Schmuckband Kreuzgang

Der Pastorale Weg

Pastoraler Weg
Pastoraler Weg
Mo 17. Jun 2019
Stefan Daun

Der Pastorale Weg ist ein Weg der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz, zu dem uns unser Bischof Peter Kohlgraf einlädt. Der Pastorale Weg steht unter dem Leitwort „Eine Kirche, die teilt“. Inspirierendes Vorbild und Leitfigur für diesen Weg ist unser Bistumspatron, der Heilige Martin.

Die gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen stellen uns, die Kirche und alle Gläubigen, immer wieder neu vor die Herausforderung, den Blick für das Wesentliche im Leben und Glauben zu schärfen. Bischof Kohlgraf schreibt dazu in seinem Fastenhirtenbrief 2019:

„Diesen Blick für das Wesentliche brauchen wir auch in unserem kirchlichen Alltag. Im Bistum Mainz werden wir in diesen Wochen intensiv einen pastoralen Weg beginnen, der sowohl auf die gesellschaftlichen Bedingungen eingehen muss als auch auf die Frage, was die Menschen heute von der Kirche brauchen. Der Weg, den wir beginnen, steht damit unter einer geistlichen Fragestellung: Wie gelingt es uns, die Botschaft des Evangeliums mit den vielen Menschen ins Gespräch zu bringen, besonders auch mit denen, die nicht zu unseren ‚Kernkreisen‘ gehören? Dafür müssen wir uns selbst vergewissern, welche Motivation uns leitet, heute die Kirche Jesu Christi sein zu wollen und worin heute unser Auftrag besteht. Die sich daraus ergebenden Strukturüberlegungen haben nur dann einen Sinn, wenn sie tatsächlich die Folge einer derartigen geistlichen Orientierung sind.“

Vier Dimensionen des Teilens sind für unseren Bischof zentral und er beschreibt sie so:

Leben teilen

Als Christen unseres Bistums teilen wir das Leben mit vielen anderen Menschen. Wir wollen ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst immer besser verstehen, so dass die Themen dieser Welt und ihrer Menschen zu Themen der Kirche werden. Entsprechend betrachten wir die Pastoral unter der kritischen Doppelfrage: Bekommen die Menschen, was sie brauchen, und brauchen sie, was sie bekommen?

Glauben teilen

Glauben teilen bedeutet, die Sendung, also die „Mission“ neu schätzen zu lernen, die sich jedoch nur in Begegnung und Beziehung verwirklichen kann. Unsere Gemeinden und Kirchorte sollen missionarische Impulse aussenden.

Ressourcen teilen

Die Ressourcen wie Personal, Gebäude und Geld dienen der Verwirklichung des kirchlichen Auftrags und den der Kirche anvertrauten Menschen. Daher müssen diesem Zweck dienende, gerechte und transparente Formen des Teilens von Ressourcen entwickelt werden.

Verantwortung teilen

Verantwortung teilen bedeutet, dass wir neu die Würde der Taufe sehen lernen. Daher sollen Berufung und Charismen und eine gute Kultur des Miteinanders gestärkt werden sowie neue Formen der Verantwortungsübergabe und –übernahme entwickelt und erprobt werden.

Wie soll der Pastorale Weg gestaltet werden?

In der ersten Phase des Pastoralen Weges vom Osterfestkreis 2019 bis zum Sommer 2021 liegt ein Schwerpunkt des Prozesses in den Dekanaten. Dort werden zukunftsfähige Pastoralkonzepte für neue pastorale Räume entwickelt. Es geht also darum, Ideen und Modelle dafür zu entwickeln, wie Christen in Zukunft konkret zusammenleben, glauben und arbeiten wollen und können.

Der Auftrag für den Prozess in den Dekanaten zur Entwicklung eines solchen Pastoralkonzeptes wurde auf außerordentlichen Dekanatsversammlungen in allen zwanzig Dekanaten (12. März bis 12. April 2019) erläutert und diskutiert.

Den offiziellen Auftakt auf Bistumsebene bilden ein Workshoptag am Samstag, den 1. Juni 2019, und der festliche Gottes-dienst am Pfingstsonntag im Mainzer Dom. Bis zum Sommer 2019 werden auf Bistumsebene thematische Teilprojektteams gebildet, die Impulse aus den Dekanaten aufgreifen und Klärungen zu wichtigen Teilfragen des Pastoralen Weges erarbeiten.

