Schmuckband Kreuzgang

Glauben Leben Zeugnis

Teilen Sie uns Ihre Glaubenserfahrungen in dieser Zeit mit!

GLZ (c) L.Siemes
GLZ
Mo 30. Mär 2020
Heinz Seipel
Wie lebe ich meinen Glauben in dieser Herausforderung?
Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
Was hilft mir im Moment, mit Gott in Verbindung zu bleiben?
 
Das können Fragen sein, die mich nicht nur alleine beschäftigen!
 
Wir möchten hier die Möglichkeit bieten, den Glauben zu leben. 
Schreiben Sie eine Mail und teilen Sie etwas von Ihren Glaubenserfahrungen, die Sie machen. 
So teilen wir einander mit, wie wir in diesen Tagen im Glauben lebendig bleiben, geben Zeugnis und animieren vielleicht auch das ein oder andere auszuprobieren.
 
 
Veröffentlicht wird auf dieser Seite nur der Text.
Beim Senden einer Mail an pfarrvikar@marcellinus-petrus.de willigen Sie ein, diesen zu veröffentlichen.
 
Danke, dass Sie so von Ihrem gelebten Glauben Zeugnis geben, dass er andere ermutigt, bestärkt und hilft.
 
 
Ihre bisherigen Zeugnisse:
 
Jeden Abend muss ich aufgrund der großen Trockenheit frisch gesetzte Pflanzen oder eingesäte Beete in meinem Garten mit Wasser versorgen. 
Wir befinden uns durch die Corona-Pandemie in einer extremen „Trockenphase des Glaubens“. Um die Saat in unseren Herzen nicht vertrocknen zu lassen, müssen wir also tätig werden – sozusagen den Garten unserer Seele „bewässern“.

Das persönliche Gebet alleine oder mit der Familie, die Mitfeier der hl. Messe am Bildschirm und dabei der geistliche Empfang der Kommunion- sind schon wesentliche Elemente, um den Glauben am Leben zu erhalten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, in regelmäßigen überschaubaren Abständen, z.B. alle 14 Tage, eine intensivere Bilanz zu ziehen und sich zu fragen, wie war meine Beziehung zu Gott, zu meinen Mitmenschen, mir selber, der Schöpfung und das dann in ein ehrliches Gespräch mit Jesus münden zu lassen, Ihm zu danken, IHN um Hilfe zu bitten, um Vergebung. Das hilft mir persönlich sehr und ich spüre, wie mir durch diese Zuwendung zu Jesus Gnade und Hilfe zuteil wird.

Früher haben die Menschen oft in ihrem Alltag Stoßgebete zum Himmel geschickt, ähnlich sind auch heute Ruhe- oder Jesusgebet. Gerade in der Coronakrise wäre es sehr hilfreich, wenn die Kinder nerven, der Einkauf eine einzige Katastrophe war, Sorgen gereizt machen, solche freundliche Stupser für die Seele sich wieder anzueignen, das mehrmalige Wiederholen am Tag einzuüben, um sie auch nach der Pandemie im Alltag beizubehalten. Ich bin mir sicher, das wird uns positiv verändern!

Ein paar Beispiele:  Jesus, Du  -  Jesus, du Sohn Gottes steh mir bei   -  Jesus, erbarme dich meiner  -  Jesus, für dich  -  Ehre sei Dir, Abba, Vater - Stärke mich Hl. Geist Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt - Alles, was atmet, lobe den Herrn - Mein ganzes Herz ist voll Jubel …

Auch ein Psalmvers (im Gotteslob ab Nr. 31), der mich anspricht, kann dazu dienen: „Herr ich suche Zuflucht bei Dir“, oder „Herr du bist mein Fels und meine Burg“, Ps 31, „Wende dein Ohr mir zu, Ps 130, „Der Herr ist mein Hirte“ Ps 23, „Deine Rechte hält mich fest.“ Ps 63, „Herr, höre mein Gebet“ oder „Führ mich heraus aus der Not“ Ps 143.       
Damit habe ich mir auch selbst einen neuen Anstoß gegeben!  
 
