Kath. Pfarreien Herz-Jesu und St. Thomas Morus Obertshausen

Fenster von Herz Jesu

Oberlichter Mittelschiff ; Fenster Hl. Michael ; Immaculata Coneptio ; Hl. Anna ; Hl. Aloisius ; Schutzengel ; Hl. Elisabeth ; Hl. Martin ; Hl. Petrus ; Hl. Cäcilia ; Herz-Jesu ; Lamm Gottes ; Oberlichter Türen

Der Kunststil der Herz Jesu Kirche ist nicht einheitlich, dass liegt an der Planungs- und Bauzeit der Kirche. Die Planungen erfolgten in der Zeit des Neobarock (Historismus) und der Bau in der Zeit des Jugendstils. Folglich ist der Baukörper der Kirche Neobarock, die Ausstattung aber im Jugendstil. Zur Ausstattung gehören die Fenster. Sie erscheinen in reinem Jugendstil  lediglich die dargestellten Personen werden mit wallenden Gewändern und viel Schmuck gezeigt. Die Farbgebung und die Gesichter (typisch ernster Blick) könnten dem sog. Nazarenerstil zugeordnet werden (wie auch der Kreuzweg), dies tritt bei den Fenstern aber nicht zu deutlich hervor, die barocken Formen findet man durchaus auch im Jugendstil. Der Baukörper ist architektonisch in der Form einer Basilika (griechisch:Königshalle) ausgeführt, (Wikipedia):

"Architektonisch definiert, ist eine Basilika eine Kirche, deren Innenraum durch Säulen- oder Pfeilerreihen in drei oder mehr (meist ungeradzahlige) Längsschiffe geteilt ist, deren mittleres deutlich höher ist als die seitlichen, so dass im Mittelschiff eine hochgelegene Fensterzone entsteht, der Obergaden oder Lichtgaden (d. h. Mauerwerk mit Fenstern, das von den Stützenreihen getragen wird). Das Dach der Kirche besteht aus einem Mittelteil mit dem Dachfirst und Seitenteilen über den Seitenschiffen. Mehrere große Basiliken haben fünf statt drei Langschiffe, so dass sich dem höheren Mittelschiff auf jeder Seite zwei niedrigere Seitenschiffe anreihen."

Dies muss aber deutlich von dem Ehrentitel Basilika (Basilika Minor/Major) abgesetzt werden, der nur bestimmten Kirchen von Rom verliehen wird. Der (architektonische) Begriff Basilika Herz Jesu ist also durchaus gerechtfertigt.

 

Fenster in Herz Jesu Mittelschiff Oberlichter

Diese Fenster dienen lediglich zur Erhellung des Innenraums und sind fast gleich gestaltet und sind reiner Jugendstil. Der Fensteroberrand ist zwar barock geschwungen, aber das findet man im Jugendstil durchaus. Der Fensterrahmen ist durch einen Scheinrahmen im Fensterglas verstärkt; die Funktion des Rahmens wird also besonders betont. Im Fenster ist scheinbar ein zweites Fenster eingelassen mit einer Art Wappenschild oben mit den Chi-Rho-Zeichen (griechisch Christos), dem IHS-Zeichen (Kurzform des Griechischen ΙΗΣ(ΟΥΣ)=Jesus auch als Jesum Habemus Socium= "Wir haben Jesus als Gefährten" bei den Jesuiten) oder den JJR (Jesus Judaorum Rex=Jesus König der Juden) und einem jugendstil-typischen floralen Behang in etwas geschwungener Form. Jedes Fenster wurde von Bürgern in Obertshausen gestiftet, was in einer Fensterscheibe (unten Mitte) dokumentiert ist. Hier verwende ich die Familiennamen zur Unterscheidung, da es sonst kaum individuelle Merkmale gibt:

Alt-Bürgermeister Becker

Familie Alt-Bürgermeister Becker

Familie Alt-Bürgermeister Becker:

 Dieses Fenster hat die mehr geschwungenen Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das Chi-Rho-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Altbbrgmstr. Becker" 

Familie Michael Bauer

Familie Michael Bauer

 

Familie Michael Bauer:

 Dieses Fenster hat die mehr geraden Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das Chi-Rho-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Mich. Bauer" (Klappfenster rechts unten).

