Kath. Pfarreien Herz-Jesu und St. Thomas Morus Obertshausen

von 1434 - 1803: Von der Reformation bis zur Säkularisation

Albrecht von Brandenburg

Albrecht von Brandenburg

Albrecht von Brandenburg (* 28. Juni 1490 in Cölln an der Spree; † 24. September 1545 auf der Martinsburg zu Mainz) wurde im Alter von 23 Jahren Erzbischof von Magdeburg und 1514 Erzbischof und Kurfürst von Mainz (und damit Primas von Deutschland und Erzkanzler von Deutschland), eine ungewöhnliche und schillernde Figur. Obwohl das Zölibat galt, unterhielt er ein Verhältnis mit einer Bäckerstochter und machte daraus nicht einmal ein Geheimnis. Die von ihm durchgeführte Ämterhäufung (durch Einkauf = Simonie)  verbot das Kirchenrecht streng, ebenso Bischofsweihen unter 30 Jahren. Man konnte aber einen päpstlichen Dispens bekommen, was damals üblich geworden war - gegen Geld. Das bekam er von seiner Familie. Heute würde man das Korruption nennen, wie auch die Umstände des im Folgenden beschriebenen Ablasshandels.

Rom benötigte viel Geld zum Bau der Peterskirche und für die päpstlichen Hofhaltung und nahm es, wo auch immer es herkam. Im Fall von Albrecht lief dies auch über den Ablasshandel. Albrecht hatte dem Mainzer Domkapitel versprochen die Summe von 24000 Gulden (~2,5 Mio. €) für das Pallium zu übernehmen. Sonst hätte zum vierten Mal in einem Jahrzehnt Mainz dies zahlen müssen. Der Bischof musste diese Summe plus Zinsen(~30000 Gulden) aber beim Bankhaus Fugger ausleihen. Die 8 jährige Tilgung sollte über den Ablass gehen. Der Ablasshändler Tetzel teilte 50% der Einnahmen mit dem Bischof mit Duldung des Papstes, die anderen 50% gingen nach Rom. Der Papst bestand aber auf einer Verdoppelung des Betrages auf 60000 Gulden (Peterspfennig),was wohl leicht erreicht werden konnte, die Schuld wurde jedenfalls rechtzeitig getilgt, inklusive der anlaufenden Kosten und Zinsen, die nicht unerheblich waren, bei den damaligen Zinsen dürfte das Geschäft mindestens über 25 Mio. € gegangen sein, also etwa die Größenordnung des Limburger Domberges. Der Werbespruch: "Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt" brachte also viel Geld nach Rom, so viel, dass das Fass der Duldung überlief.

Luther empörte sich über das Verfahren, nachdem sich die Menschen mit Geld "ihren Platz im Himmel einkaufen konnten". Außerdem bereicherte sich die Verwaltung und so verfasste er seine 95 Thesen. Die nagelte (in Latein verfasst) Luther am 31. Oktober 1517 zur Veröffentlichung mit deutschlandweitem Hall an das Tor der Wittenberger Schlosskirche (ob sie genagelt wurden ist umstritten). Er schickte sie gleichzeitig  nach Mainz, da er der Meinung war, Albrecht wisse von dem Tun nichts, denn Albrecht war sein Vorgesetzter. Albrecht schickte die Thesen nach Rom, nachdem sie in Mainz begutachtet wurden, doch Papst Leo X. tat dies als Mönchsgezänk ab und verschlief damit fast die Reformation. Albrecht von Brandenburg war anfangs nicht unbedingt ein Gegner der Reformation; er wollte auch gewisse Änderungen in der Kirche.

Der Thesenanschlag war nicht unbedingt eine Totalveröffentlichung. Die Thesen waren schon vorher bekannt und kursierten in Gelehrtenkreisen. Da die Thesen noch in Latein verfasst waren, waren sie auch nicht dem allgemeinen Publikum zugänglich, sondern nur dem "gebildeten". Selbst in der Übersetzung waren die Thesen zu theologisch und den Nichttheologen nicht zugänglich. Im Kern wurde aber die Macht der Kirche und insbesondere des Papstes angezweifelt, weniger die Finanzgebaren des Ablasses. Es ging um die kirchliche Schlüsselgewalt in den letzten Fragen der theologischen Ablasslehre: "Der Gerechte benötigt keinen Papst, er lebt allein aus dem Glauben". Das erschütterte die katholische Kirche in den Grundfesten. 

