mt 4,19). Daher versucht er auch, sie durch sein wiederholtes Erscheinen an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Situationen, von seiner Auferstehung von den Toten zu überzeugen.

Die einmalige Erscheinung des Auferstandenen mitten unter Ihnen hätte hochwahrscheinlich noch nicht genügt.

Jesus wollte sicherstellen, dass seine Jünger verstehen und verinnerlichen: es handelt sich hier um etwas Göttliches und Heilsames, das es noch nie vorher gab.

Die Auferstehung von den Toten überspringt jedes Denkvermögen und die Vorstellungskraft der Menschen. Es ist tatsächlich die göttliche Intervention im menschlichen Herzen. Nur wer für den Auferstandenen die Türen seines Herzen weit offenhält, kann in Wirklichkeit den Auferstandenen in seinem Herzen erfahren.

Oft sind Angst, Interessenlosigkeit, Vorurteile, Resignation, falsche Erwartungen die Blockaden, die uns daran hindern, mit offenem Herzen dem Auferstandenen zu begegnen. Diese Erfahrung machen auch die ersten Jünger Jesu. Obwohl Jesus ihnen mehrere Male leibhaftig erschienen ist, können sie ihn nicht sofort erkennen. Die Alltagssorgen und Selbstzentriertheit der Menschen verhindert oft die wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Herrn. Wenn wir aber lernen, den Auferstandenen als unseren Lebensweg zu erkennen und anzuerkennen, dann werden wir in der Lage sein, ein erfolgreiches Leben zu führen.

Wenn wir uns bei unserer täglichen Arbeit nur auf unser eigenes Können verlassen, kommen wir im Leben oft nicht weiter, so wie die „Fischerjünger“ im heutigen Evangelium. Weil sie sich aber auf den Ratschlag von Jesus Christus eingelassen haben, wurden sie zu ihrem großen Erstaunen mit einem reichen Fischfang belohnt.

Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Schwestern und Brüder, wir müssen lernen, uns auf den Auferstandenen einzulassen. Wir müssen lernen mit dem Auferstandenen unser Leben neu zu gestalten. Wenn wir alles allein könnten, hätte Gott nicht Mensch werden müssen. Lasset uns versuchen ihn in unseren Arbeitsalltag mit einzuschließen. Sagen wir ihm Danke für seine Barmherzigkeit, für seine Vergebung und für seine Fürsorge und Großzügigkeit. Jesus Christus ist nie nachtragend. Er ist ein offener Mensch und Gott. Deshalb ergreift er immer wieder die Initiative, zu uns zu kommen, damit wir seine Unterstützung und Gegenwart ganz persönlich erfahren können.

Die unzähligen Erscheinungen des Auferstandenen bei seinen Jüngern vor seiner Himmelfahrt sind für uns echte Beweise an den Auferstandenen zu glauben und zusammen mit ihm ein glückliches und fruchtbringendes Leben zu gestalten. Es lohnt sich an den Auferstandenen zu glauben.