Schmuckband Rad

Die Kommende des Deutschen Ordens in Ober-Flörsheim 1237-1801

OF Kommende Wappen (c) Pfarrer Bretz
OF Kommende Wappen

Vorbemerkung

Unsere Pfarrgruppe ‚Alzeyer Hügelland‘ ist reich an Klöstern und geistlichen Gemeinschaften.

 

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten:

http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de

http: www. Regiionalgeschichte.net

-  Pfälzisches Klosterlexikon, Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden Bd.1  4, hg. Jürgen Keddigkeit u.a., Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern, 2014-2017.

-- Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Kreis Alzey-Worms 20.1 – Verbandgemeinde Alzey Land.bearb, Michael Huyer u. Dieter Krienke, Worms, 2013.

 

Die geistliche Gemeinschaft, die am längsten Bestand hatte ist die Kommende des Deutschen Ordens in Ober-Flörsheim, nämlich seit 1237, dem umfangreichen Grundbesitz bis zur Auflösung 1801.

Deutscher Orden, da denkt man zunächst an Kreuzzüge und das Ordensland im Osten, an Kampf und Krieg, aber kaum einer weiß, dass der innere Kern eine geistliche Gemeinschaft war, die diesen Anspruch wenigstens in den ersten Jahrhunderten lebte. Wer sich näher für den Orden interessiert findet hervorragende Informationen:

Der Deutsche Orden

                deutscher-orden.de

                damian-Jungs.de (Geschichte)

- Klaus Militzer, Die Geschichte des Deutschen Ordens, Kohlhammer Urban, Stuttgart, 2012.

- Marian Tumler, Der  Deutsche Orden. Von seinem Ursprung bis zur Gegenwart, 4. Erw. Aufl, Kevelaer, 1986.

- Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400,  Panaorama, Wien, 1954.

- Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens: über 50 Bände -  darunter:

Bd.56, Klaus Militzer, Von Akkon zur Marienburg, Marburg, 1999.

Bd.18, Udo Arnold u.a., Elisabeth, Der Deutsche Orden und ihre Kirche, Marburg, 1983.

Bd.1, Klemens Wieser, Acht Jahrhunderte Deutscher Orden, Bad Godesberg, 1967.

Bd. 16, Klaus Militzer, die Entstehung der Deutschordensballeien im Deutschen Reich, 2. Überarb. Aufl., Marburg, 1981.

Johannes Voigt, Geschichte des Deutschen Ritterordens i seinen Zwölf Ballein, Zwei Bände, Berlin 1857, 1859, Reprint 2017.

Für die Kommende in Ober-Flörsheim unerlässlich:

Pfälzisches Klosterlexikon, Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden Bd.3, hg. Jürgen Keddigkeit u.a., Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern, 2015, Seiten 330-357.

 

Die hier aufbereiteten Informationen sind in drei Abschnitte gegliedert:

  1. Ursprung und Anfang. Von Akkon über Marburg nach Ober-Flörsheim
  2. Die Spiritualität der ‚Brüder vom Deutschen Hause Sankt Mariens zu Jerusalem‘, kurz Deutscher Orden

III. Bis zum bitteren Ende . Reformation, Neuzeit, Revolution und Auflösung, ‚des deutschen Adels Hospital‘

 

.

  1. Anfang und Ursprung

Von Akkon und Jerusalem – über Marburg nach Ober Flörsheim

1237 erwirbt die Deutschherren-Kommende von Marburg für 850 Mark Silber in Ober-Flörsheim vom Benediktinerkloster Hugshofen den gesamten Besitz, umfangreiche Ackerflächen und Weinberge nebst den dazugehörigen Gebäuden. Von Graf Eberhard von Eberstein erwirbt Marburg die Vogteirechte über das Dorf. Ab diesem Moment ist der Ritterorden dort präsent, auch wenn erst um 1250 ein bestehender Konvent bezeugt ist und 1271 ein eigener Komtur bezeugt ist. Die Marburger Kommende investiert viel. Die Kommende in Ober Flörsheim wird also im Auftrag des Landkomturs und er Kommende in Marburg in der Schaffnerei deren Besitz verwalten, sowie dann zum Unterhalt von Konvent und Gebäuden den eigenen Besitz. Der Landkomtur von Marburg war rechtlich der Pfarrer des Dorfes und der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Die Kommende war eine der größten Kommenden des Ordens im oberrheinischen Gebiet mit drei Ordenspriestern und bis zu sieben Ordensrittern. 1451 werden bei einer Visitation 40 Mägde und Knechte benannt, dazu noch die Pächter, die zum Teil im Bereich der Kommende wohnen konnten.. Sie gehörte so zur Ballei Hessen/Marburg,

Ober Flörsheim ist also eine recht große Kommende. 1237 waren es vom Kloster Hugshofen drei Höfe mit 107 Morgen Land und Weinbergen. 1280 kaufte der Orden von Gozzo von Flörsheim 48 Morgen Acker und 18 Morgen Weinberge, dazu Weideflächen, Höfe und  Mühlenanteile.