Wie sieht die Gestaltung des Pastoralen Weges im Dekanat Darmstadt aus?

Das Dekanat Darmstadt möchte den Pastoralen Weg miteinander, d.h. Frauen und Männer, Junge und Alte, Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Menschen aus Stadt und Land und Menschen in allen Lebenssituationen, gehen.

Um den Prozess zu strukturieren und zu planen gibt es folgende Institutionen:


1. Dekanatsversammlung/-rat (dazu gehören: PGR Vorsitzende aller Pfarreien, 2. Vorsitzende der Verwaltungsräte, alle Hauptamtlichen (Pfarrer, Diakone, Pastoralreferenten/Innen, Gemeindereferenten/Innen), Vertreter/Innen von Caritas) sind die hauptbestimmenden Beschlussgremien; sie beschließen:

  • die Zusammensetzung des Dekanatsprojektteams,
  • die Einrichtung von Themengruppen,
  • sie erteilen Aufträge an die Themengruppen,
  • verarbeiten alle Ergebnisse der Themengruppen und
  • fassen alle Beschlüsse im Pastoralen Weg
    bis zum abschließenden Entwurf an den Bischof im Sommer 2021


2. Steuerungsgruppe
(wird gebildet und setzt sich zusammen aus: (Dekan, stellvertr. Dekan, Dekantsreferent (Pastoralreferent), Dekanatsratvorsitzende/r und Stellvertreter/in (ehrenamtlich und zur Zeit alle männlich), 1 Ehrenamtliche, 1 Gemeindereferentin)
− strukturiert den Prozess
− sorgt für Transparenz und Kommunikation
− bereitet Beschlussvorlagen für Dekanatsversammlung/-rat auf
− arbeitet nicht inhaltlich, ist dem Prozess verpflichtet


3. Dekanatsprojektteam
(Dekanatsrat operativ + je 1 Vertretung aus den Pastoralen Einheiten)

  • Entdeckt Themen und entwickelt Vorschläge zu Arbeitsaufträgen für die Themengruppen

4. Themengruppen

  • arbeiten inhaltlich an den Arbeitsaufträgen von DV
  • leitet Arbeitsergebnisse und Protokolle an Steuerungsgruppe
  • informiert Dekanatsprojektteam über den Stand
  • Zur Mitarbeit in die Themengruppen ist jede/r herzlich eingeladen!!!


Mögliche Themen können sein (das sind erste Überlegungen, noch keine Festlegung):

  • Finanzen
  • Sonderstellung Dekanat Darmstadt
  • Unterschiede Stadtpfarrei – Landpfarrei
  • Kategorie – Parochie
  • Gemeinden anderer Muttersprachen
  • Ehrenamt in den neuen Strukturen
  • Leitung
  • Verwaltung
  • Kriterien für die Bildung der Pfarreien
  • Sozialpastoral
  • Sponsoring und Drittmittelakquise
  • Aufgabenkatalog einer Pfarrei
  • Aufgabenkatalog einer Gemeinde
  • Verhältnisbestimmung Pfarrei – Gemeinde – Kirchort
  • Was brauchen die Menschen, was bekommen Sie von uns
  • Wie den Glauben vermitteln
  • Ökumene
  • Wo lässt sich teilen
  • Jugend
  • Senioren
  • Junge Familien
  • Kindertagesstätten


Für dieses Jahr ist zeitlich folgende Prozessarchitektur angedacht:

  • 27. Juni 2019, 19:30 h ➔ Konstituierung des Dekanatsprojektteams
  • Bis zur Dekanatsversammlung im September sind Fragen zu Prozess, Verhältnis der Institutionen des Prozesses – den Themengruppen und deren Aufträge geklärt ➔ (Klärungsort Dekanatsprojektteam)
  • Dekanatsversammlung, 17. September 2019, 19:30 Uhr endgültige Beschlüsse zu folgenden Themen: Einberufung von Themengruppen – Auftragserteilung an The-mengruppen – Ernennung Themengruppenleitungen
    Bringen Sie sich mit ein, gestalten sie die Zukunft mit! Über alle weiteren Entwick-lungen und Schritte werden wir berichten, damit wir alle zusammen auf dem Weg sind.

 

Hiltrud Beckenkamp, Gemeindereferentin