Kath. Pfarreien Herz-Jesu und St. Thomas Morus Obertshausen

100jähriges Pfarrfest Herz Jesu

Zum 100jährigen Bestehen der Herz Jesu Kirche gibt es ein Buch als Festschrift, welches in den Pfarrämtern für 10,00 € erworben werden kann. Darin sind die Geschichte der Kirche und die Kirche selbst dargestellt.

Ausstellung 100 Jahre Herz Jesu Obertshausen im Heimatmuseum

  

 Zur 100 Jahrfeier der Herz Jesu Kirche wurde im Karl-Mayer-Haus (Heimatmuseum) eine Ausstellung mit Requisiten aus der Herz Jesu Kirche zusammengestellt. Hier finden sie eine Bildergalerie dazu. 

Orgelkonzert in Herz Jesu

 

Am 26.5.2012 fand in der Herz Jesu Kirche ein Orgelkonzert statt. Herr Habetin, der als Orgelbauer unsere Orgel wartet, hatte dieses Konzert vorgeschlagen. Dazu wurde als Oganist Professor Jaroslav Tůma (* 1956 in Prag) eingeladen.

 

Jaroslav Tuma

Jaroslav Tuma

Jaroslav Tůma ist ein tschechischer Organist, Cembalist und Pianist. Er schloss das Prager Konservatorium in der Klasse von Professor Jaroslav Vodrážka ab, sowie die Fakultät der Akademie für ausführende Künste bei Professor Milan Šlechta (Orgel) und Professor Zuzana Rùžièková (Cembalo) in Prag. In internationalen Wettbewerben machte er schon früh auf sich aufmerksam.

Zu seinen größten Erfolgen zählen jeweils der 1. Preis bei den Orgel- und Improvisations- Wettbewerben in Nürnberg im Jahre 1980 und in Haarlem 1986. Weiterhin erhielt er Auszeichnungen in Linz 1978, Prager Frühling 1979 und beim Bachwettbewerb in Leipzig 1980. In den Jahren 1990 bis 1993 führte Jaroslav Tůma die gesamten Orgelwerke von Johann Sebastian Bach in 21 Konzerten auf, wofür ihm der Jahrespreis der Stiftung "Tschechischer Musikfond" verliehen wurde. Er tourte durch fast ganz Europa und spielte mehrmals in Amerika, Japan, Singapur und der Mongolei. Die gesamte Sammlung des wohltemperierten Klaviers präsentierte er mehrmals auf dem Clavicord. Die Goldberg-Variationen studierte er zum 250. Bach-Jubiläum ein. Viele CD's mit historischen Orgeln aus Böhmen sowie Bach-CD's produzierte er auf den von ihm beherrschten Instrumenten. Daneben war er für verschiedene TV- und Radio-Aufnahmen aktiv inklusive Features und Abhandlungen über musikalische Themen. Er interessiert sich aber auch für Musik seines Gengres aus allen Epochen, insbesondere auch für böhmische und mährische Kompositionen und Komponisten, sowie Orgeln und Orgelbauer aus diesem Bereich. Improvisationen sind seine Spezialität und er spielt sie jederzeit gerne vor.

Seit 1990 unterrichtet Jaroslav Tůma an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag. Er hat auf der Orgel der Herz Jesu Kirche folgendes Programm gespielt:

Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Preludium und Fuge E-Moll BWV 548
Choralbearbeitung "Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 662
Triosonate Nr. 6 BWV 530 Allegro - Andante - Allegro

Jan Kritel Kuchar (1751-1829):
Phantasie D-Moll

Anonymus aus Mähren (18. Jhd.)
Hanakische Tänze - Suita

Leon Boellmann (1862-1897):
Toccata aus der Gotischen Suite

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):
Fantasie KV 608 f-Moll für die mechanische Orgel

Jaroslav Tůma (1956)
Improvisationen

 

Prof. Jaroslav Tuma an der Orgel der Herz Jesu Kirche

 

Die drei Stücke von Bach sind absolute Bravourstücke und nur von bestens geübten Musikern spielbar. Die Stücke wurden wohltuend in einem angemessenen Tempo und ohne modernisierende Attribute vorgetragen. Bach hat ja keinerlei Spielweisen vorgeschrieben. Deshalb gibt es sehr unterschiedliche Ansichten darüber.