Im 18. Jahrhundert besaß der Orden mit 1482 Morgen etwa die Hälfte der dörflichen Gemarkung. Die Felder lieferten Anfang des 15. Jahrhunderts 400 Malter Spelz und 580 Malter Korn. Der Viehbestand betrug 141: 26 Pferde, 5 Fohlen, 6 Esel, 44 Schafe, 32 Kühe und 150 Schweine.

Neben diesem Besitz wurde Grundbesitz in weiteren 40 Orten verwaltet.

 

Die Kommende in Marburg.

1228 gründete Elisabeth von Thüringen in Marburg das Franzsikushospital, dass nach ihrem Tod von Franziskaner betreut wurde. Auf Drängen des Landgrafen Heinrich übertrug Papst Gregor IX am 1. Juli 1234 das Spital dem Deutschen Orden und in der Nähe des Spitals, dass bis zu 100 Bedürftige aufnehmen konnte entstand die Kommende.

1235 beginnt der Bau der großen Elisabethkirche, die die Gebeine der Heiligen barg. Die Kommende wuchs und auch die Stiftungen. 1234 taten ohne die Ordensritter, sieben Ordenspriester, zwei Diakone, zwei Subdiakont und zwei Akolythen im Hospital ihren Dienst.

1287 waren es sieben Ordenspriester und zehn Ordenritter, 1451 elf Ordenspriester und zwölf Ordensritter.

Die Kommende wuchs schnell. Ihr unterstellt waren die Kommenden Flörsheim, Ober-Möllrich, Giefenstedt, Wetzlar und Reichenbach.

Die erwirtschafteten Einkünfte dienten dem Konvent (Bau und Leben), dem Hostpitalt und der Unterstützung der Burgen und Ritter im Heiligen Land und im Osten. Die Gelder wurden an den Hochmeister abgeführt.

 

Der ‚Deutsche Orden‘ sagt man gemeinhin. Genau heißt er: Ordo fratrum domus hospitalis Theutonicorum sanctae Mariae in Jerusalem‘, der Brüderorden des deutschen Hospitals der Heiligen Maria in Jerusalem.

Wie bei vielen geistlichen Gemeinschaften entsteht auch der Deutsche Orden aus einer konkreten Situation. Es ist die Zeit der Kreuzzüge.

Nach dem Fall Jerusalems kämpften die Kreuzritter 1190 vor Akkon. Bremer Kaufleute, Frauen wie Männer, stifteten Schiffssegel zur Errichtung eines Feldlazarettes. Es ist zunächst einzig eine Hospitalbruderschaft aus Frauen und Männern mit der Aufgabe der Pflege der Verwundeten und der Kranken. Aus dieser Hospitalbruderschaft erwächst der am 19.02.1199 anerkannte Orden. Für die Pflege galt die Regel der Johanniter und für den Kampf die Regel der Templer. Dann wurde dem Orden eine eigene Regel durch den Papst zugestanden. Mit der Gunst der Staufer wuchs der Orden. Er bekam Rechte zur Betreuung des bis 1198 bestehenden Hospitals in Jerusalem mit der Marienkirche im heutigen jüdischen Viertel. Erst durch geschicktes Taktieren Friedrich II konnten 1229 die Christen zurückkehren.

Der Sitz des Hochmeisters war zunächst Akkon und die Burg Montfort.

Mit der Niederlage der Kreuzzugsheere wurde der Hochmeistersitz nach Venedig verlagert, dann schließlich nach Ostpreußen auf die Marienburg.

In Palästina und im Osten standen die Ordensritter unter Waffen. Große Hospize gab es auf Sizilien und in Venedig.

 

In der ersten Regel heißt es:‘ 1. PROLOG

  1. Im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit künden wir allen, die gegenwärtig sind und in Zukunft kommen werden, wie und wann der Orden des Hospitals St. Mariens des Deutschen Hauses von Jerusalem entstanden ist und von wem er gegründet wurde. Im Jahre 1190 nach der Geburt unseres Herrn, zur Zeit, in der Akkon in den Händen der Christen war, nachdem es mit Gotteshilfe aus den Händen der Ungläubigen zurückgewonnen werden konnte, befanden sich im Heer eine Schar guter Leute aus Lübeck und Bremen. Aufgrund der Milde unseres Herrn erbarmten sie sich der vielfältigen Gebrechen, die die Kranken im Heere auszustehen hatten, und gründeten das genannte Hospital unter einem Schiffssegel (daz ein kocke geheizen ist). Hier brachten sie die Siechen mit großer Sorgfalt (andaht) unter und pflegten sie mit viel Fleiß…

 

