Kirche Christkönig in Alsfeld
Kirche Christkönig in Alsfeld
Kirche Christkönig in Alsfeld
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Kirche Christkönig in Alsfeld
St. Matthias Homberg
St. Matthias Homberg
St. Matthias Homberg
St. Matthias Homberg
St. Matthias Homberg

Sakramente

Heiliger Krimskrams, Hokuspokus, Zauberei oder was?

Das lateinische Wort „sacramentum" wurde in der vorchristlichen Antike für den Fahneneid verwendet, also für eine verbindliche Zusage: Da gab jemand sein Ehrenwort der Treue. In der Kirche bedeutet Sakrament genau in diesem Sinne die verbindliche Liebeszusage Gottes an die Menschen. Gott schwört uns Menschen seine liebevolle Treue. Er tut dies aber nicht auf abstrakte Weise, sondern durch sichtbare Zeichen.  

Die Kirche feiert die Sakramente als Rituale. Gefühle, die wir sonst nur schwierig ausdrücken können, kommen in sakramentalen Feiern mit wenigen Worten, durch würdige Gesten und heiligen Handlungen zum Ausdruck. Rein äußerlich gesehen wird ein durch einen Menschen vollzogen, aber allein Gott ist es, der im Sakrament unsichtbar wirkt. Sakramente sind vor diesem Hintergrund sinnlich erfahrbare Symbole der Gegenwart und Liebe Gottes. Sie sind symbolische Darstellungen des Heils: Weil Gottes Schöpfung bis in die letzte Faser von Gottes Geist durchdrungen ist, sind seine Gnade und sein Heil immer und überall. In den Sakramenten wird das ausdrücklich ausgesagt, angenommen und gefeiert, was in der Welt immer und überall geschieht. Bildlich kann man sich Sakramente als begnadete Gipfel eines „heiligen Berges" vorstellen: Sie entspringen dem Alltag, führen aus ihm heraus in eine „heilige Auszeit" und geleiten den Empfänger wieder zurück ins alltägliche, aber verwandelte Leben.

In der römisch-katholischen Tradition gibt es insgesamt sieben Sakramente. Sie werden in der Regel an markanten Wendepunkten im Leben eines Menschen gefeiert: nach der Geburt (Taufe), nachdem ein Kind mündig geworden ist (Beichte und Eucharistie), wenn es erwachsen wird (Firmung); bei der Entscheidung für eine Lebensform (Ehe und Weihe) sowie im Alter oder in schwerer Krankheit (Krankensalbung). Sakramente gestalten das Leben eines Christen. Persönliche Riten sind notwendig, damit wir den Wert des Lebens erfahren: „Ohne Rituale wird das Leben leer und sinnlos. Alles ist nur noch banal. Es gibt nur noch Arbeit und Vergnügen, aber keinen tieferen Sinn" (Anselm Grün).

Als Katholik darf man das Sakrament der Beichte, Eucharistie, Ehe und Krankensalbung mehrmals im Leben empfangen. Die Taufe, Firmung und Weihe jedoch prägen dem Empfänger ein solch unauslöschliches Prägemal ein, so dass sie nur einmalig empfangen werden können. Ihre Gnadenwirkung hat bleibenden Charakter. Einmal auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft - für immer getauft! Einmal mit dem Heiligen Geist besiegelt - für immer gefirmt! Einmal zum Diakon, Priester oder Bischof geweiht - für immer geweiht!

 

Sakramentalien

so was ähnliches wie Sakramente

Sakramentalien ahmen in gewisser Weise als heilige Zeichenhandlungen die Sakramente nach. Sie wirken allerdings nicht wie die Sakramente von sich heraus, sondern ihre Wirkung beruht auf dem Weihegebet der Kirche sowie dem Glauben und Vertrauen des Spenders und Empfängers. Zu den Sakramentalien zählen verschiedene gottesdienstliche Feiern, z.B. Segnungen und Weihungen von Gegenständen oder Personen, Exorzismen, Prozessionen, die Spendung des Aschenkreuzes am Aschermittwoch, die Segnung der Palmzweige am Palsonntag, die Fußwaschung am Gründonnerstag, die Kreuzverehrung am Karfreitag sowie die kirchliche Begräbnisfeier. Manche Segnungen (als Lobpreis Gottes) sind nur Klerikern (geweihten Geistlichen) vorbehalten, manche dürfen auch von „Laien" (von griech. „laos" = Volk) gespendet werden. Während der Bischof auf diözesaner Ebene segnet, segnen Priester, Diakone und beauftragte Laien im pfarrgemeindlichen und örtlichen Leben; auf familiärer Ebene segnen Eltern ihre Kinder.