Schmuckband Kreuzgang

Abschied und Dankbarkeit im „Garten der Gelassenheit“: „Wo Wege sich kreuzen“

(c) Samantha Braun
Datum:
Di 22. Sep 2020
Von:
Daniel Braun

Man könnte meinen, Petrus habe es gut mit seinem Schäfchen Pfarrer Thomas Winter gemeint. So ermöglichte er es, die Dankandacht zu dessen Abschied in seinem „Winter-Garten“ zu feiern. Oder auch seinem „Garten der Gelassenheit“, wie er ihn selbst liebevoll getauft hat. Gelassenheit, das sei eine Tugend, die er während der 9,5 Jahre in der Pfarrei St. Bartholomäus Schwabenheim angeeignet habe – es wäre ihm von Zeit zu Zeit besser gelungen, diese auch in schwierigen Situationen beizubehalten. Trocken war es also – aber die Temperaturen ließen gleichzeitig auch ein bisschen „frösteln“ – so wie sich das also für einen „winterlichen Abschied“ vielleicht gehört?

Der Wind, der den Andachtsbesuchern um Nase und Rücken wehte, sollte wohl allen die Sorge vertreiben, wie es nun ohne Pfarrer Winter weitergeht.

 

So fühlte man sich fast wie auf einem der vergangenen Barthelfeste, bei dem in der Vergangenheit auch immer der Festgottesdienst im Garten gefeiert wurde. Nur waren diesmal – wie bei allen anderen Veranstaltungen der Pfarrei auch – die Plätze begrenzt und der Abstand wichtig.

Einen entsprechenden festlichen Rahmen bildeten drei musikalischen Elemente in Form der Gruppierungen, die sich Pfarrer Winter gewünscht hatte: Eine kleine Abordnung des kath. Kirchenchors Cäcilia Elsheim e.V. inklusive Glockenspiel und Tenorflöte als Begleitung, außerdem ein Quartett der CMIKB mit einer eigens für diesen Anlass und diese kleine Besetzung arrangierten Variation des Lieds „Danke“ zum Abschluss der Andacht. Schließlich noch die musikalische Gruppierung bestehend aus Caroline von Arretin (Gesang), Marita Mentel (Gitarre), Bernard Kühn (Gesang) sowie Andreas Beralli (Keyboard). Die musikalische Komponente spielte insofern eine große Rolle, dass die Gemeinde aufgrund Corona nicht singen durfte. Sprechpassagen wurden zur Alternative, um trotzdem eine Gemeinschaft zu bilden und die Dankbarkeit gegenüber Gott zum Ausdruck zu bringen.

Außer Pfarrer Thomas Winter, der die Andacht moderierte, waren Mit-Zelebranten der neue Pfarrer, als Nachfolger Markus Warsberg – was auch nicht allzu oft vorkommt –, Pater Volker Stollewerk und Gemeindereferentin Doris Brunn.

Tiefgehende, dankbare Grußworte gab es von Pfarrer Hartmut Lotz aus Engelstadt (stellvertretend für alle evangelischen Gemeindeseelsorger), außerdem vom Stadecken-Elsheimer Ortsbürgermeister Thomas Barth (im Namen aller Ortsbürgermeister der Filialgemeinden der Pfarrei).

 

Aber auch Pfarrer Winter selbst brachte in seiner Predigt seine Dankbarkeit zum Ausdruck – er führte sehr detailliert alle Gruppierungen, Arbeitskreise, Personengruppen sowie „Freunde und Gönner“ auf und gab auch die ein oder andere Anekdote aus der Vergangenheit zum Besten, die die Zuhörer zum Schmunzeln brachte und die Dankstunde auflockerte und kurzweilig wirken ließ.

Natürlich durfte es in der Weingegend Rheinhessen nicht fehlen, zum Schluss ein Gläschen auf das Wohl und die Zukunft des Pfarrers zu heben: Nicole und Stephan Glöckner versorgten hierfür mit Unterstützung von Andrea und Klaus Singer-Fischer alle Teilnehmer persönlich mit einem guten Tropfen aus ihrem Weingut. Dies tröstete ein klein wenig darüber hinweg, dass es – aus aktuellen Gründen – keine („Köhler-)Küsse (wie zur Einführung 2011) geben durfte.

 

Der Pfarrer machte im Anschluss an die Andacht noch einmal die Runde – mit würdigem Abstand – und versicherte, dass man sicher schon bald in Mainz wieder über den Weg laufen würde – denn sein Motto: „Wo Wege sich kreuzen…“ nimmt er dorthin auf jeden Fall mit und wir alle freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen in St. Stephan, wo er von nun an wohnen und (unter anderem) seinen Dienst tun wird.

Karoline Thomas-Forcina

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