GELÜBDE - DIENST AM KRANKEN

Dies ist die Regel der Brüder vom Deutschen Hause Sankt Mariens
Zum Lobe der Heiligen Dreifaltigkeit beginnt hier die Regel der Brüder vom Hospital Sankt Mariens des Deutschen Hauses von Jerusalem. Sie teilt sich in drei Teile. Der erste Teil spricht von der Keuschheit, vom Gehorsam und von der Lebensweise ohne Eigentum (Armut). Der andere Teil handelt über das Hospital, wie und was man haben darf. Der dritte Teil spricht von den Dingen, die die Brüder schuldig sind zu halten. R 5: Von der Aufnahme der Kranken So soll man die Kranken im Hospital empfangen. Wenn der Kranke angenommen wird, soll er, noch bevor man ihn zu seinem Krankenlager (stat der ruwe) bringt, seine Sünden beichten, wenn er die Kraft dazu hat und jemand da ist, dem er sie beichten kann; auch soll er den Leib des Herrn empfangen, damit er auf sein Gebet hin gerettet werde. Anders könne man niemanden ins Hospital aufnehmen. …...R 6: Von der Pflege der Kranken Hat der Kranke einen Platz im Hospital erhalten, soll man ihn nach des Spittlers klugem Ermessen, der die Not seiner Krankheit beachten möge, sorgfältig und mit Fleiß pflegen. Nach Ermessen möge man im höchsten Hause, das ist der Hauptsitz des Ordens, Ärzte haben nach der Gegebenheit und der Möglichkeit des Hauses und der Anzahl der Kranken. Nach der Weisung der Ärzte und dem Vermögen des Hauses soll man die Kranken barmherzig pflegen und sie liebevoll behandeln. Alle Tage gebe man ihnen in Liebe zu essen, noch bevor die Brüder essen. An den Sonntagen lese man ihnen die Epistel und das Evangelium vor, besprenge sie mit Weihwasser ….. Es ist ihm und dem Rat der weisen Brüder überlassen, im genannten Hospital Ärzte einzustellen

 ‘

Zurück nach Ober-Flörsheim

Gemeinhin denkt man bei Kommende an Ritter, Kreuzzüge und Kampf und man vergisst, dass aus den Zeiten der Kriege nicht zuerst ein Heer erwächst, sondern eine geistliche Gemeinschaft. Ein Lebens- und Gebetsgemeinschaft.

In der ersten Regel heißt es:   R 1: Vom Gebot der Keuschheit, des Gehorsams und der Armut   Drei Dinge sind die Grundfeste eines jeglichen geistlichen Lebens; sie sind geboten in dieser Regel. Das erste ist die Keuschheit ewiglich, das andere ist der Verzicht auf den eigenen Willen, das ist Gehorsam bis an den Tod, das dritte ist das Versprechen der Armut, dass der ohne Eigentum lebe, der in diesen Orden eintritt. Diese drei Dinge bilden und stellen dar jenen Menschen nach dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus, der keusch war und es blieb im Geiste wie am Leibe, dessen Armut bereits bei seiner Geburt begann, da man ihn in ärmliche Windeln wickelte (bewant mit cranken tücher inen). Armut begleitete ihn auch in seinem Leben, bis er durch uns nackt am Kreuze hing. Er hat uns auch im Gehorsam ein Vorbild gegeben, indem er seinem Vater gehorsam war bis in den Tod. So hat er selbst den Gehorsam geheiligt, da er sprach: Ich bin nicht gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen meines Vaters, der mich gesandt hat…...  R 2: Von den Gütern und dem Besitz der Gemeinschaft   Die Brüder können aufgrund der großen Unkosten, die bei so vielen Leuten, dem Hospital, der Ritterschaft, den Kranken und den Armen erwachsen, Güter und Erwerb haben auf den gemeinsamen Namen des Ordens und ihres Kapitels sowie Äcker, Weingärten, Mühlen, Festungen, Dörfer, Pfarreien, Kapellen, Zehent und sonstige Dinge, die ihnen aufgrund der verliehenen Privilegien zustehen. Sie können auch Menschen, Frau wie Mann, Knechte und Mägde, zu ewigem Rechte besitzen.   R 8: Vom Gottesdienst   Die Priester und die Laienbrüder sollen am Tag, bei Nacht und zu den festgesetzten Gebetszeiten gemeinschaftlich zum Gottesdienst kommen. Die Priester singen und lesen aus den Brevieren und Meßbüchern, die dem Orden entsprechend geschrieben sind; die anwesenden oder auch abwesenden Laienbrüder sollen anstelle der Metten dreizehn Pater noster sprechen, für jede andere Hore sieben, ausgenommen die Vesper, zu der sie neun Pater noster beten. Dieselbe Anzahl an Vater unser sollen sie für das marianische Offizium sprechen. Den genügend gelehrten Laienbrüdern jedoch, welche von sich aus oder mit Erlaubnis des Meisters mit den Priestern die Tagzeiten und das Stundengebet Unserer Frau, sowohl Psalmen wie auch das übrige Offizium, die zum Gebet der Priester gehören, beten, sind die den Laienbrüdern gesetzte Zahl der Pater noster erlassen. Den Brüdern, welche ein Amt bekleiden, ist es erlaubt, gelegentlich vom Gottesdienst und von der geistlichen Unterredung fernzubleiben, wenn dringende Geschäfte ihres Amtes dies erfordern. …R 10: Das Gebet für Lebende und Tote - Die Brüder sollen sorgfältig darauf achten, dass die schuldigen Fürbitten für die Toten, die schon vor dem Gericht Gottes stehen und rasche Hilfe brauchen, nicht verzögern. Darum gebieten wir, dass der Ordenspriester für jeden eben gestorbenen Bruder seines Hauses die Totenfeierlichkeiten begeht wie es das Brevier des Ordens vorschreibt. Der Laienbruder aber soll für die Brüder seines Konventes hundert Vaterunser beten. Das gleiche gilt für die Brüder, die nicht in Konventen sind. Für die Brüder, die anderswo sterben, beten sie täglich fünfzehn Vaterunser…….R 18: Das Schweigen