Familie Adam Becker II

Familie Adam Becker II

Familie Adam Becker II:

Dieses Fenster hat die mehr geraden Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das Chi-Rho-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Adam Becker"

Familie Adam Döbert

Familie Adam Döbert

Familie Adam Döbert:

Dieses Fenster hat die mehr geraden Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das JJR-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Adam Döbert"

Familie Jakob Hindelang

Familie Jakob Hindelang

Familie Jakob Hindelang:

Dieses Fenster hat die mehr geschwungenen Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das JHS-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Jakob Hindelang" (Klappfenster links unten)

Familie Nikolaus Komo

Familie Nikolaus Komo

Familie Nikolaus Komo:

Dieses Fenster hat die mehr geschwungenen Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das JJR-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Nikolaus Komo"

Famile Adam Kühlmaier

Familie Adam Kühlmaier

© Horst Kunisch

Familie August Kühlmaier:

Dieses Fenster hat die mehr geraden Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das JHS-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Adam Döbert"

Familie Wilhelm August Kuhn

Familie Wilhelm August Kuhn

Familie Wilhelm August Kuhn:

Dieses Fenster hat die mehr geschwungenen Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das JJR-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Wilh. Aug. Kuhn"

Familie Peter Wilhelm

Familie Peter Wilhelm

Familie Peter Wilhelm:

Dieses Fenster hat die mehr geraden Scheinrahmenstrukturen. Das Wappen benutzt das Chi-Rho-Zeichen. Die Widmung ist "Gestiftet von Familie Peter Wilhelm"

Johannes Lötz 6.6.2012

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Fenster Hl. Michael (Mittelschiff links 3. Fenster von vorne)

St. Michael

St. Michael

Der Hl. Michael ist hier mit einem Flammenschwert und einer Waage dargestellt. Das Flammenschwert weist auf die Vertreibung aus dem Paradies hin, dessen Eingang nach der Vertreibung durch die Engel verschlossen wurde, indem sie sich mit flammenden Schwertern davor postierten. Das Schwert ist aber auch ein Zeichen der Macht. Michael vom Wort her aus dem Hebräischen heißt: "Wer ist wie Gott". Es handelt sich bei Michael um den Erzengel, den führenden Engel. Dies zeigt auch der zweite Gegenstand in der linken Hand, die Waage. Das ist die Waage des letzten Gerichts, auf der die guten und schlechten Taten gegeneinander aufgewogen werden. Damit steht Michael auch für den Anfang und das Ende in der religiösen Weltsicht, die Kontinuität und Macht der Kirche. Der ausdruckslose aber ernste Ausdruck des Gesichts ist ein typisches Zeichen für den Nazarenerstil, der neben diesem Merkmal noch pastellähnliche Farben benutzte, die bei Fenstern aber schwer zu produzieren sind. Die floralen Schmuckelemente lassen dieses Fenster aber als jugendstilhaft erkennen. Links unten ist die Widmung dokumentiert: "Gestiftet vom Kath. Männerverein". Das Mittelfeld links ist ein Klappfenster.

Johannes Lötz 7.6.2012

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Fenster Herz Jesu Immaculata Conceptio (Mittelschiff Rechts 1. Fenster von vorne)

Immaculata Conceptio

Immaculata Conceptio

Dieses Fenster ist der Jungfrau Maria gewidmet. In einem riesigen Strauß von Lilienblüten, den Blumen der Unschuld, steht Maria in einer Gebetshaltung. Über Ihr schweben zwei Füllhörner, ein Zeichen für die andauernde Befriedigung der Bedürfnisse, hier als die unendliche Fülle des Hl. Geistes zu verstehen. Unbefleckte Empfängnis ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Immaculata Conceptio und wird häufig total missinterpretiert. Die Jungfräulichkeit wird so als der Zustand des Unbefleckt-Seins bezeichnet. Das ist aber nicht der Fall. Conceptio ist medizinisch gesehen die Befruchtung eines Eies. Bei Maria war dieses aber biologisch außer Kraft gesetzt, da sie jungfräulich blieb. Sie hatte vom Hl. Geist empfangen. Dies konnte also nur durch die Kraft Gottes bewirkt werden.