Ich wollte eigentlich am 19.4.2020 zur Kommunion gehen aber Gott will  es nicht und hat aber dafür ein anderen Plan. Das finde ich zwar traurig aber es ist halt so. Wir schauen jeden Sonntag jetzt ein Gottesdienst im Fernseher und auch Gottesdienste wenn Hochfeste sind. Jeden  Abend beten wir zuhause unterschiedliche Rosenkränze und danach noch unter deinem Schutz und  Schirm, hl. Erzengel Michael, Heiliger Schutz Engel mein und o meine Gebieterin. Ich vermisse die Gottesdienste in unserer Kirche.
Ich hoffe es ist bald alles wieder normal und wir sehen uns alle gesund wieder.
 
Da ich keine berufliche Tätigkeit mehr habe und meine sonstigen Aufgaben situationsbedingt ruhen müssen, ist es für mich sehr wichtig, meinem Tag eine feste Struktur zu geben. Dabei verfahre ich nach dem Prinzip des hl. Benedikt: "ora et labora" (bete und arbeite).
In meinen Tagesablauf sind feste Gebetszeiten eingeplant, hinzu kommt die Mitfeier der hl. Messe am Bildschirm, das ist das Grundgerüst. In die Messfeier  morgens um 7 Uhr mit dem Hl. Vater auf Vaticannews ist eine Anbetungszeit mit Aussetzung und Segen mit dem Allerheiligsten integriert, was ich besonders schätze. Bei 1 - 5 Gesätzen Rosenkranz, je nachdem, was tagsüber ansteht, kann ich entspannen und mich der mächtigen Fürsprecherin, der Gottesmutter, mit all meinen Anliegen für die Familie, für Freunde, Bekannte, für die vielen Kranken, Obdachlosen, Flüchtlinge und Sterbenden und schließlich mit der Bitte um ein Ende der Pandemie, anvertrauen.
Gebet und hl. Messe verbinden mich mit anderen Glaubenden und vermitteln so ein wenig ein Gefühl von Gemeinschaft. Ein weiterer Effekt: Ich bleibe gelassen und überfallen mich doch Zukunftsängste, dann kann ich das Gott anvertrauen und weiß, dass ER alles in Händen hält, was mich wieder ruhig werden lässt. So darf ich immer wieder Kraft und Stärkung erfahren, wofür ich sehr, sehr dankbar bin.
Außerdem habe ich angefangen, auch meine täglichen Arbeiten als Gebet zu sehen, was mich auch der hl. Benedikt gelehrt hat. Am besten ist es, morgens die täglichen Aufgaben und abends beim Tagesabschluss das Erreichte oder auch nicht Erreichte in Gottes Hände zu legen, ideal ist es natürlich, auch tagsüber daran zu denken, vor allem dann, wenn eine Arbeit mühselig, stupide ist, Geduld erfordert usw.
Öfters einmal in die hl. Schrift zu schauen, lohnt gerade zur Zeit sehr, denn die Tagestexte sind sehr intensiv, sie können wichtige Impulse für das eigene Leben sein und Anlass geben, darüber nachzudenken, was ist für mich wichtig, was ist mir überhaupt in meinem Leben wichtig. Wenn ich darüber mit Gott ins Gespräch komme, tut sich manches Mal überraschend Neues auf.
Bei all dem tut es auch unendlich gut, einmal ein gutes Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen, in der Familie Gesellschaftsspiele oder Anderes zu spielen, kreativ zu sein, zu basteln, zu werkeln, mit dem was sich bietet, Kontakte nach außen per Telefon oder per anderen Medien zu pflegen, die aufbrechende Natur wahrzunehmen und Gott dafür zu loben, IHM zu danken und vor allem dafür zu sorgen, dass auch einmal herzlich gelacht werden kann...
 
