Kath. Pfarreien Herz-Jesu und St. Thomas Morus Obertshausen

Michael Weber

Unsere Gemeinde hat Pfingsten 2014 ein mittlerweile seltenes Ereignis für eine Gemeinde gefeiert. Am Pfingstsonntag, 8. Juni 2014 wurde um 15:00 Uhr im Hohen Dom zu Limburg Herr Diakon Michael Weber, der aus der Gemeinde St. Thomas Morus stammt,  zum Priester geweiht. Die Priesterweihe wurde durch Manfred Grothe, den Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, vorgenommen. Einige Gemeindemitglieder haben an der Zeremonie teilgenommen. Pfarrer Hofmann kleidete den Neupriester nach der Weihe ein (siehe auch die Nachrichten rechts).

Als Primizgeschenk unserer beiden Pfarreien bekam Michael Weber einen Primizkelch. Am 24./25.Mai 2014 fand dafür eine Sonderkollekte in den Sonntagsmessen unserer beiden Kirchen statt.

Weil dies ein so seltenes Ereignis ist, erscheint es wichtig, sich darum einige Gedanken zumachen. Aus diesem Grunde haben wir einige dieser Gedanken zu Papier oder besser in die Elektronik gepackt. Ein Teilereignis ist die Weihe an sich, die als Sakrament bestimmte Voraussetzungen und Folgen hat.

Michael Weber (* 4. Juni 1985) wurde am 16.3.2013 im Dom zu Limburg von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zum Diakon geweiht. An dem darauffolgenden Sonntag hielt er in St. Thomas Morus seine erste Predigt. Praktisch tätig war er im pastoralen Raum Wetzlar Süd (Bezirk Wetzlar). Der umfasst 8 Gemeinden unter der Leitung von Pfarrer Dr. Christof May (St. Anna Braunfels) mit 11 Mitarbeitern. Nach der Priesterweihe wird er ab September 2014 im pastoralen Raum Höhr-Grenzhausen (Kannenbäckerland, Bezirk Westerwald zu Rheinland-Pfalz gehörig, flächenmäßig einer der größten Bezirke des Bistums) bei Pfarrer Alfred Much tätig sein (aktuell 9 Mitarbeiter).

Der pastorale Raum Höhr-Grenzhausen wird aus 7 Gemeinden neu gebildet. Ostern 2013 wurden die Gemeinden informiert, Anfang 2015 soll der Prozess durchgeführt sein. Es betrifft die Gemeinden: St. Peter Höhr-Grenzhausen, St. Josef Hilscheid, St. Markus Ransbach, St. Johannes der Täufer Nauort, St. Georg Breitenau, St. Anna Stromberg und St. Antonius Baumbach. Der Bischof Tebartz-van Eltz hat die Neuorganisation eingeleitet: In dem pastoralen Raum bleibt eine zentrale Pfarrkirche bestehen. Alle anderen Kirchen werden Filialkirchen. Büros werden aber möglichst an allen Orten zugänglich sein, so dass eine kontinuierliche Versorgung gewährleistet ist. Weitere Vorgaben wurden offensichtlich kaum gemacht, so dass die örtlichen Gremien viel an individueller Organisation einbringen konnten. Für die Bewältigung dieser Aufgabe wünschen wir Michael Weber, dem Pfarrteam und den Gemeinden viel Glück und Erfolg.

Pastorale Räume sind Zusammenschlüsse von eigenständigen Pfarreien unter einem Pfarrer. Das Bistum Limburg (27 % Katholiken) gliedert sich in elf Bezirke: Frankfurt am Main, Hochtaunus, Lahn-Dill-Eder, Limburg, Main-Taunus, Rheingau, Rhein-Lahn, Untertaunus, Westerwald, Wetzlar und Wiesbaden. Die Bezirke umfassen 308 Pfarreien.  Jedem Bezirk (entspricht unseren Dekanaten) steht ein Priester („Bezirksdekan“) vor und innerhalb der Bezirke gibt es unterschiedlich viele Pastorale Räume. Denen stehen dann Pfarrteams zur Bewältigung der Aufgaben zur Verfügung: Pfarrer, Pfarrvikare, Diakone, Pastoralreferenten und Gemeindereferenten, also sowohl Kleriker als auch ausgebildete Laien. 

Solche teilweise Großpfarreien gibt es im Bistum Limburg schon öfter und waren auch Unruhequellen im Zusammenhang mit den Vorgängen in Limburg. Der Priestermangel ist der Hintergrund für diese Neuordnungen, sowie die schrumpfenden Gemeindegrößen. So gab es einigen Unmut, wenn Kirchen abgerissen oder aufgegeben  wurden, oder Mittel für die Unterhaltung von Räumlichkeiten aus Ersparnisgründen gestrichen wurden. Rein statistisch gesehen kommen auf einen Priester im Bistum ca. 1500 Katholiken, das differiert aber örtlich stark, je nachdem es sich um eine Großstadt, wie Wiesbaden und Frankfurt, handelt oder um das "platte" Land. Wir haben ähnliche Entwickelungen im Bistum Mainz auch, nur nennt man das hier Pfarrgruppen und Pfarrverbünde. Limburg ist in der Umsetzung der Beschlüsse des II. Vatikanums bezüglich der Bistumsorganisation sehr viel weiter, da schon unter Bischof Kempf 1969 mit der Umorganisation begonnen wurde (synodaler Weg).

 

Ein weiteres Teilereignis einer Priesterweihe war die Primiz am 15.6.2014, das erste Amt welches von dem Neupriester in seiner Heimat zelebriert wird. 

Wir hoffen Ihnen einen tieferen Einblick in diese Materie zu verschaffen, damit das besser verstanden werden kann. Der Primiziant schrieb dazu folgendes:

Liebe Schwestern und Brüder,

das letzte Jahr war für mich persönlich ein ganz besonderes Jahr. Ich bin für das Bistum Limburg zum Diakon geweiht worden und konnte so bereits viele Gläubige in ihrem Leben begleiten, wenn sie die Ehe schließen wollten oder ihre Kinder taufen ließen. Auch war es bereits meine Aufgabe, Menschen auf ihrem letzten irdischen Lebensweg zu begleiten und den Hinterbliebenen Trost zu zusprechen und ihnen im Glauben an die Auferstehung Hoffnung zu geben. All das sind Wendepunkte in einem Leben, bei denen es mir als Diakon erlaubt war, mit den Familien in Kontakt zu kommen und ihnen in diesen Situationen den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, die Christus in die Welt gebracht hat, konkret werden zu lassen.

Mit der Priesterweihe kommen neue Herausforderungen und Aufgaben auf mich zu. Neben dem Feiern der Heiligen Messe wird es das Salben der Kranken und die Versöhnung mit Gott sein.

Gleich was ich sage oder mache, es geht nicht um mich, sondern es geht um Christus. Es geht darum, den Glauben an ihn zu bekunden. So soll sein Wirken und sein Tun unter uns sichtbar und gegenwärtig werden.

Für diese neuen Aufgaben erbitte ich auch weiterhin Ihr Gebet und freue mich auf den Tag meiner Priesterweihe am 8. Juni im Hohen Dom zu Limburg und die Primiz, die erste Feier der Heiligen Messe, am 15. Juni in St. Thomas Morus in Obertshausen.

Johannes Lötz, 20.6.2014

Weber