Schmuckband Kreuzgang

Krankheit und Sterben

Bergamo, Sterben des Heiligen Josef (c) Ronald A. Givens
Bergamo, Sterben des Heiligen Josef

Immer wieder neu wird die Frage gestellt: Was kann ich tun bzw. was muss ich tun, wenn ein Mensch, der mir anvertraut ist, das letzte Stück Lebensweg begonnen hat? Wie macht man das als Christ in der katholischen Kirche? Welche Hilfen gibt es?
Zunächst kann es hilfreich sein, sich im Lesen an diese Zeit des Sterbens und die Fragen, die damit verbunden sind, heranzutasten. Vielleicht dient dies auch als Vorbereitung auf ein Gespräch mit einem Seelsorger oder mit dem Sterbenden selbst.

Im Gesangbuch

Im Neuen Gotteslob gibt es ab der Nummer 608 eine Reihe von Hinweisen, mögliche Gebete und Anregungen zum Thema Tod und Sterben. Es ist sicher auch eine Möglichkeit als Partner oder Familie, diesen Abschnitt im Gesangbuch in guten Tagen miteinander zu lesen und darüber zu sprechen. Was kann sich der Einzelne für sich selbst vorstellen und was eher nicht? Welche Lieder oder Gebete sind Lieblingslieder oder wichtig? Bei meinen Besuchen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Kranke oder Sterbende, die schon lange nicht mehr sprechen können, auf ein bestimmtes Lied reagieren oder bei den Grundgebeten plötzlich mitbeten. Es ist gut voneinander zu wissen, welche Lieder und Gebete jemand im Herzen trägt und vielleicht in einer Demenz, in einer Bewusstlosigkeit oder Erschöpfung "mitnimmt".

Broschüre „Die letzten Wochen und Tage“

Vom Diakonischen Werk und vom Krebsverband Baden Württemberg gibt es eine sehr hilfreiche Broschüre mit dem Titel: "Die letzten Wochen und Tage. Eine Hilfe zur Begleitung in der Zeit des Sterbens". Sie kann gegen eine kleine Schutzgebühr über das Diakonische Werk bezogen werden. Sie erhalten sie auch gegen eine kleine Spende in unserem Pfarrbüro.

Das „Sterbesakrament“

Das eigentliche Sterbesakrament ist die Wegzehrung, die Kommunion, der Empfang des Leibes Christi in Form der Hostie. Christus geht in der Gestalt des Brotes, in der Hostie mit. Gerne bringen wir die Kommunion nach Hause oder auch ins Krankenhaus, wenn Sie dies wünschen.

Die Hauskommunion

Jeden ersten Freitag im Monat erhalten viele Kranke oder ältere Pfarreiangehörige, die nicht mehr zur Kirche kommen können, die Kommunion. Sie wird ihnen von Kommunionhelfern nach Hause gebracht. Gerade wenn der Mensch, den Sie begleiten, oft den Gottesdienst besuchte, sollten sie ihm diese Möglichkeit anbieten. Unser Pfarrbüro berät Sie gerne und regelt auch den Besuch der Kommunionhelfer.

Die Krankensalbung

Die Krankensalbung ist kein Sterbesakrament, sondern ein Sakrament zur Stärkung, zum Trost und zum Aufrichten in der Krankheit. Gerade vor einer schwierigen Operation oder in einer schweren Krankheit ist es sinnvoll, sich dieses Sakrament spenden zu lassen. Sie kann auch mehrfach empfangen werden. Die Krankensalbung kann im Anschluss an jeden Gottesdienst erfolgen, aber auch zuhause oder im Krankenhaus. Im St. Josefs-Krankenhaus besteht jeden Sonntag die Möglichkeit, die Krankensalbung zu empfangen und natürlich in Notfällen jederzeit.

Wenn jemand im Sterben liegt, kann er unter Umständen die Kommunion nicht mehr schlucken. Vielleicht ist er auch nicht mehr ansprechbar. Dann kann die Segnung mit dem Taufwasser oder auch die Salbung mit dem Krankenöl eine wichtige Hilfe sein, um dem Sterbenden Ruhe zu schenken und ihm sowie seinen Angehörigen die Nähe Christi zuzusprechen. Melden Sie sich bitte einfach im Pfarrbüro, wenn Sie dies wünschen und ein Priester kommen soll. Es ist sinnvoll, dies im Kreis der Familie und Freunde zu feiern und zu vollziehen.

Oft besteht in Familien die Sorge, den Kranken nicht beunruhigen zu wollen. Mancher schiebt gerade das Gebet, die Segnung oder Salbung sehr weit hinaus. Nach meiner Erfahrung ist es hilfreich, auch das Sterben ins Wort zu bringen und die Sprachlosigkeit zu überwinden. Es ermöglicht, sich zu verabschieden, einander zu danken und zu segnen, aber auch sich auszusprechen und zu versöhnen. Das ist für alle ein wichtiger Moment. Je mehr ein Kranker oder ein Sterbender dies bewusst vollziehen kann, umso besser für ihn und seine Angehörigen. 

Natürlich stehen wir Ihnen auch zu einem Gespräch zur Verfügung, beraten Sie und sprechen mit Ihnen darüber, was für Sie selbst und für den Menschen, den Sie begleiten, eine gute Form wäre, um auch aus dem Glauben heraus dieses Stück Lebensweg mitzugehen. Sprechen Sie uns an.

Pfarrer Dr. Ronald Givens