Schmuckband Kreuzgang

Spontane private Hilfsaktion am 2. Weihnachtsfeiertag

Ca. 150 Päckchen und Taschen wurden in Frankfurt an Obdachlose verteilt

Hilfsaktion 2020 (c) N.Wolf
Hilfsaktion 2020
Datum:
Fr. 22. Jan. 2021
Von:
Angela Ewers

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
(Mt 25,40)

Tagtäglich hat sie auf dem Weg zur Arbeit in Frankfurt das Leid vor Augen. Obdachlose, die in Hauseingängen, vor Ladentüren oder Mitten auf der Zeil ihr Lager aufgebaut haben.
Jung und alt, Menschen aller Nationen die in der Kälte, bei Nässe, Eis und Schnee auf der Straße ums Überleben kämpfen.
Nicole Wolf, eine junge Frau und Mutter aus unserer Pfarrei, startete vier Tagen vor Weihnachten eine Hilfsaktion für die Obdachlosen in Frankfurt.
„Uns geht es trotz der Corona-Pandemie so gut, wir leben im Überfluss, haben im Schrank so viele Sachen die wir nicht brauchen oder doppelt haben, aber die Menschen dort kämpfen jeden Tag und jede Nacht ums Überleben“, mit diesen Worten beschrieb sie ihrer Mutter Hiltrud Keller von dem Leid der vielen Menschen, die in Frankfurt auf der Straße leben.
Zuerst sollte es nur eine private Aktion der Familien Wolf und Keller werden. Aber schnell sprach es sich in der Basilika herum und die Hilfsbereitschaft war enorm groß! Am 2.
Weihnachtsfeiertag, während die meisten zu Hause im Warmen, am gedeckten Tisch saßen, starteten fünf private Autos – voll gepackt bis unter den Rand – von Seligenstadt nach Frankfurt. Insgesamt waren 13 Personen im Altern von 17 bis 79 Jahren als Verteiler am Start. Etwa 150 Päckchen und Taschen gefüllt mit warmen Mützen, Schals, Socken, Kerzen, Mundschutz, Süßigkeiten und Obst, je 30 Kisten Mandarinen und Äpfel, Nüsse, Schokolade und Plätzchen wurden an verschiedene Orte in Frankfurt gebracht. Unter anderem in das Frauenhaus „Hanna“, den Franziskus Treff
(hier erhalten täglich über 200 Menschen eine Mahlzeit), Plätze auf der Zeil, an der Alten Oper, an der Taunusanlage und auf dem Römer.
Laut Nicole Wolf, waren die Reaktionen der Obdachlosen sehr unterschiedlich. Freude, ein einfaches Annehmen aber auch Ablehnung.
„Auch wenn einige Menschen nichts gesagt haben, konnte man die Dankbarkeit in ihren Augen sehen. Es hat Überwindung und Mut gekostet auf die Obdachlosen zuzugehen aber es hat uns alle an diesem Weihnachtstag erfüllt!“

Nicole Wolf und Hiltrud Keller waren überwältigt von der spontanen Hilfsbereitschaft der Menschen aus Seligenstadt und unserer Pfarrei.
Beide bedanken sich herzlich auch bei den ansässigen Firmen, die mitten
im Weihnachtsgeschäft die Hilfsaktion unterstützt haben. Danke an Edeka Beck, REWE Markt, Der Süße Löwer, Hofladen Ackerlei.