'Unbefleckt' bezieht sich lediglich auf die Erbsünde und Maria war ohne diese geboren, also seit dem Beginn ihres Lebens. Sie wurde von der Mutter Anna und dem Hl. Joachim auf natürlichem Wege gezeugt und geboren, allerdings ohne die Erbsünde. Das Fest der Unbefleckten Empfängnis begehen wir am 8. Dezember als "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria", was mir die treffendste Beschreibung dieses Vorgangs erscheint. Folglich feiert die Kirche die Geburt Mariens am 8. September, also 9 Monate nach der Empfängnis, medizinisch korrekt.

Möglicherweise ist dieses Bild auch durch die Erscheinungen in Lourdes beeinflußt. Dort stellte sich 1858 die Marienerscheinung mit der Bezeichnung "Immaculata Conceptio" vor, ein Begriff, der der Seherin Bernadette Soubirous vollkommen unbekannt war, aber durch das Dogma kurz vorher definiert. Dieses Fenster zeigt eine Maria mit ausgebreiteten Armen, so wie Bernadette die Darstellung bevorzugte. Die gängige Darstellung der Maria mit Rosenkranz und himmelwärts gerichtetem Gesicht lehnte sie dagegen zeitlebens ab. Häufig sind noch die Attribute der Weltkugel und der von Maria zertretenen Schlange zu sehen, die hier auch fehlen, Attribute, die die Stellung Mariens bestimmen. 

Man beachte die Gesichter Mariens und der Putten rechts und links, mit einem starren Ausdruck, ein Zeichen des Nazarenerstils. Ansonsten quillt das Bild von floralen Elementen über, ein Zeichen des Jugendstils. Das linke Mittelteil ist ein Klappfenster und enthält in einem Scherben die Widmung: "Gestiftet von der Jungfrauenkongregation".

 Johannes Lötz 6.6.2012

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Fenster von Herz Jesu Hl. Anna (Mittelschiff Rechts 2. Fenster von vorne)

 

Hl. Anna

Hl. Anna

Die Hl. Anna ist zwar den Christen als Mutter Mariens bekannt, man findet aber in der Bibel kein Wort über diese Heilige. Das ist auch kein Wunder, da sie lediglich in den apokryphen Schriften  erwähnt wird, die seit Konstantin nicht mehr zum Kanon der Bibel gehören. Danach war Anna mit dem Hl. Joachim verheiratet. 20 Jahre blieb diese Ehe ohne Kinder. Joachim war sehr reich, aber nicht glücklich, da er keine Nachkommen bekam. So ging er für 40 Tage in die Wüste um zu fasten und zu beten.

Gleichzeitig trauerte Mutter Anna wegen ihrer Unfruchtbarkeit und begann zu klagen und zu beten. Da kam der Engel des Herrn und verkündete ihr die Empfängnis und Geburt eines Kindes. Anna war so erfreut, dass sie versprach, das Kind dem Herrn zu weihen. Joachim erfuhr auf die gleiche Weise von der nahenden Geburt und suchte sogleich zehn Lämmer, zwölf Kälber und hundert Ziegenböcke für ein Opfer. Sie bekamen ein Mädchen, Maria.

Als Maria 3 Jahre alt war, brachten ihre Eltern das Kind in den Tempel. Dort setzten sie sie auf die Stufen des Altars und sie begann zu tanzen. Da sahen ihre Elten, dass Maria den Tempel mochte. Voll Freude verließen beide den Tempel und ließen Maria im Tempel zurück, wo sie in der Obhut des Tempels blieb. Dies ist als Maria Opferung oder Maria Darstellung ein großes Fest der orthodoxen Kirche und wird vom 21. bis 25. November gefeiert. Die katholische Kirche gedenkt diesem Ereignis am 21. November.

Die Darstellung betrifft alle Erstlingsgeburten der Juden, die als besonderes Opfer Gott dargestellt werden müssen. In Ex 13,2 steht der Wunsch Gottes:

Heilige mir alle Erstgeburt bei den Israeliten; alles, was zuerst den Mutterschoß durchbricht bei Mensch und Vieh, das ist mein.

Jede Erstgeburt ist Gott zu weihen, was mit der Darstellung im Tempel stattfindet. Maria galt als besonderer Fall, sie wurde Gott ganz 'geopfert', und den Tempeldienern übergeben, die damit für ihr weiteres Leben aufkommen mussten. Offensichtlich hatten Tempeldienerinnen die Aufgabe, die mehr weiblichen Arbeiten im Tempel zu übernehmen. In dem Text zum Protevangelium nähte Maria einen Vorhang für den Tempel aus den kostbarsten Stoffen.