Eine Oma aus Sicht ihrer Enkelin:
Ich darf zur Zeit wegen Corona nicht in den Kindergarten und ganz viele Dinge nicht machen, die mir eigentlich viel Spaß machen. Kein Spielplatz, kein Eis essen gehen, und viele andere schöne Dinge auch nicht. Mama und Papa haben mir erklärt, dass wir jetzt Abstand zu allen Menschen halten müssen, aber meine Oma und Opa, mit denen wir zusammen wohnen, dürfen wir besuchen. Mit Oma gehe ich jetzt immer mal in unsere Kirche, es sind ja keine Regenbogenfische und auch sonst sind wir meistens alleine. Dann zünden wir zwei Kerzen an und beten und dann stellen wir uns auf den Altar und singen oder beten das Vater unser, wir spielen auch Messdiener und Oma und ich klingeln dann, das macht so einen Spaß. Dann singen wir bei der Mutter Gottes noch aus dem Gesangbuch Lieder und finden immer so schön wie das klingt.
Am Sonntag durfte ich das Bild von unserem Pfarrer ausmalen und Oma hat mir dabei die Geschichte von Lazarus vorgelesen. Am Montag war das Kreuz mit einem Tuch versteckt, aber Oma sagt, der liebe Gott sieht trotzdem noch alles. Hoffentlich gibt es bald wieder Regenbogenfische und Singen mit vielen Leuten....
 
Die Gottesdienste fehlen, ganz klar.
Das Vertraute, das was Bestand hat, die Kraftquelle,......die Eucharistie.
Aber es fehlt auch das Miteinander, die Gemeinschaft mit anderen Gemeindemitgliedern.
Ich habe für mich einen Weg gefunden, der es mir einfacher macht, damit umzugehen, meinen Glauben momentan zu leben.
Ganz sicher ist, das ich das tägliche Gebet jetzt noch intensiver wahrnehme, für das ich mir noch mehr Zeit nehme.
Die täglichen Impulse zu den Tagesevangelien finde ich eine Bereicherung, manchmal auch eine Erleichterung, das gelesene besser umzusetzen.
Ich gehe sehr oft in die Kirche, um eine Kerze anzuzünden, zu beten, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.
Für mich ist es "ein Stück näher bei Gott", eine Auszeit, eine Zeit der Stille und Ruhe, eine Zeit, um Kraft zu tanken in der momentan schwierigen Situation.
Vielleicht ist es aber auch eine Chance für uns alle, einfach mal umzudenken, zu überlegen, was wirklich wichtig ist in meinen/unserem Leben.
Ich freue mich jetzt schon auf den ersten gemeinsamen Gottesdienst und ich glaube, das geht ganz vielen so.
 
Wir erleben unseren Glauben derzeit sehr begrenzt, da wir und auch die Kinder sehr viel Arbeit / Schulaufgaben haben. Sonntags schauen wir zusammen einen Kindergottesdienst online, danach schalten wir noch zum Fernsehgottesdienst rüber. Es ist schön, sich auf diese Weise mit den anderen Gläubigen, vor allem natürlich auch mit den Gemeindemitgliedern, verbunden zu fühlen. Denn das fehlt schon sehr, obwohl die Kinder schon anfangs auch ein bisschen froh waren, nicht in die Kirche zu müssen... Wir haben auch eine Osterkerze ins Küchenfenster gestellt, um diese abends zu entzünden.
Als ich Angst hatte, infiziert zu sein, und in Quarantäne saß, hat mir das Gebet schon sehr geholfen und der Gedanke daran, dass es mir trotzdem vergleichsweise gut geht - ein Dach über dem Kopf, Arbeit, eine Familie, die für mich sorgt. Das lernen wir derzeit sehr zu schätzen.
Wir nehmen uns jetzt vor, abends zu beten und die Karwoche in der Familie mit Gebet und kleinen Aktionen zu begehen.
 