- Wenn die Komplet gesprochen ist, halten die Brüder bis zur Prim des folgenden Tages das Schweigen. Falls der Dienst, die Pflege der Pferde und andere Dinge, die ihnen zeitweilig anvertraut sind, es verlangen, dürfen sie mit den Waffenknechten und anderen leise und kurz sprechen; doch sollen sie die günstigste Stunde wählen. Das Gebot gilt nicht bei Diebes- und Feuersnot oder ähnlichem. Wer aus solchen Gründen sprechen musste, bete vor dem Schlafen ein Vaterunser und Ave-Maria.

Der Tagesablauf ist wie im Kloster geprägt vom Rhythmus der Gottesdienste und Gebetszeiten. Prägend war die orientalische Liturgie, der Chorherren vom Heiligen Grab in Jerusalem.

Das Chorgebet, bestehend aus Matutin, Prim, Terz, Sext, Non und Komplet, war für alle Ordensbrüder verpflichtend. Auch jene, welche nicht lesen konnten, mussten an diesen teilnehmen, sollten aber statt der lateinischen Psalmen eine bestimmte Anzahl von Vaterunser und Ave Maria beten. Waren nicht wenigstens ein Priesterbruder und ein Scholar anwesend, so konnte es gesprochen werden, sonst war alles zu singen.

Das Gebet gliederte den Tag:

vor Sonnenaufgang      Matutin

6.00 Uhr                        Hl. Messe und Prim

9.00 Uhr                        Terz

12.00 Uhr                      Sext

15.00 Uhr                      Non

18.00 Uhr                      Vesper und Komplet

Zudem wurde nach jeder Hore ein Salve Regina gesungen und zur Prim und zur Komplet das Credo gesprochen.

 

Was nun in Ober Flörsheim entsteht ist eine ansehnliche Kommende, die heutigen Reste zeigen die barocke Überformung eines gotischen Baubestandes. Die Gebäude spiegeln das tägliche Leben zwischen Gebet und Arbeit.

Der Kommendenalltag und die Ämter

Tätigkeit

Relativ viele Tätigkeiten waren durch Ämter vergeben, welcher eine Ernennung vorausgegangen ist.

O B E R E

Eigentlich gab es nur einen Ordensoberen im Haus, welcher Weisungsgewalt besaß, nämlich den Komtur. 

Komtur  Der Komtur war nicht nur der Ordensobere der einer Kommende zugehörigen Ordensbrüder, sondern zugleich auch der "Geschäftsführer" eines ganzen Betriebs. Im klösterlichen Bereich oblag ihm für die Einhaltung der Ordensregel zu sorgen, wie auch für die Bedürfnisse der einzelnen Ordensbrüder

Hauskomtur  Der Hauskomtur war der Stellvertreter des Komturs. Dieser übertrug ihm verschiedene Aufgaben, welche er in seinem Auftrag und seinem Namen ausführte.

Baumeister  Eine Kommende bestand stets aus dem eigentlichen Konventssgebäude, welchem noch weitere Wirtschaftsgebäude angeschlossen waren. Zudem waren zahlreiche Häuser, Guts- und Pfarrhöfe in ihrem Besitz. Die Instandhaltung dieser Gebäude lag in der Verantwortung des Baumeisters. Er kontrollierte ihren Zustand, beauftragte Handwerker, überwachte deren Tätigkeit und zahlte diesen ihren Lohn aus.

Hospitalmeister  Er war im heutigen Sinne der Geschäftsführer eines Hospitals. In seiner Zuständigkeit lag die Verwaltung der Spitalsstiftung, welche zumeist aus Ländereien, seltener aus Kapitalien, bestand. 

Kellermeister  Der Kellermeister war für die Lager einer Kommende zuständig. Er nahm die entsprechenden Naturalia in Empfang und kontrollierte sie hierbei auf Menge und Qualität.

Pitanzenmeister  In jeder Kommende gab es zahlreiche Stiftungen. Häufig waren es Messstiftungen, aber auch Stiftungen für Armenspeisungen, Hospitäler, Altarstiftungen für eine Priesterpfründe, Zustiftungen... Alle diese Stiftungen bestanden aus Kapitalien, Ländereien oder Immobilien.

Priesterbrüder  Jeder Priesterbruder hatte einen Altar, eine Benefizium, für welches er zuständig war. Mit diesem waren verschiedene Verpflichtungen verbunden. Neben den gottesdienstlichen Verpflichtungen konnte dies die Verwaltung der Landgüter und Kaptalien sein, welche das Einkommen des Benefiziums ergaben.

