Schmuckband Kreuzgang

Jahr der Barmherzigkeit

Nackte bekleiden - Beleidigern verzeihen

20160115-114947-jpg (c) Manuela Schäfer
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Mi 20. Jan 2016
Ronald Givens
Für die kommende Fastenzeit gestaltet eine Gruppe unter Anleitung von Frau Manuela Schäfer zwei Fastentücher für unsere beiden Kirchen.
20160116-134143-jpg (c) Manuela Schäfer
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In der Krippe von Bethlehem wickelte Maria das Kind Jesus in Windeln. Als Jesus auf dem Berg verklärt wurde, leuchteten seine Kleider strahlend hell. Die blutflüssige Frau wollte unbedingt den Saum seines Gewandes berühren. Herodes schickte den gefangenen Jesus in ein weißes Laken gehüllt zu Pontius Pilatus. Die Soldaten zogen Jesus einen purpurroten Mantel an. Am Kreuz wurde er nackt aufgehängt. Nikodemus und Josef von Arimathäa wickelten den toten Jesus in ein Leinentuch. Maria von Magdala verwechselte den Auferstandenen mit einem Gärtner.

Gott kommt in die Welt, wie wir. Nackt. Nackt geht er auch aus der Welt. Entblößt. Bloßgestellt. Immer wieder berichten die Evangelisten davon wie Menschen die Blöße Gottes bedecken. Mit Windeln, Laken, Gewändern. Die Verhüllung der Blöße Gottes sagt auch etwas über Schutz, Würde, Heilung, Zukunft, Scham und Liebe.

Das Jahr der Barmherzigkeit haben wir in unserer Pfarrei mit dem leiblichen Werk der Barmherzigkeit "Nackte bekleiden" begonnen. Mit der Gestaltung eines Fastentuches soll der Blick geschult werden was es in diesem Jahr der Barmherzigkeit zu entdecken gilt. Was zu verhüllen ist. Was Anstößig ist. Was übersehen wird. Was Sehgewohnheit geworden ist.