SICH FREIGEHEN

Aussicht auf den Goldberg vom Friedenskreuz_13 02 2021 (c) Regina Adams
Aussicht auf den Goldberg vom Friedenskreuz_13 02 2021
Datum:
So. 21. Feb. 2021
Von:
Regina Adams

Viele machen die Erfahrung, dass sie sich beim Gehen freigehen von Belastungen. Manche gehen nach der Arbeit spazieren, um sich freizu-gehen vom Ärger, den sie mit ihrem Chef hatten, sich freizugehen von Sorgen und Ängsten. Viele werden beim Gehen ruhiger. Sie können alten Ballast loslassen.

Sörgen Kierkegaard, der dänische Religionsphilosoph, meinte einmal, dass er sich jeden Kummer, ja sogar jede Krankheit weggehen könne: „Ich gehe jeden Tag zu meinem Wohlbefinden und entferne mich so von jeder Krankheit. Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen, und ich kenne keinen noch so schweren Kummer, den man nicht weggehen kann.“

Natürlich gibt es Menschen, die beim Wandern ständig über ihre Probleme nachgrübeln. Doch das ist kein wirkliches Wandern. Wandern heißt: Ich überlasse mich ganz dem Gehen. Ich bin im Gehen. Und dann werde ich erfahren, dass ich mich freigehe von allem, was mich bedrückt und bedrängt. Aus: „Der Weg wächst unter Deinen Füßen“ von Anselm Grün

Diesen Text habe ich kürzlich wieder entdeckt, in einem Buch das mir eine gute Freundin für meine erste Pilgerreise einst schenkte. Es muss gar nicht die große Pilgerreise nach Santiago de Compostela sein – mein täglicher Gang mit unserem Hund hat die gleiche Wirkung.

Ich weiß nicht, ob das Gehen jede Krankheit heilen kann, aber ganz sicher kann ich jeden Kummer und Ärger weggehen. Und – das Gehen ist gut für das Wohlbefinden, es stärkt die Bewegungsfähigkeit und das Immunsystem, beugt altersbedingtem Verschleiß vor und hilft gegen Rückenschmerzen. Und das schönste daran:

Es macht unglaublich viel Freude, durch Gottes schöne Schöpfung zu laufen und die Aussicht zu genießen, so wie diese, die ich heute entdeckt habe… hier bei uns in Rheinhessen…