Überreiter / Trappier  Der Überreiter war für die Einziehung der Fruchtabgaben, wie auch Pachten und Zinsen der Kommende zuständig. Hierzu besuchte er, mit entsprechendem Gefolge, die verschiedenen Güter, überprüfte deren Ernte und nahm die entsprechenden, vereinbarten,

Kapitelsaal

Der Kapitelsaal wurde für offizielle Anlässe gebracht, welche nicht im eigentlichen Sinn einen Gottesdienst bildeten. Hier fanden die Lesungen aus der Ordensregel, das Schuldkapitel und die Besprechungen der Gemeinschaft statt. Der Raum war sachlich eingerichtet und bestand lediglich aus Bänken an den Wänden. In kleinen Kommenden gab es diesen oftmals überhaupt nicht, so dass seine Funktion wohl ins Rempter verlegt wurde.

Rempter

Das Rempter, auch Refektorium genannt, war der Speisesaal des Konventes einer Kommende. In großen Kommenden befanden sich an den Wänden Bänke, vor denen ein Tisch stand.

Kirche oder Kapelle. Die Kommendenkirche war der geistliche Mittelpunkt aller, welche im Bereich der Kommende lebten, oftmals auch der näheren Umgebung. Entsprechend war sie nicht nur den Kommendenbewohnern zugänglich, sondern für jeden. Häufig keine Pfarrkirche und keine Pfarrei, muss sie doch als Personalpfarrei  gesehen werden.

 

Die Kommende des Deutschen Ordens in Ober-Flörsheim

Mehr als Ackerbau, Viehzucht, Adelsversorgung und Kampf – die Kommende als geistliche Gemeinschaft.  Gebet, Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Mit dem Grunderwerb des Benediktinerklosters Hugshofen erwirbt die Kommende Marburg auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul und die Pfarrrechte im Ort Ober-Flörsheim.

Die Kommende liegt im Bistum Worms, ist dem Archidiakonat von St. Paul in Worms unterstellt und gehört zum Landkapitel Westhofen.

Pfarrer ist offiziell der Landkomtur von Marburg, der sich durch einen Ordenspriester in Ober-Flörsheim vertreten lässt. Der Hochaltar war den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht. Die Kirche hatte zwei Seitenaltäre, ein Marienaltar und ein Altar, Johannes dem Täufer geweiht. In der Sakristei, die auch die Toten bis zur Bestattung aufnahm stand ein Michaelsaltar.

Da die Kommende im 14. Jhdt einen überdachten Gang von der Kommende zu nahen Pfarrkirche plante ist anzunehmen, dass Messe und Stundengebet des Konvents in der Kirche stattfanden.

Der Gewölberaum in der Schaffnerei war als Hauskapelle vermutet worden.

 

Katholischer Gottesdienst

1685 war der katholische Gottesdienst wieder erlaubt und wurde unregelmäßig durch die Kapuziner in Alzey gefeiert.

1705 in der Pfälzischen Kirchenteilung wurde die Kirche der reformierten Konfession zugesprochen.

Der Deutsch Orden erhob Einspruch, der erst in den siebziger Jahren zugunsten des Ordens entschieden wurde.

Die Kirche war derweilen verfallen, wurde niedergelegt und 1773-1776 nach Rissen des kurfürstlichen Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabalia aufgebaut.

Sie hatte nur einen hölzernen Dachreiter, der 1827 abgerissen werden musste und 1829 durch einen steinernen Dachreiter ersetzt wurde.

1930 wurde dann der Dachreiter durch einen steinernen Turm im ‚Heimatstil‘ ersetzt.

Der Haupteingang der Kirche wurde von der rechten Seitenwand in den Turm verlegt.

1965 wurde ein Sakristeianbau notwendig, denn mit den umfänglichen Umbauarbeiten fielen die alten Sakristeiräumlichkeiten im Umgang um den Hochaltar weg.

Es ist gut, dass alte Photoaufnahmen noch die ursprüngliche barocke Einrichtung der Kirche ahnen lassen, die mit dem in den 70er Jahren einsetzenden Drang zur Veränderung, nicht immer zum Guten, unwiederbringlich verloren sind.

Die Kirche ist ein Saalbau mit dreiseitig geschlossenem Chor.

Der alte Kreuzweg des neuzehnten Jahrhunderts ist noch zu sehen, der nun durch eine ansprechende moderne Tonarbeit ersetzt ist.

Der Hochaltar wurde bei den Umbauarbeiten Höhe gesetzt.

Die Patrone der Kirche stehen auf den Türbögen zum Raum hinter dem Hochaltar.

Heute sind sie an den beiden Seitenwänden angebracht.

Der rechte Seitenaltar die Marienkrönung, die nun auf der Empore zu sehen ist.

Der linke Seitenaltar trägt die Marienfigur, die heute vor dem Chor auf der Stirnwand angebracht ist.

 

Im Chorraum der alten Kirche gab es ein kleines ‚Chorgestühl‘ mit jeweils vier Stallen.

Am Sakristei Eingang hängt noch die kleine, alte Glocke:

1727 GOSS MICH GEORG CHRISTOPH ROTH IN MAINZ / OBER FLERSHEIM CC.

 

Die Spiritualität des Ordens war schon vom Heiligen Land geprägt, dem Kreuz, dem Kampf, von der ‚Titelkirche‘ in Jerusalem, die der Mutter Gottes geweiht war.