Die Thesen wurden ins Deutsche übersetzt und fanden durch den Buchdruck begünstigt eine breite Öffentlichkeit. 1518 verfasste Luther den einfach zu lesenden Sermon von dem Ablass und Gnade für die breite Bevölkerung, in der er die Praktiken des Ablasshandels anprangerte.  Albrecht hatte nichts Eiligeres zu tun als sofort ein kirchengerichtliches Verfahren gegen Luther einzuleiten.

Der Prozess gegen Luther wurde durch die politischen Entwickelungen in die Länge gezogen. Der Papst benötigte die deutschen Kurfürsten dringend wegen der Kaiserwahl, er wollte keinen Habsburger als Kaiser haben. Der für Luther zuständige Kurfürst Friedrich der Weise dachte nicht daran Luther nach Rom auszuweisen. Das Renommee der Wittenberger Universität, sein Lieblingswerk, war wegen Luther stark gestiegen. Kaiser Maximilian starb 1519 und sein Nachfolger sollte Karl I. von Spanien werden. Rom ließ die Causa Luther zunächst ruhen um die Kaiserkrönung zu verhindern. Diese Zeit nutzte Luther zu Verbreitung seine Ideen der Reformation. Einen Disput mit Johannes Eck (der hieß eigentlich unprosaisch Mayer und wurde nach seinem Geburtsort Egg benannt) verlor er faktisch, da dieser ihn mit den Lehren von Jan Hus verband, der ja 100 Jahre vorher wegen der Ablässe in Acht und Bann fiel und verbrannt wurde. Das konnte aber den Fortschritt der Reformation nicht verhindern.

Am 28.6.1519 wurde Karl V. zum Kaiser gewählt und der Prozess Luther wieder aufgenommen. Die Folge war die Bannandrohung. Die vorgeschriebene Verbrennung von Luthers Schriften scheiterte in Mainz, da der Henker sich schlicht weigerte, nachdem der Unwille des Volkes gegen die Kirche ausbrach. Die Bannandrohung verbrannte Luther 1520 in Wittenberg. Damit verstrich auch die angebotene Frist zum Widerruf.

1521 wurde Luther mit einer weiteren Bulle exkommuniziert und gebannt. Auf dem Reichstag in Worms wurde er mit der Androhung der Acht (staatliche Verbannung) zum Widerspruch aufgefordert, was er dort ablehnte: "Hier stehe ich, Gott helfe mir, ich kann nicht anders." Er floh nach Eisenach auf die Wartburg. Aber erst 1525, mit der Gründung des Dessauer Bundes, legte sein Vorgesetzter Albrecht seine Position gegen Luther fest und wurde ein prominenter und unerbittlicher Gegner Luthers.

Die Reformation hatte aber längst ihren Siegeszug begonnen und endete zunächst mit dem Augsburger Religionsfrieden (1555, quius regio, ejus religio = Wem das Land gehört, bestimmt die Religion). Fast parallel zu diesen Vorgängen fand das Konzil von Trient (1545 - 1563) statt, welches die viel zu späte Reaktion Roms auf die Reformation darstellte, die Gegenreformation. Der Religionsfriede war aber rechtlich so problematisch, dass letztlich in der Folge 1618 mit dem Zweiten Prager Fenstersturz die Auseinandersetzungen im 30-jährigen Krieg ausbrachen, wobei die religiösen Fragen häufig nur ein Deckmäntelchen für die politischen Machterweiterungen waren.

Sebastian von Heusenstamm wurde 1545 Erzbischof in Mainz, also Nachfolger von Albrecht von Brandenburg. Das war der Höhepunkt der Dynastie der Herren von Heusenstamm. Sebastian starb aber schon 10 Jahre später. Sein Neffe Eberhard konvertierte und führte in Heusenstamm den Protestantismus ein. 

