Schmuckband Rad

Die Vereinsgeschichte der Excelsa

Ein Jahrhundert im Dienste der Musik

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Seit über 100 Jahren gibt es die „Erhabene" am 16. März feiert sie jährlich ihr Jubiläum.

In der Geburtsstunde des katholischen Musikvereins „Excelsa" am 16. März 1911 unterschrieben 20 engagierte junge Arbeiter eine Verpflichtungsurkunde, in der es wörtlich hieß:

„Ich verpflichte mich durch Ehrenwort, fünf Jahre, vom 1. April 1911 bis 31. März 1916, aktives Mitglied des katholischen Musikvereins zu bleiben und ein weiteres Jahr, im Falle meines Austretens vom 1. April 1916 bis 31. März 1917, inaktives Mitglied zu sein. Zur größeren Sicherheit zahle ich einen Garantiefonds von zwanzig Goldmark".

Gründungsvater war der damalige Pfarrer Adam Malsi, der um die Jahrhundertwende die Steinheimer Pfarrei St. Johann übernahm und dem Musikverein den Namen „Excelsa" gab, zu deutsch „Die Erhabene". Die Bedeutung des Namens hat Pfarrer Malsi in gestochen scharfer Handschrift im Paragraph 2 der Statuten des Vereins festgehalten:

„Der Zweck des katholischen Musikvereins ist die Verherrlichung des Gottesdienstes und die Pflege der Unterhaltung".

Die "excelsa" wehrt sich gegen das Nazi-Regime

Ludwig Braun (c) Excelsa e.V.

Als Adolf Hitler 1933 die Macht übernahm, bedeutete das für viele Vereine „Gleichschaltung" und damit Untergang. Doch für Versammlungen, Kundgebungen und Aufmärsche wurde Marschmusik gebraucht und dafür auch die „Excelsa", die so in den Dienst der politischen Propaganda gestellt werden sollte. Ludwig Braun, Zeuge der damaligen Zeit, schrieb im „Auszug aus der Vereinsgeschichte":

Man versuchte der „Excelsa" eine neue Uniform und zwar das Braunhemd zu geben."

Der 2. Weltkrieg und der Protest des damaligen Vorsitzenden Adam Lenz bedeutete für die Vereinstätigkeit mehrfachen Stillstand. Die überwiegende Mehrheit der Aktiven war keiner NS-Organisation beigetreten und wehrte sich. Ludwig Braun hierzu:

„Mit keinesfalls erlaubten Mitteln setzte man der Kapelle zu, eine Schikane löste die andere ab, aber alles war vergebens."

Vielleicht war es die größte Leistung dieses Vereins überhaupt, mit seinen bescheidenen Mitteln dem unmenschlichen und allgegenwärtigen Faschismus die Unterstützung zu versagen.

Der Neuaufbau nach 1945

Das Vereinsleben der folgenden Jahre war ohne Michael Rebell nicht denkbar. Bereits mit 14 Jahren trat er 1913 dem katholischen Musikverein bei, spielte Es-Horn, Bariton und später Tenorhorn. Den Neuaufbau nach 1945 nahm er in die Hand und übernahm die Kapelle im Jahr 1950 als Dirigent. 

Musikalischer Austausch mit Frankreich

Excelsa in Franchville (c) Excelsa e.V.

Die „Excelsa" hat sich in Steinheim etabliert und ist aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken. Über Pfingsten 1993 reiste der Verein zum 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit etwa 200 Steinheimern nach Francheville. Die nach der Auflösung des befreundeten Musikvereins „Harmonie de Francheville" etwas eingerostete Beziehung zur  französischen Partnerstadt wurde durch den Kontakt zur „Big Band Gaby Suzat" wieder vertieft. So feierte man zusammen  die 25-jährige Verschwisterung der beiden Städte Francheville und Steinheim. 

100 Jahre Steinheimer Vereinsgeschickte

Mit der Zielsetzung „Zur Ehre Gottes und zur Freude aller" zu musizieren, hat die „Excelsa" schon ein Jahrhundert Steinheimer Vereinsgeschichte geschrieben. Auch zukünftig wird die „Erhabene" beweisen, dass man durch Musik im Herzen jung bleibt und sich den Herausforderungen der kommenden Jahre stellt.

Text von Susanne Gilg