Die Liturgie, Messfeier und Stundengebet waren geprägt durch die Liturgie der Chorherren vom Heiligen Grab in Jerusalem, mit Elementen die uns aus orientalischen Riten vertraut sind.

Später wurde dem Orden die Dominikanerliturgie gestattet, aber immer mehr wurden die Riten dann doch dem lateinisch-römischen  Ritus angeglichen.

Der Orden kennt eine wichtige Reihe von Eigenfesten.

 

Ordenspatrone

Unsere Liebe Frau vom Deutschen Haus in Jerusalem
Gründungsfest des Deutschen Ordens, 6. Februar
Der Orden entstand 1189/90 vor Akkon im Heiligen Land mit der Errichtung eines Feldspitals zur Pflege kranker Pilger und verwundeter Kreuzfahrer. Die Brüder dieses Spitals übernahmen später in Jerusalem ein Deutsches Haus mit einer Marienkapelle, das bereits 1127 bestand. Sie erhielten jedoch nach Errichtung des Feldspitals durch die päpstlichen Urkunden bereits von allem Anfang an die Benennung Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem. Papst Clemens III. gewährte unter diesem Namen am 6. Februar 1191 der neuen Bruderschaft päpstlichen Schutz. Ihr Ideal war, den hilfsbedürftigen Menschen um Christi willen in selbstloser Liebe zu dienen.
Regeln der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, Nr. 67
Da sich unsere Gemeinschaft von Anfang an unter den Schutz der Gottesmutter gestellt hat, wollen wir ihr Bild tief in unserem Herzen tragen. Maria nahm alles in Demut als Magd des Herrn an. Sie vertraute nicht in die eigene Kraft, um Gottes Werk zu vollbringen, sondern war bereit, dass mit ihr und ihrem Leben sein Wille geschehe, trotz der völligen Undurchsichtigkeit der Pläne Gottes. Das war ihre einzigartige Tat: die glaubende Hingabe. Sie lehrt, uns restlos einzusetzen für Chnisti Reich: "Was er euch sagt, das tut!" (Joh. 2,5) Wegen ihrer besonderen Aufgabe im Heilsplan Gottes soll ihre Verehrung in den von der Kirche empfohlenen Formen immer gepflegt werden. Die Brüder beten daher täglich, gemeinsam oder privat, den Rosenkranz und den Engel des Herrn.

Heilige Elisabeth, Landgräfin von Thüringen
Erste Patronin des Ordens, 19. November
Schon bald nach ihrem Tod wurde die Heilige Elisabeth von Thüringen von den Brüdern zur Patronin des Ordens erkoren, da sie den verborgenen Dienst am Gottesreich vorlebte und einzigartig verkörperte. Als Frau und Mutter mit einem liebenden Herzen sei sie uns Vorbild tätiger Liebe.
Regeln der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, Nr. 68
Elisabeth wurde auf der Wartburg erzogen und mit dem Landgrafen Ludwig IV von Thüringen vermählt, dem sie drei Kinder gebar Sie half Witwen und Waisen, Kranken und Armen. Zur Zeit der Hungersnot verteilte sie freigebig die Lebensmittel ihres Hauses.
Elisabeth ertrug Verachtung, Spott und Hohn ungebrochenen Herzens. In Marburg erbaute sie als junge Witwe das Franziskushospital, wo sie im grauen Bußkleid ihre geschwächte Lebenskraft in aufopfernder Liebestätigkeit und Entsagung im Dienste der Kranken und Aussätzigen völlig verzehrte. Sie schöpfte die Kraft aus dem Gebet. Sie starb in Marburg 1231 im Alter von 24 Jahren. Schon bald nach ihrem Tod wurde die Heilige Elisabeth von Thüringen von den Brüdern zur Patronin des Ordens erkoren, da sie den verborgenen Dienst am Gottesreich vorlebte und einzigartig verkörperte. Als Frau und Mutter mit einem liebenden Herzen sei sie uns Vorbild tätiger Liebe. Bereits 1235 erwirkte ihr Schwager Konrad von Thüringen - der spätere Hochmeister des Deutschen Ordens - ihre Heiligsprechung. Ober ihrem Grab wurde von unserem Orden die Elisabethkirche erbaut. Schon bald wurde die Heilige zur Patronin des Ordens erkoren, da sie den verborgenen Dienst am Gottesreich vorgelebt und in Vorbildlicherweise verkörpert hat