Obertshausen verzeichnet 1575 27 Familien. In der Gegenreformation wurde Heusenstamm durch die Wiener Linie der Heusenstammer unter den Habsburgern wieder katholisch. 1616 starb die Heusenstammer Linie der Herren von Heusenstamm aus. Die österreichische Linie hatte kein Interesse mehr an der Burg und verpachtete sie an den Frankfurter Patrizier von Cronstetten. Durch den Krieg bedingt werden die Bevölkerungsverluste im Rodgaugebiet auf 30 - 60 % geschätzt. Dazu kommen noch die Verluste durch die immer wieder grassierende Pest. Heusenstamm war am Ende des Krieges so gut wie ausgestorben, Dorf und Burg waren fast zerstört. In Hausen gab es nur noch zwei Familien mit insgesamt 15 Personen. Lämmerspiel hatte im Mai 1638 nur noch 8 Einwohner, wie der Oberamtmann von Steinheim, Hans-Georg von Ingelheim feststellte.

In den Kriegsjahren 1631-1634 beschlagnahmte Gustav-Adolf von Schweden das Amt Steinheim und stattete die Hanauer Grafen von Münzenberg damit aus. Da der Westfälische Friede die Verhältnisse von 1624 wiederherstellte, kam so das Gebiet von Steinheim wieder an das Domkapitel von Mainz. Damit begann eine ganz neue Epoche.

 

Johann Philipp von Schönborn

Johann Philipp von Schönborn

In Mainz regierte seit 1647 der Erzbischof Johann Philipp von Schönborn. Alter Gewohnheit gemäß (die Zeiten hatten sich nicht geändert) war er gleichzeitig Fürstbischof von Würzburg seit 1642 (und später Bischof von Worms 1663). So ausgestattet, immerhin war er ja der Erzkanzler von Deutschland, brachte er sich in die Friedensverhandlungen des westfälischen Friedens in Münster ein (die Protestanten verhandelten in Osnabrück). Visionär, der er war, sah er die Unmöglichkeit den Krieg zu gewinnen. Kleine Schritte und Kompromisse waren die einzige Möglichkeit des Fortschritts. Separatverhandlungen mit den Kriegsparteien und religiöse Toleranz und Bestechung, wenn notwendig, waren seine Mittel. Und er hatte Erfolg, was ihm in der Kirche allerdings Misstrauen einbrachte. Erst 1649 bekam er das Pallium (Symbol der der geistlichen Macht) vom Papst zugesprochen. Der Papst (Paul III.) verhinderte das zuerst, weil der Bischof die fällige Gebühr nicht entrichten konnte und dann wegen des Misstrauens, Parteigänger der Protestanten zu sein.

Die Herren von Schönborn stammen aus dem nördlichen Taunus aus Schönborn bei Diez. Sie breiteten sich zwischen dem Westerwald und dem Nordtaunus aus und stellten mehrere Domherren in Mainz und Trier. Der derzeitige Bischof von Wien (Kardinal Christoph Schönborn OP) ist auch ein Nachfahre. Die Schönborns lebten bis ins 17. Jhd. in ihrem Stammgebiet.

Johann Philipp von Schönborn Bischof von Mainz setzte 1647 seinen Bruder Philipp Erwein Freiherr von Schönborn zu Freienfels und Eschbach als kurmainzischen Oberamtmann von Steinheim (dem ehemaligen Verwaltungssitz der Eppsteiner / Hainhausener und jetzt der Mainzer) ein und stattete ihn mit allen möglichen Privilegien aus. 1661 kaufte der den ehemaligen Besitz der Herren von Heusenstamm auf. Er wurde vom Kaiser Leopold I.  zum Panierherren und Reichsfreien ernannt und erhielt das große Palatinat und diverse Vorrechte, u.a. das Lehen über Halsgericht und Blutbann (Recht über Leib und Leben der Untertanen, also die Gerichtsbarkeit) in Heusenstamm. Sein Bruder ernannte ihn zum Erbschenken des Erzstifts Mainz und zum Erbtruchsessen des Hochstifts Würzburg.