Leider kennen wir hier die tschechischen Komponisten weniger, außer Dvorak, Janacek und Smetana. Da ist die Gelegenheit, tschechische Komponisten kennen zu lernen, von Vorteil. Kuchars Phantasie in d-Moll ist durchaus hörenswert. Gespickt mit vielen Stellen in piano und forte ist sie bestens geeignet, die Register der Orgel durchzuspielen und die Möglichkeiten der Registrierungen vorzuführen. Hier war es ein Genuß.

Die hanakischen Tänze sind Volksmusik auf die Orgel umgeschrieben. In der "Moldau" oder "Mein Vaterland" hat Friedrich Smetana Volksmusik in symphonischen Werken benutzt. Der Anonymus hat dies aber offensichtlich bewußt für die Orgel geschrieben. Jedenfalls gelang es dem Vortragenden Drehleier, Dudelsack und andere Volksinstrumente erklingen zu lassen, als wären sie in der Orgel eingebaut.

Leon Boellmann stammt aus dem Oberelsass. Er war Kantor und „organiste titulaire“ der Hauptorgel von St-Vincent-de-Paul de Paris und schrieb Werke für Orgel und Klavier, symphonische Werke, Lieder, Kammermusik, Chorwerke und eine Oper. Die Suite gothique ist eines der meistgespielten Stücke von ihm. Er hat es in einer Zeit geschrieben, in der man sich auf alte Werte zurückbesann: Bei Boellmann auf die Gotik und in Obertshausen auf den Neobarock der Herz Jesu Kirche und dessen Pfarrhaus. Das Musikstück selbst ist allerdings modernisierte Gotik und nimmt die Möglichkeiten der Orgel sehr in Beschlag.

W. A. Mozarts schrieb die Fantasie F-Moll für eine mechanische Orgel. Das Werk erschien 1791 und könnte wegen der hohen Nummer des Köchelverzeichnisses ein Alterswerk sein, obwohl Mozart ja kein hohes Alter erreichte. Mechanische Orgeln sind recht einfach gebaut, müssen aber auf Fingersätze keine Rücksicht nehmen. Minimalistische Registrierung erlaubt es den flötenhaften Charakter einer Spieluhr nachzuahmen, was Herrn Tuma auch gelang.

Zum Abschluß spielte Prof. Tuma eine seiner Improvisationen, die noch einmal die Fähigkeiten der Orgel betonten. Der Gesamtvortrag wurde mit einer Standing Ovation belohnt in einer wohl wegen des Feiertags und der Ferien halb gefüllten Kirche. Die Veranstaltung hätte eine größere Zuhörerzahl vertragen können. Zum Abschluß stimmte Prof. Tuma das Te Deum "Großer Gott wir loben dich" auf der Orgel unter Mitwirkung der Anwesenden an.

 

Zeltaufbau im Pfarrgarten für das Pfarrfest

Für das Pfarrfest ist wie jedes Jahr ein Zelt notwendig. den Aufbau können sie sich hier anschauen.

 

Feierliches Pontifikalamt mit seiner Eminenz Bischof Karl Kardinal Lehmann

 

(100 Jahre Herz Jesu Pontifikalamt (52).jpg; 163 kB)

 

Am Freitag 15.6.2012 wurde die Herz Jesu Kirche 100 Jahre alt. Am Samstag den 15.6.1912 wurde die Kirche von dem damaligen Bischof von Mainz Georg Heinrich Maria Kirstein geweiht. Das Besondere an dem Geburtstag ist, dass der Termin auf das Herz Jesu Fest fällt. Das ist gewissermaßen eine Fügung, wie Pfarrer Hofmann meint und unserem gregorianischen Kalender zu verdanken. Insbesondere freute es die Gemeinde, dass Bischof Lehmann sein Kommen zugesagt hatte. Er kam direkt von einer Versammlung in Bonn und, wie er sagte, freue er sich wegen der regen Beteiligung und der Schönheit der gesamten Zeremonie.

Nach dem Pontifikalamt fand im Pfarrgarten ein Agapemahl statt. Kardinal Lehmann ließ es sich trotz seiner momentanen Behinderung nicht nehmen wenigstens kurz dort zu erscheinen.