Heiliger Georg, Märtyrer
Zweiter Patron des Ordens, 23. April
Wir verehren auch den heiligen Blutzeugen Georg. Er war durch Jahrhunderte der Patron der Glaubenskämpfer. Als solcher soll er uns im Kampf für den Glauben voranleuchten. Auch die tägliche Treue bis zur Hingabe aller Kräfte kann ein unblutiges Martyrium sein und setzt eine hochherzige Gesinnung voraus.
Regeln der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, Nr. 69
Die nachweisbare Verehrung des heiligen Georg reicht bis ins frühe 4. Jahrhundert zurück, Seit Mitte des 4. Jahrhunderts gibt es vor allem im syrisch-palästinensischen und ägyptischen Raum, aber auch in Griechenland eine Vielzahl von Kultbelegen bzw. Kirchen. Die älteste auf den Titel des hl. Georg und seiner socii durch Bischof Tiberinus geweihten Kirche in Hauran (Saccaea/Shaqqa in der Provinz Arabien) lässt sich in die Jahre 354/57 zurückverfolgen. In Melitene/Kappadoklen wird sehr früh die Heimat des Heiligen vermutet. Hier entstand eine der ältesten Georgslegenden (Y-Red.). Im 4./5. Jahrhundert entstanden, setzt diese Redaktion einen blühenden Georgskult und wohl auch eine dem Märtyrer geweihte Kirche voraus. In der von Kaiser Justinian (527-65) erbauten Kirche in Lydda-Diospolis, unweit von Jerusalem, wurde schon früh das Grab des Heiligen mit den für sich reklamierten Reliquien des Heiligen gezeigt. In Theben (Griechenland) wurde noch im 4. Jahrhundert, in Thessaloniki im frühen 5. Jahrhundert aus einem heidnischen Tempel eine Georgskirche errichtet.
Die ältesten Quellen berichten von einem Bischof Georg aus Kappadokien (4. Jahrhundert), aber auch von einem Soldaten, der um des Glaubens willen den Martertod erlitten hat, etwa bald nach 300. Die historische Gestalt des Heiligen lässt sich nicht mehr genau fassen. Die Wahrheit der legendarischen Überlieferung zeugt von der Lebenshingabe, dem Einsatz für den Glauben und von der Unzerstörbarkeit des Lebens in Christus.
Schon bald zählte ihn die Ostkirche zu den Großmärtyrern; er erfreute sich besonders im Osten großer Verehrung. Im Laufe der Zeit umgab das Leben des volkstümlichen Glaubenshelden ein dichter Legendenkranz, so entstand auch die Drachenkampflegende als Sinnbild des Kampfes zwischen Gut und Böse, wobei der Drache als Sinnbild aller lebens- und glaubenswidrigen Kräfte und Mächte zu verstehen ist.
Georg gilt als jugendlicher Sieger über das Böse, deswegen wird er mit der Siegesfahne dargestellt. Unser Orden hat ihn zum Schutzpatron erwählt, weil Sankt Georg als Sinnbild der Befreiung eines Landes vom Götzendienst und der Bekehrung zum christlichen Glauben galt. Unsere Ordensregel fordert uns nach seinem Vorbild zur täglichen Treue auf, die bei der Hingabe aller Kräfte ein unblutiges Martyrium sein kann und eine hochherzige Gesinnung voraussetzt.
Bedeutendsten künstlerischen Ausdruck fand die Verehrung des Heiligen durch den Bilderzyklus in einem Raum neben der Schlosskapelle im alten Burgpalas Neuhaus/Böhmen (heute Jindrichuv Hradec) von 1338. Der 67 Szenen umfassende Bilderzyklus, der die Gesamtheit der in den Legendenkränzen bekannten Motive der Heiligenpassio darstellt, ist ein beredtes ikonsgraphisches Zeugnis für den reichen spirituellen Gestalt der Georgsverehrung, die weit über die Ritter-Drachen-Motivik hinausgeht und zurückreicht.

 

FEBRUAR

  1. G Gedenktag der Eltern der Brüder und Schwestern des Ordens
  2. H UNSERE LIEBE FRAU VOM DEUTSCHEN HAUS IN JERUSALEM

Gründungsfest des Deutschen Ordens

MÄRZ

  1. H HEILIGER JOSEPH, BRÄUTIGAM DER GOTTESMUTTER MARIA

Patron der Ordenskonvente

APRIL

  1. F Heiliger Georg

Zweiter Patron des Deutschen Ordens

JUNI

  1. g Heilige Dorothea von Montau

Mystikerin, Klausnerin

SEPTEMBER

  1. G Gedenktag der Familiaren und Wohltäter des Ordens
  2. H KREUZERHÖHUNG

Titelfest des Deutschen Ordens

OKTOBER

  1. G Gedenktag der Brüder und Schwestern des Ordens

NOVEMBER

  1. F Hl. Elisabeth von Thüringen

Erste Patronin des Deutschen Ordens

 

Aufbau der Messliturgie des Ritus des Deutschen Ordens

·         Confiteor / Stufengebet

·         Kyrie

·         Gloria (Eigenes Gloria für Marienfeste.)

·         Tagesgebet

·         Epistel

·         Gradualpsalm

·         Evangelium

·         Credo

·         Bereitung und Darbringung der Gaben

·         Händewaschung

·         Gabengebet

·         Präfation

·         Wandlung und Hochgebet (Im DO mit Gebet für den König.)

·         Per ipsum (Ohne Erhebung, Kreuze mit der Hostie über und vor dem Kelch.)

·         Kommunion

·         Purifikation

·         Schlussgebet

·         Segen

·         Schlussevangelium

·         Salve Regina

 

 

 

2     Gebet

Das Chorgebet, bestehend aus Matutin, Prim, Terz, Sext, Non und Komplet, war für alle Ordensbrüder verpflichtend. Auch jene, welche nicht lesen konnten, mussten an diesen teilnehmen, sollten aber statt der lateinischen Psalmen eine bestimmte Anzahl von Vaterunser und Ave Maria beten. Waren nicht wenigstens ein Priesterbruder und ein Scholar anwesend, so konnte es gesprochen werden, sonst war alles zu singen.