Das Ganze hatte ein System, da die Schönborns auszusterben drohten. Johann Phillipp sicherte als Erzbischof die Verbindungen zur Elite und sorgte für das Ansehen und Erwin sorgte für den Nachwuchs, sieben Töchter und fünf Söhne. Seine Frau Maria Ursula von Greiffenclau von Vollrads war auch mit denen von Eltz verwandt, zwei uralte Adelsgeschlechter aus dem Rheingau und dem Rheinland. Nach wenigen Generationen war das Netzwerk von Verwandten (nach habsburgischem Muster "tu felix Austria nube" = du glückliches Österreich heirate) außerordentlich erfolgreich in Deutschland wie in Österreich. Viele bedeutende Bauten entstanden unter der Ägide der Schönborner, u.A. die bedeutendsten Bauten des Architekten Balthasar Neumann (1687 - 1753). Heusenstamm wurde so mit der Caecilia-Kirche beglückt, an der Neumann (leider nur) mitgewirkt hatte.

In Heusenstamm erbaute Erwin vor der Wasserburg der Herren von Heusenstamm das Schloss Schönborn als Stammsitz von 1663 bis 1668, seinem Todesjahr. Es ist als Wasserschloss im Renaissancestil erbaut und sollte ursprünglich mit vier Türmen und Flügeln gebaut werden. Leider reichte das Geld dazu nicht aus, so wurde nur der vordere Flügel verwirklicht. Später fügte die Gräfin Maria Theresia von Schönborn (1698 - 1751), Gemahlin von Anselm Franz von Schönborn, zwei Seitenflügel hinzu und ersetzte die Zugbrücke durch eine steinerne Brücke und ließ einen Park im Barockstil nach Versailler Muster einrichten, der leider nicht mehr komplett erhalten ist.

Zu seiner Zeit erwarb Erwin von Schönborn diverse Ländereien beiderseits des Rheins, des Mains, des Taunus und in der Wetterau durch Kauf, Lehen oder Erbschaft. 1664 kaufte er so von seinem Bruder mit Einwilligung des Kapitels in Mainz die Orte Hausen und Obertshausen für 9000 Gulden (~1 Mio €). War das preiswert oder billig? Es gab wohl viel Sumpfgebiete wie auch heutige Flurnamen noch zeigen und nach Regen bemerkt werden können ("Everglades", "Grafenbruch").

Erwin versuchte gleich nach dem Kauf von Hausen und Obertshausen die kirchlichen Verhältnisse umzugestalten. Er stellte den Antrag auf einen eigenen Pfarrer für seine Orte. Mainz bewilligte aber nur, dass jeden dritten Sonntag der Pfarrer von Lämmerspiel in Obertshausen eine Messe lesen sollte. Das mochten aber die Lämmerspieler nicht. 1668 wurde der letzte Obertshausener in Lämmerspiel beerdigt. Danach hatte Obertshausen einen eigenen Friedhof (auf dem Gelände der heutigen Herz Jesu Kirche). Auf diesem Friedhof gab es wohl auch schon eine kleine Kapelle mit Taufstein; ab 1670 wurden die Kinder ausschließlich dort getauft.

1676 startete der Nachfolger und Sohn Schönborns Johann Erwin (1654 - 1705, beim Tod seines Vaters war er erst 14 Jahre) den nächsten Versuch. Erneut wurde das Gesuch abgelehnt und zwar mit den gleichen Bedingungen. Lämmerspiel beschwerte sich beim Bischof von Mainz. Im Übrigen sollten die Obertshausener durch Hilfe und Tat bei dem Bau eines neuen Pfarrhauses in Lämmerspiel angehalten werden. Offensichtlich verweigerte sich Obertshausen. Zu dieser Zeit setzten auch die Flüchtlingsströme aus Frankreich ein, die die Hugenotten etwa ab 1685 in den Offenbacher Bereich brachten und damit das für Offenbach bedeutende Leder- und Tabakgewerbe. In Frankreich waren sie wegen ihres Glaubens (protestantische Calvinisten) verfolgt und mussten das Land verlassen. In Obertshausen gab es viele Betriebe für die Feintäschnerei. Die Feintäschner oder Portefeuiller werden im hessischen Dialekt als "Portefeller" bezeichnet, die französischen Wurzeln sind unverkennbar, wie in manchem Familiennamen auch. Viele sogenannte Portefellerhäuschen in manchen Hintergärten erinnern an diese Branche.