Als Maria zwölf Jahren im Tempel war, fürchteten die Priester, dass sie den Tempel verunreinigen könnte (durch die einsetzende Menstruation). Frauen gelten bei den Juden dann für eine gewisse Zeit als unrein. So wollten sie Maria einem Mann zuführen. Durch ein göttliches Zeichen wurde der Zimmermann Joseph ausgewählt. Der sagte aber er habe schon Söhne und sei alt. Doch die Priester redeten ihm zu, nicht gegen den Willen Gottes zu handeln. Ab diesem Zeitpunkt kennen wir den Rest der Geschichte von Maria aus dem Neuen Testament.

Alles was mit der Geburt Marias zu tun hatte, lief vollkommen natürlich ab. Biologisch waren Joachim und Anna ihre Eltern. Lediglich den Zustand der Erbsünde bekam Maria durch die Gnade Gottes nicht mit (Immaculata).

Das Bild zeigt eine schon recht betagte Frau mit fast verhärmten Zügen. Als Großmutter von Jesus stellt man sich schließlich eine ältere Frau vor. Sie hält ein Buch in der Hand. Dieses Buch ist ein Symbol für die Weisheit. Sie steht in einer mit floralen Elementen belegten Hütte, umgeben von vier Putten.

Rechts unten findet sich die Widmung: "Gestiftet von dem Verein der christlichen Mütter".

Vermerk: In Rembrücken gibt es die Kirche Mariä Opferung. Ich habe mal herumgefragt, ob man mit dem Begriff Maria Opferung etwas anfangen könne. Den Begriff kannte fast keiner. 1371 wurde dieser Feiertag von Papst Gregor XI. festgelegt. Im Dekret Lumen Gentium des 2. Vatikanums wird Maria ein eigenes Kapitel gewidmet.

Johannes Lötz 7.6.2012

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Fenster Herz Jesu Kirche Hl. Aloisius (Mittelschiff links 2. Fenster von vorne)

 

Hl. Aloisius

Hl. Aloisius

Aus der Kurzgeschichte "Ein Münchener im Himmel" ist uns der Name Aloisius bekannt. Wie er da grantelnd über die Politik und den Glauben herfährt, ist einfach gekonnt, wenn das auch von Ludwig Thoma geschrieben wurde. Der Hl. Aloisius war da aber ganz anders.

Aloisius von Gonzaga (* 9. März 1568 in Castiglione delle Stiviere (bei Mantua, Norditalien); † 21. Juni 1591 in Rom; eigentlich Luigi Gonzaga) war Jesuit und gehört zu den in jungen Jahren gestorbenen Heiligen. Schon frühzeitig zeigte er einen ausgesprochenen Hang zur Religion. Als Erstgeborener war ihm das väterliche Erbe von Castillione sicher. Trotzdem zog es ihn in die geistliche Laufbahn. Mit zehn Jahren legte er das Gelübde der Jungfräulichkeit ab. Er verzichtete zugunsten seines Bruders auf das Erbe und trat ein theologisches Studium bei den neugegründeten Jesuiten an.

Insbesondere die Hilfe für Arme und Kranke lag ihm am Herzen, was auch seinen frühen Tod verursachte. Er steckte sich mit der Pest an und starb daran als dreiundzwanzigjähriger. 1605 wurde er seliggesprochen und 1726 auch heiliggesprochen.

Er war schon immer der Schutzheilige der Pestopfer, heute wollen viele das auch auf AIDS ausgedehnt haben. Bei Augenleiden und sexuellen Anfechtungen wird er angerufen.

Wie in diesem Bild wird er als junger Mensch mit schwarzer Soutane und Chorhemd (hier eher ein Rochett) dargestellt. Der Strauß Lilien, in dem er steht, sind ein Hinweis auf das Gelübde der Jungfräulichkeit (Lilie gleich Blume der Reinheit). Das Kreuz in seinen Händen zeigt die Gläubigkeit an Christus bis in den Tod. Über ihm schweben zwei Füllhörner als Zeichen der besonderen Gnade Gottes durch den Hl. Geist.