Es gibt Momente im Leben, da scheint die Zeit still zu stehen, das eigene Leben scheint eingefroren, während die Welt sich wie immer weiter dreht… Jeder von uns kennt solche Momente: ein plötzlicher Unfall, eine schwere Krankheit oder die Trauer um einen geliebten Menschen. Wir machen diese Erfahrungen gewöhnlich alleine oder im engen Kreis der Familie. Im Moment jedoch erleben wir einen solchen Zustand kollektiv und doch isoliert von den üblichen sozialen Kontakten, die wir haben. Wir alle sind verunsichert und ängstlich.

Momente, die die Zeit still stehen lassen, müssen aber nicht immer voller Schmerz, Angst und Trauer sein.

Für mich war der Moment, der meine Welt stillstehen ließ, die Geburt meines ersten Kindes. Ich habe schon vorher an Gott geglaubt, doch in diesem Moment konnte ich Gottes Anwesenheit deutlich spüren. Die Liebe zu meinen Eltern und zu meinem Ehemann schenke ich, ich bin bereit, sie zu geben. Doch die Liebe zu meinen Kindern bekam ich geschenkt. Diese Liebe kommt von Gott und erfüllt die ganze Seele. 

Wenn wir unsere Kinder so sehr lieben, wie liebt uns erst Gott, der uns Vater und Mutter ist? Diese Liebe sollte uns Kraft geben und Hoffnung. Wir sollten zuversichtlich und mutig sein. Doch keinem von uns gelingt das immer…

Wenn ich abends im Bett liege, meine Kinder in den Armen, dann sprechen wir zusammen unser Gebet. Und die Gewissheit, dass wir ein Ziel im Leben haben, das so viel größer ist, als wir selbst und unsere Sorgen, die Gewissheit, dass Gott uns seine Liebe schenkt und wir nur vertrauen müssen, lässt meine Ängste verblassen.

 

Die Corona Zeit ist echt komisch. Ich mache Hausunterricht und ich darf mich nicht mehr mit Freunden treffen.
Ich bleibe aber mit Gott in Verbindung weil ich bete immer vor dem schlafen gehen   mit Gott was am Tag gewesen war .
Aber das habe ich auch schon vor der Corona Zeit gemacht.
Und ich freu mich wenn alle mitbeten. Zusammen sind wir Gott ganz nah.

„ Das, was mir täglich hilft, ist das Gebet. Dinge im Gebet abzugeben, sich von Gott leiten zu lassen und darauf zu vertrauen, dass Gott schwierige Entscheidungen abnimmt, macht vieles leichter.
Jedes Gebet ist wie ein kleines Geschenk...
ein Geschenk der Hoffnung,
der Zuversicht
und des sich vertiefenden Vertrauens in das Wirken Gottes - im Unsichtbaren.
Jedes Gebet ist wie ein kleines Geschenk – an die Welt und an mich selbst.
Ich wünsche Ihnen vor allem Gesundheit und Gottes Segen, sowie die Geduld und die Kraft, diese schwierige Zeit zu überstehen."
 
„Durch den Hinweis aus meinem engsten Umfeld habe ich nach Tagen den Hinweis auf die tägliche Gottesdienstübertragung aus der Michaeliskirche im Bistum Fulda erfahren und kann diese tröstlich jetzt täglich wahrnehmen.
Auch der Hinweis auf Ihre persönlichen Impulse zum täglichen Evangelium sind mir jetzt
zugänglich und ich schließe diese täglich betrachtend dem Gottesdienst an. Es tut gut und ist sehr tröstlich, auf diese Art mit Ihrer priesterlichen Zuwendung verbunden zu sein bis wir hoffentlich wieder die Eucharistie im Gotteshaus mit ihnen und allen Gläubigen gemeinsam feiern können.
Mit dieser Aussicht in Zuversicht und geduldigem, unerschütterlichem Gottvertrauen wünsche ich Ihnen in dieser „Notzeit“ Gottes besonderen Schutz und Segen und bin Ihnen in diesem Sinn fürbittend nahe.“