Schmuckband Kreuzgang

Impuls zum Dienstag

Amos

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Mo 29. Jun 2020
Matthias Lich

Der Prophet Amos (Am 3, 1-8; 4, 11-12) stellt eine Frage, die aufhorchen lässt:

Gott, der Herr, spricht – wer wird da nicht zum Propheten?

 

Gott spricht. Das setzt der Prophet Amos voraus, das ist für ihn klar.

Gott teilt sich uns Menschen mit. Aber es ist gar nicht so einfach, ihn zu hören. Zumindest wirkt es so Denn wer hat Gott je wirklich mit sich sprechen hören? Wer hat seine Stimme aus „dem Off“ je gehört?

Alles wäre so viel klarer, wenn Gott ab und zu einfach mal eine klare Botschaft in die Welt rufen würde. Aber so ist es eben nicht.

Trotzdem gibt es sie, die Stimme Gottes. Und eine Herausforderung ist, sie wahrzunehmen.

Manchmal spricht Gott durch andere Menschen hindurch. Das können wir zum Beispiel daran merken, wenn sich ein Gespräch mit jemandem plötzlich sehr gut und richtig anfühlt und man spürt, dass man vom anderen verstanden und erst genommen wird. Wenn der andere mit dem, was er sagt, unser Herz berührt.

Oder wenn man in sich hinein hört, bevor man eine wichtige Entscheidung treffen muss: Meistens ist da etwas in uns, das uns sagt, welchen Weg wir gehen sollen. Auch wenn dieser Weg nicht der bequemste ist und erstmal wie ein Umweg wirkt.

 

Wir können Gott hören, aber wir müssen das, was er uns sagen will, auch zulassen.

Und wenn das geschehen ist, merken wir plötzlich, was zu tun ist. Dann werden wir aktiv und überlegen, was wir tun können, um Gottes Botschaft in die Welt zu bringen. Das muss nichts Großes sein – oft reicht es, wenn wir dort anfangen, wo wir gerade sind. Und uns da einbringen, wo es in diesem Moment nötig ist. Dann werden wir automatisch zu Propheten.

(Kpl. Simon Krost)