Links in einem Scherben steht die Widmung: "Gestiftet von dem katholischen Jugendverein"

Johannes Lötz 7.6.2012

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Schutzengel (Mittelschiff links 1. Fenster von vorne)

Schutzengel

Schutzengel

Dieses Fenster zeigt ein kleines Kind mit bittenden oder betenden Händen. Vor dem Kind im Weg herabgeduckt liegt ein Drache, das Sinnbild des Teufels oder des Bösen. Aber dem Kind steht sein Schutzengel zur Seite mit der linken Hand ein Schild haltend, welches das Kind schützt, und mit dem Zeigefinger der rechten Hand zum Himmel weisend. Das Ganze in seiner Schlichtheit nicht zu unterbietende Bild ist wiederum eingerahmt von typischen Jugendstilelementen auf floraler Basis.

Rechts unten ist die Widmung auf einem Glasscherben: "Gestiftet von Kunstlehrer Quirin".

Johannes Lötz 7.6.2012

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Heilige Elisabeth (Mittelschiff Rechts 3. Fenster von vorne)

 

Heilige Elisabeth

Heilige Elisabeth

Die Hl. Elisabeth wird hier mit einem Tuch dargestellt, in dem rote Rosen liegen. Dies bezieht sich auf ein Wunder, welches der Hl. Elisabeth zugeschrieben wird. Sie hatte viel Mitleid mit den Armen und Kranken und nahm vom Vermögen viel Geld um zu helfen. Ihr Mann war eher ein Machtpolitiker, duldete aber ihr Tun. Nur manchmal empfand er Unmut, wenn die Hilfe doch merkbar wuchs. Bei einer solchen Gelegenheit verbat er Elisabeth das Austeilen von Brot. Sie ging dennoch zu den Armen und versteckte das Brot unter dem Tuch. Ihr Mann aber folgte ihr und stellte sie. Sie musste das Tuch öffnen und da waren statt des Brotes nur lauter Rosen zu sehen.

Genau dieser Moment wird hier dargestellt. Ansonsten sind keine weiteren Merkmale dargestellt. Die Widmung unten links lautet:" Gestiftet von Familie Bürgermeister Kämmerer"

Johannes Lötz 7.6.2012

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Hl. Martin

Hl. Martin

Hl. Martin

Der Hl. Martin war als Sohn eines römischen Militärtribuns in Ungarn geboren und diente zunächst als Soldat. Schon frühzeitig kam er mit dem Christentum in Kontakt. Mit 18 wurde er in Poitier getauft. Er leistete weiter seinen Militärdienst, wurde diesem aber überdrüssig und erklärte, dass er nicht mehr miles Caesaris sei, sondern miles Christi. Der Wunsch das Militär zu verlassen wurde ihm aber verweigert. Erst nach 25 Jahren Militärdienst wurde sein Wunsch erfüllt.

Er versuchte zunächst ein Einsiedlerleben zu führen, hatte aber bald so viele Anhänger, dass er zu seiner Mutter nach Ungarn zog. Diese konnte er von seinem Glauben überzeugen und taufen.

Bald zog es ihn aber wieder nach Frankreich und er gründete dort einige Klöster. Schnell wurde er als Wunderheiler und Nothelfer bekannt. In Tour wurde er Bischof und gründete viele Pfarreien insbesondere auf dem Land.

Er half vielen Menschen aus der Not. So gründete sich auch die Legende von der Mantelteilung. Auf der Rückkehr von einem Ritt begegnete er einem nackten und frierenden Bettler vor den Toren von Amiens. Kurzerhand nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile und gab einen Teil dem Bettler. Nachts erschien ihm im Traum Christus mit seinem halben Mantel bekleidet.

Als er in Tour zum Bischof gemacht werden sollte, versteckte er sich in einem Gänsestall. Er fühlte sich nicht würdig genug, dieses Amt zu bekleiden. Die Gänse, ob des ungewöhnlichen Stallbenutzers verstört, fingen an laut zu schnattern. So gelang es den Bürgern von Tour, ihn ausfindig zu machen. Die Gänse müssen deshalb noch heute am Martinstag leiden.

Hier wird Martin als Bischof im vollen Ornat gezeigt, mit einem Buch in der linken Hand, ein Symbol für die Weisheit.

Die Widmung rechts unten lautet: "Gestiftet von dem katholischen Volksverein".

