Schmuckband Kreuzgang

Sehnsucht

Lebensevangelium

Schmetterlinge (c) Ronald Ashley Givens
Schmetterlinge
So 5. Mai 2019
Ronald Givens

Nach der Eucharistiefeier lag ein Brief vor der Pfarrhaustür und darin zwei Schmetterlinge und eine Karte. An diesem Wochenende wird das Evangelium verkündet, das erzählt wie Jesus den Jüngern, besonders dem Petrus, nach seiner Auferstehung am See Genezareth begegnet.

Mein ganzes Leben ist mit diesem Text verknüpft. Kein anderes Evangelium hat mich tiefer berührt. Es steht nicht nur auf meinem Primizbildchen, ich habe diesen Abschnitt des Johannes Evangeliums in den tiefsten Krisen mit Tränen in den Augen gelesen.

Der Auferstandene hat Sehnsucht. Nach seinen Freunden. Was nützt der ganze Himmel ohne die, die man liebt? Nicht nur die Liebe kann der Tod nicht löschen, auch die Sehnsucht gehört zur Auferstehung.

Das Kohlefeuer, das Jesus am Ufer für die Jünger entzündet wird so zum Leuchtfeuer, das den Freunden anzeigt wo der sichere „Hafen“ ist, an dem sie mit Sehnsucht erwartet werden.

An diesem Morgen am See Genezareth offenbart sich am brennenden Kohlenfeuer ein Gott, dessen Herz voller Sehnsucht ist nach denen, die er Freunde nennt.

Zwei Schmetterlinge erinnern mich in dieser Osterzeit daran, dass Gott seinen Himmel mit uns teilt, aus einem einzigen Grund: weil seine Liebe zu mir sich nach einer Antwort sehnt, die seine Auferstehung „vollendet“.