Schmuckband Kreuzgang

Damit sie Eins seien

Datum:
Do. 13. Jan. 2022
Von:
Pfr. em. Kurt Sohns

Am Dienstag, dem 18. Januar, bis zum 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Das Leitwort in diesem Jahr: <Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen. Ihn anzubeten.> Wir werden eingeladen, in den Gottesdiensten für die Wiedervereinigung der Christen zu beten. Diese Einladung kennen wir schon lange, und es sieht so aus, als werde sie noch lange ausgesprochen. Wer die Frage an die Kirchenleitung stellt, warum die Einheit noch nicht verwirklich ist, bekommt die Antwort: <Wir sind noch nicht so weit.> Natürlich sind noch Hindernisse zu überwinden, doch Fortschritte in dieser Richtung müssen den Fragenden genannt werden können, sonst werden die Worte <Wir sind noch nicht so weit> als Ärgernis empfunden, als Trägheit.

Der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis schreibt in seinem Roman <Rechenschaft vor El Greco> Worte, die auch in der Frage nach der Wiedervereinigung der Christen von großer Bedeutung sind. „Denn wenn wir leidenschaftlich an etwas glauben, was noch nicht existiert, erschaffen wir es; nicht existierend ist das, was wir noch nicht genug begehrt haben“. Mir fällt dazu ein: Papst Franziskus hat zu bedenken gegeben: Wenn Fußgänger an einer Ampel auf <grün> warten, um die Straße überqueren zu dürfen, bleiben sie stehen, bis die Ampel nicht mehr <rot> leuchtet. Wird die Ampel aber nicht mehr <grün>, dann überschreiten die Fußgänger die Straße bei <rot>. Bezogen auf die Kirche: Immer mehr katholische Männer und Frauen lassen sich nicht mehr hindern, auch im evangelischen Abendmahls – Gottesdienst das heilige Brot und den Kelch zu empfangen. Und dem entsprechend empfangen evangelische Frauen und Männer in unserer Eucharistiefeier die Kommunion.

Das Johannes-Evangelium (17,20-21 zeigt, wie die an Jesus Glaubenden eine Einheit werden sollen, damit die Welt glaube, dass Gott ihn gesandt hat.

Wenn Jesus die Einheit der an ihn Glaubenden als so notwendig aufzeigt, dann muss unser Beten ein uns ergreifendes Beten sein. Wenn wir etwas von Gott erbitten, genügt es nicht, Gott darüber zu informieren, sondern es muss ein Zusammenwirken von Ihm und von uns sein. Das hat Paulus im Römerbrief (8,28) beschrieben.: „Wir aber wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten zusammenwirkt“. Das Wort „zusammenwirken“ macht deutlich: Wenn wir uns heraushalten wollten aus dem, was wir von Gott bewirkt haben wollen, dann würde nichts geschehen.
Lasset uns beten, wie Jesus uns gelehrt hat zu beten.


Kurt Sohns