Johannes Lötz 7.6.2012

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Hl. Petrus (Mittelschiff links 4. Fenster von vorne)

 

St. Petrus

St. Petrus

Petrus vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Als einfacher Fischer geboren und von Jesus als Jünger berufen, stellte er sicherlich sein Leben auf den Kopf. Alle Höhen und Tiefen der Nachfolge Christi musste er kennenlernen. Eigentlich hieß er ja Simon und bekam seinen Namen Petrus als er die Nachfolge Christi auf Erden als erster Papst antreten sollte. "Du bist Petrus (griechisch der Fels) und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen." So sagte Jesus zu ihm.

Hier wird Petrus mit dem Schlüssel dargestellt. Der Schlüssel ist das Sinnbild für die Hausgewalt. Bei Gefahr wird er benutzt, um das Böse von Haus fernzuhalten indem es ausgesperrt wird. Die Gewalt wird nicht benutzt um zu kämpfen. Die rechte Hand ist zwar in der Pose ein Schwert zu halten, ist aber leer. "Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert benutzt, der wird durch das Schwert umkommen" waren die Worte Jesus im Öl-Garten. Die Handhaltung könnte auch ein Mea Culpa ausdrücken, ein Hinweis auf die Verleumndung Jesu.

Links unten ist der Scherben mit der Widmung: "Gespendet von Familie Andreas Döbert".

Johannes Lötz 7.6.2012

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Hl. Cäcilia

Hl. Cäcilia

Hl. Cäcilia

Die Hl. Cäcilia ist die Patronin der Musik. Dargestellt wird sie mit den Attributen Orgel oder Geige, Schwert als Zeichen des Martyriums und Rose. Der Legende nach hat sich Cäcilia dem Herrn versprochen, wollte damit ein jungfräuliches Leben führen. Ihre Eltern verheirateten sie aber mit einem heidnischen Jüngling, mit dem sie aber eine Josephsehe (Ehe ohne Vollzug) führte. Sie bekehrte ihren Mann und dessen Bruder zum Christentum, obwohl zu der Zeit die Christen verfolgt wurden (200-230 N.Chr.). Prompt wurden ihr Mann und dessen Bruder bei der Bestattung hingerichteter Christen erwischt und selber hingerichtet. Bei der Verfolgung der Angehörigen kam auch Cäcilia in die Mühlen des Gerichts. Man tauchte sie in kochendes Wasser, was sie aber überlebte. Dann versuchte der Henker sie zu köpfen, was auch nicht gelang. An den schweren Verwundungen starb sie drei Tage später, in denen sie ihr Vermögen unter den Armen verteilte.

Mit voller Absicht hat man dieses Motiv der Cäcilia für das Fenster oberhalb der Orgelbühne also direkt bei der Orgel ausgewählt. Die Attribute der Orgel und der Rosen in Andeutung bei den floralen Verzierungen sind zu erkennen. Cäcilia selbst sitzt in voller Ausübung des Organistenamtes an der Orgel (Portativ, einhändig gespielt, der Organist muß mit der linken Hand den Blasebalg betätigen). Auf dem Schild über Cäcilia steht: "Cantibus organis Caecilia virgo in corde suo decantabat" (im gemeinsamen Gesang hat sich die Jungfrau Cäcilia in sein Herz gesungen). Das organis wurde fälschlicherweise mit dem Wort Orgel übersetzt, so bekam Cäcilia schon frühzeitig die Orgel als Attribut. Die Widmung lautet: "Gestiftet von Familie Anton Roth".

Aus denkmalschutztechnischen Gründen musste die Orgel so konstruiert werden, dass dieses Fensterbild weiter sichtbar blieb. Von der Orgel selbst sieht man um das Bild herum das Oberwerk mit den mächtigen Basspfeifen in den Außentürmen. Unter diesem Oberwerk befindet sich das Schwellwerk in einem Kasten, welcher durch Jalousien über ein Pedal geöffnet werden kann (piano/forte). Im Vordergrund ist das Rückpositiv zu sehen. Zwischen Rückpositiv und Schwellwerk steht der Spieltisch der Orgel. Unter den Basstürmen hängt rechts und links ein Spiegel; damit kann der Organist den Altarraum einsehen, ohne seinen Platz zu verlassen.