 

Nikolaus Kirche Obertshausen

Nikolaus Kirche Obertshausen

1716 wird auf den Obertshausener Friedhof ein neues Gotteshaus erbaut, in der Länge wie heute das Mittelschiff breit ist und in der Breite halb so groß (60 * 30 Fuß, ein Fuß waren etwa 30 cm und die Grundfläche damit grob 20 * 10 m). Sie würde heute etwa den Bereich von den vorderen Kirchenbänken bis zum neuen Altar füllen. Sie war auch mit einem kleinen Turm versehen, der im heutigen Turm teilweise integriert ist.

1725 wird einem erneuten Gesuch des Grafen Eugen Erwin von Schönborn endlich stattgegeben. 1726 erfolgt die Trennung von der Gemeinde Lämmerspiel und Obertshausen wird Filiale von Heusenstamm. Hausen wird, wie gehabt, weiter von Lämmerspiel bedient. Es blieb aber der Dreiwochenrhythmus für die Messe. Dazwischen mussten die Obertshausener jetzt nach Heusenstamm pilgern, statt nach Lämmerspiel. Mainz ließ sich nicht erweichen. Heusenstamm hatte damals noch eine gotische Kirche aus dem 13./14. Jhd., die 1741 durch die jetzige St.-Cäcilia-Kirche ersetzt wurde, welche erst am 19.September 1756 geweiht wurde, zwei Tage vor der Nikolauskirche in Obertshausen.

1728 erhält Hausen auf Antrag bei den Schönborns sein erstes eigenes Gotteshaus an der Ecke Herrenstraße - Kapellenstraße, eine kleine Kapelle zunächst ohne die Erlaubnis zur Meßfeier. Die gab es erst 1748.

1756 am 21. September (Fest des Apostels Matthäus) wird die Kirche von Obertshausen von Weihbischof Christoph Nebel nach 40 Jahren erst geweiht und die Kirchweih auf den Sonntag nach Matthäus gelegt. Der Patron ist der Hl. Nikolaus. Vorher wurde Kirchweih am Sonntag nach Michaelis (29. September) gefeiert. Zwei Tage später wurde in Hausen die Kapelle 30 Jahre nach Fertigstellung zu Ehren der Jungfrau Maria und des Hl. Josef eingeweiht. Reisen war damals beschwerlich und teuer; Weihbischof Nebel hat mit drei Kirchenweihen (die dritte war die Cäcilia-Kirche in Heusenstamm am 19. September 1756) in sechs Tagen viel Mühen und Geld gespart. Übrigens am 18.10.1756, also im selben Jahr wurde die Kirche von Rembrücken  Mariä Opferung geweiht, das Datum ist nur mündlich überliefert. 

Es gab weiterhin Unstimmigkeiten bei der kirchlichen Versorgung Obertshausens. Der Pfarrer von Heusenstamm hatte keine Erlaubnis zwei Messen am Tag zu halten. Also musste er eine Vertretung besorgen, wenn er nach Obertshausen gehen musste. Kapläne standen ihm auch nicht immer zur Verfügung. Auf Drängen der Gemeinde Obertshausen stellte der Pfarrer Schwarz aus Heusenstamm den Antrag auf die Messe an allen Sonntagen in Obertshausen. So kam endlich der Stein ins Rollen. Mit der Genehmigung aller geistlichen und weltlichen Behörden (1803) wurde ein Kompromiss geschlossen: An Sonn- und Feiertagen wurde ein Amt gelesen, abwechselnd mit Predigt und Christenlehre. An höchsten Festtagen konnte auch nachmittags eine Messe gelesen werden. Dann musste der Pfarrer aber auch verköstigt werden. Bei schlechtem Wetter musste ein Wagen gestellt werden, damit der Pfarrer trocken und sicher nach Obertshausen und zurück kam. Der Vertrag galt, solange der Pfarrer auch Heusenstamm versorgen konnte.

Johannes Lötz