Schmuckband Kreuzgang

Impuls zum Freitag

Liebst du mich?

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Fr 29. Mai 2020
Matthias Lich

Im heutigen Evangelium stellt der auferstandene Christus seinem Freund Petrus dreimal dieselbe Frage: „Liebst du mich?“ Und er gibt ihm auch dreimal eine ganz klare Aufgabe: „Weide meine Schafe!“

Jesus beruft Petrus in eine verantwortungsvolle Position: Er soll sich um seine Herde kümmern, sein Vertreter auf Erden werden, wenn er selbst nicht mehr greifbar da sein wird.

Blicken wir zurück: Petrus ist der, der wirklich viel für Jesus aufgegeben und ihn unterstützt hat. Aber er ist auch der, der ihn verleugnet hat und der ihm nicht immer vertrauen konnte … Petrus ist einer von uns, ein Mensch mit Stärken und Schwächen. Und als solchen ruft Jesus ihn in seine Nachfolge.

Die einzige Voraussetzung ist seine Liebe zu Jesus.

Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder und jede von uns genau wie Petrus von Jesus berufen ist –mit seinen Stärken und Schwächen.

Jeder und jede von uns soll an seinem/ihrem Platz Jesu Schafe weiden und sich für die Herde einsetzen. Und dabei kommt es nicht auf Perfektion an. Es kommt darauf an, ob ich ihn liebe, ob ich darauf vertrauen kann, dass er mich so annimmt, wie ich bin. Und deshalb kann ich es wagen, Aufgaben in Angriff zu nehmen – mit der Gefahr auch einmal zu scheitern.

Und vielleicht liegt gerade in unserem Unperfektsein die Chance für unsere Gemeinschaft, vielleicht macht genau das „die Herde Jesu“ aus?

„Unperfekt Wir halten uns oft für nicht gut genug. Aber wir sind alle fehlerhaft, niemand ist makellos. Und das ist eins der größten Geschenke, die Gott uns gemacht hat: Dass wir fehlerhaft sind. Ja, wir sind nicht perfekt. Aber ist es nicht genau das, was eine Gemeinschaft ausmacht, dass wir alle unterschiedlich sind? Dass wir unterschiedlich unperfekt sind - das ist Gottes Geschenk für unsere Gemeinschaft.“ (Hanna Adler) 

(Pastoralreferentin Janina Adler)