 

Das Gebet gliederte den Tag:

vor Sonnenaufgang      Matutin

6.00 Uhr                        Hl. Messe und Prim

9.00 Uhr                        Terz

12.00 Uhr                      Sext

15.00 Uhr                      Non

18.00 Uhr                      Vesper und Komplet

 

Zudem wurde nach jeder Hore ein Salve Regina gesungen und zur Prim und zur Komplet das Credo gesprochen.

 

 

 

Aufbau des Stundengebetes des Ritus des Deutschen Ordens

1.) Matutin (Je nach Tag/Fest eine, zwei oder drei Nocturnen)

- Eröffnung

- Invitatoriumspsalm mit Antiphon

- Hymnus

- Nocturn

   - 3 Psalmen mit Antiphon

   - Versikel

   - Vaterunser (in Stille)

   - 1. Lesung

   - Responsorium

   - 2. Lesung

   - Responsorium (nach der letzten Lesung das "Te Deum")

- Salve Regina

 2.) Laudes

- Eröffnung (V: O Gott, erhöre mein Gebet. / A: Und lass mein Rufen zu dir kommen.)

- 5 Psalmen mit Antiphon

- Kurzlesung

- Hymnus

- Versikel

- Benediktus mit Antiphon

- Bitten (Preces) und Schlussgebet

- Abschluss und Totengedenken (V: Laßt uns preisen den Herrn. / A: Dank sei Gott. / V: Die Seelen der Verstorbenen mögen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen in Frieden. / A: Amen.)

- Salve Regina

 3.) Prim, Terz, Sext, Non

- Credo

- Hymnus

- 3 Psalmen mit einer Antiphon

- Kurzlesung

- Responsorium

- Versikel

- (Im Jahreskreis stilles Vaterunser)

- Schlussgebet

- Abschluss

- Salve Regia

 4.) Vesper

Wie die Laudes. Statt des Benediktus wird das Magnifikat gebetet.

 5.) Komplet (Täglich gleich.)

- Credo

- Lesung 1 Petr 5

- Gewissenserforschung und Schuldbekenntnis

- Vergebungsbitte

- 3 Psalmen mit Antiphon

- Kurzlesung

- Responsorium

- Hymnus

- Canticum mit Antiphon

- Schlussgebet

- Abschluss

- Marianische Antiphon mit Oration

 

 

 

Erbe und Auftrag

Im 19. Jahrhundert gab sich der Deutsche Orden im süddeutschen Sprachraum einen neuen Auftrag.

Er nahm die Aufgabe im Dienst der Kranken und Bedrängten wieder auf und ging mit seinen Ordenspriestern in die Seelsorge. War die Zahl der Ordenspriester nach der Reformation drastisch gesungen, so erwuchs nun ein Seelsorge- und Krankenpflegeorden.

 

Der Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, kurz Deutscher Orden, ist ein klerikales Institut des gottgeweihten Lebens päpstlichen Rechtes, dessen Wirkfeld das Apostolat in der Welt ist. Im Vertrauen auf die Führung des Heiligen Geistes geben sich die Mitglieder in besonders enger Nachfolge Christi gänzlich Gott hin zu seiner Verherrlichung wie auch zur Auferbauung der Kirche und zum Heil der Welt.
Durch die öffentliche Profess der evangelischen Räte der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams in besonderer Weise mit der Kirche und deren Heilswerk verbunden, sind sie bestrebt, im Dienst am Reich Gottes zur vollkommenen Liebe zu gelangen und, ein strahlendes Zeugnis in der Kirche geworden, die himmlische Herrlichkeit anzukündigen. (Vgl. can. 573.)

Dem Orden der Brüder ist die Kongregation der Schwestern vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem inkorporiert, die der Generalleitung in der Person des Hochmeisters mit dem Generalrat untersteht.
Die Ordensgemeinschaft gliedert sich in Provinzen, die von alters her auch Balleien genannt werden. Der Orden hat das Recht, in die Provinzen Oblaten aufzunehmen. 

Dem Orden der Brüder ist das Institut der Familiaren des Deutschen Ordens angegliedert. Die Mitglieder dieses Instituts, Familiaren oder auch Marianer genannt, sind Personen weltlichen oder geistlichen Standes, die nach Kräften die Werke des Ordens mittragen, seine Unternehmungen fördern und seine Ideale zu verwirklichen trachten.

Regeln der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, Nr. 1 - 2

 

Literatur:

                deutscher-orden.de

                damian-Jungs.de (Geschichte)

- Die Regeln des Deutschen Ordens in Geschichte und Gegenwart, Ewald Volgger OT Hg., Deutschodens-Verlag, Lana, 1985.

-  Das Ordensbuch, Die Regeln und Statuten des Deutschen Ordens, Verlag des Deutschen Ordens, Wien, 1996.

(Pfarrer Bretz)