Johannes Lötz 7.6.2012

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Herz Jesu (Apsis links)

Herz Jesu

Herz Jesu

In Chorraum links findet man dieses Fenster mit der Darstellung des Herzens Jesus. Die Kirche ist ja diesem Herzen gewidmet. Über einer Wolke als Zeichen des Himmels, der Ort an dem das Herz zu finden ist, strahlt eine Sonne oder auch eine goldene Kugel, die ein Sinnbild für die Dreifaltigkeit ist. Davor ist das Herz Jesu zu erkennen mit einem Kreuz, einer Leiter, einer Lanze und einem Stecken mit einem Schwamm. Um das Herz ist eine Dornenkrone gewunden, und aus dem Herz züngelt eine Flamme, aus der ein Kreuz hervortritt. Das Herz ist links durchstochen. 

Das zielt direkt auf den Karfreitag, den Todestag Jesus. Das Kreuz ist das Werkzeug des Todes. Die Leiter wurde zur Kreuzigung verwendet. Der Stecken mit dem Schwamm diente zur Tränkung der Gekreuzigten, mit Essig und Galle getränkt, wurde der Durst noch verstärkt. Die Lanze wurde nach dem Tod zur Prüfung des Todes eingesetzt, wenn der Delinquent frühzeitig starb; dann war die Lunge ödemartig mit Wasser gefüllt, was nach einem Stich in die Lunge austrat. Da hier das Herz den Körper Jesus ersetzt, ist dieser Stich an entsprechender Stelle zu sehen. Wenn der Delinquent noch lebte, wurde ihm mittels Eisenstangen sämtliche Knochen gebrochen, bis er starb. Letzteres geschah mit den beiden Mitdelinquenten Jesus.

Die Flamme symbolisiert die Liebe Gottes und das Kreuzzeichen symbolisiert die Auferstehung Jesus am Ostertag und die Verbreitung der christlichen Idee unter dem Kreuzzeichen in aller Welt.

Die Widmung unten rechts lautet: "Gestiftet von Familie Christian Ott 1912".

Johannes Lötz 7.6.2012

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Lamm Gottes (Apsis rechts)

Lamm Gottes

Lamm Gottes

Das Fensterbild wiederholt das Motiv des gegenüberliegenden Bildes bezüglich der Wolke und der Sonne. Es weist also wieder auf den Himmel und die Dreifaltigkeit. Hier ist aber ein Buch mit 7 Siegeln zu sehen, auf dem ein Lamm mit einer Fahnenstange und einer weißen Fahne mit einem Roten Kreuz liegt.

Dies weist direkt auf die Offenbarung des Johannes hin (Offb 4.1-5.14 ff). Das Buch mit den Siegeln kann nur von dem Lamm geöffnet werden; das Lamm ist das Symbol für Jesus, der geopfert wurde zur Erlösung der Menschen. In einer apokalyptischen Schau wird in der Folge dargestellt, was durch das Erbrechen der Siegel geschieht. Inwieweit diese Offenbarung Johannes einen realen künftigen Vorgang beschreibt oder eher eine Apokalypse im Rahmen der alttestamentarischen Tradition ist, kann nicht entschieden werden. Die Offenbarung (oder Apokalypse) des Johannes ist leider keine leichte Nachtlektüre. Im Kommentar dazu in der Einheitsbibel fand ich dazu folgendes: "Als Zeugnis des unerschütterlichen Glaubens an den Sieg Christi und seiner Getreuen ist diese einzige prophetische Schrift des neuen Testaments das große Trost- und Mahnbuch der Kirche geworden." Wenn man also das Fenster mit dem Herzen Jesu als Sieg über den Tod und die Erlösung nimmt, zeigt dieses Bild den Sieg des Christentums am Ende der Welt.

Bischof Kirstein

Bischof Kirstein

 

Wappen von Bischof Kirstein

Wappen von Bischof Kirstein

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Oberlichter Türen

 

Tür Rechts

Tür Rechts

Die Kirche kann von vorne durch 3 Portale betreten werden. Die Portale haben Oberlichter, die im rechten, wie im linken identisch sind. Hier zeigen wir nur eines. Die Ornamente sind schlicht gehalten, aber unverkennbar im Jugendstil.

Das Hauptportal zeigt ein Emblem mit einem Kreuz und einem Herzen umrankt von einem floralen Motiv, ein dezenter Hinweis auf den Namen der Kirche.  

 

Mitteltür

Mitteltür