Schmuckband Kreuzgang

Impuls zum Montag

Maiandacht

P1080351 (c) E. Adler
So 24. Mai 2020
Matthias Lich

Heute wäre die letzte Maiandacht hier in der Marienkapelle gewesen. Aber auch in Zeiten von Corona, in der die Andachten nicht stattfinden konnten, ist Maria mitten unter uns. Wir hatten Gelegenheit, jeden Tag zur Muttergottes in die Marienkapelle zu kommen und dort unsere Sorgen, Fürbitten und unseren Dank vorzutragen und uns eine Auszeit von dem „neuen Alltag“ zu nehmen. Und rückschauend können wir uns die Frage stellen: Wer ist Maria für uns – wer ist Maria für mich? Hierzu einige Gedanken:

Maria ist eine Heilige, die viele Facetten in sich birgt. In der Bibel finden sich unzählige Stellen, in denen wir Maria begegnen, wie z.B. Mt 1,1-25, Lk 1, 26-38 oder Joh 19,26f. Natürlich ist da eine große Frömmigkeit, die sich auch in den zahlreichen Marienwallfahrtsorten spiegelt. Doch eigentlich geht es darum, Maria wirklich in unserem Leben spürbar werden zu lassen: als eine von uns. Eine Frau, die Mutter, Partnerin und hart arbeitende Frau war. Jemand, der sich Sorgen machte um die Zukunft, vor allem jene des Kindes und vor allem als Begleiterin auf dem schwersten Weg, den man als Mutter mit seinem Kind wohl mitgehen kann: durch Spott und Hohn den Kreuzweg bis zum Tod.

Maria ist mitten unter uns – mit jedem der Leid trägt und nach Wegen im Leben sucht.

Der Marienmonat Mai lädt uns jedes Jahr neu dazu ein, einmal der Frage nachzuspüren: Wer ist Maria für mich?

Und so möchte und kann ich all meine Fragen in der folgenden Betrachtung zusammenfassen:

Maria

So fremd bist du mir manches Mal und doch wieder so nahe. Eine Frau mit den Sorgen, die auch die meinen sind.

Ein rebellisches Kind, eine beschwerliche Reise,

der Tod eines lieben Menschen.

Du kennst es. So wie ich es kenne.

Und dann gibt es da die Momente, in denen ich mich frage, wer du warst.

Wirklich eine Frau, der ich mich so nahe fühle?

Oder doch die, von der so viele Gebete sprechen?

Eine, an der kein Makel ist. Eine, die nie gezweifelt hat.

In diesem Moment versuche ich mir, dich vorzustellen.

Natürlich bist Du nicht ich. Aber du bist eine Frau wie ich.

Du kanntest Sorgen und Nöte wie ich.

Du hast Gott zutiefst vertraut. – Das gelingt mir nicht immer.

So fremd bist Du mir manches Mal und dann doch wieder so nahe.

Ich glaube, das darf so sein.

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Am Ende der letzten Maiandacht in diesem besonderen Jahr möchten wir – wie in den Maiandachten der vergangenen Jahre - Maria um ihren Segen bitten:

Segne du, Maria, segne mich, dein Kind,

dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find!

Segne all mein Denken, segne all mein Tun,

lass in deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn!

Lass in Deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn! … ……

(Hildegard Mai und Else Adler)