Schmuckband Kreuzgang

Framersheim Sieben Schmerzen Mariens

Framersheim Sieben Schmerzen Mariens (c) Pfarrer Bretz
Framersheim Sieben Schmerzen Mariens

Filialkirche Sieben Schmerzen Mariens – ehemals St. Martin

Dieses Patrozinium erhielt die in den Jahren 1903-1904 neu erbaute katholische Kirche, als sie am 09. Oktober  1904 als sie durch Diözesanpräses Forschner, im Auftrag des Bischofs feierlich eingeweiht wurde.

Das alte Patrozinium des heiligen Martin ist nicht vergessen.

Den Hochaltar schmücken vier Holzreliefs mit dem Leben des Heiligen Martin und sein Fürbitten für die Christen von Framersheim.

Das neue Patrozinium leuchtet sozusagen im Fenster der Chorwand:

Die Kreuzigung Jesu und Maria und Johannes unter dem Kreuz.

Seit dem 8. Jahrhundert steht in Framersheim eine Kirche. 765 übergibt Bischof Chrodegang von Metz Pfarrei und Kirche an die Abtei Gorze.

Mit dem Übertritt von Johann von Falkenstein zur Reformation ging die ‚altgläubige Pfarrei‘ unter. Nach 1685 erstand neues ‚katholisches‘ Leben in Framersheim.

Die alte Kirche stand dort, wo die evangelische Kirche steht, ebenfalls 1903 erbaut.

Die alte Martinskirche aus dem 18. Jahrhundert war simultan genutzt und baufällig.

Beide Konfession erbauten sich nun eine je eigene Kirche.

Die katholische Kirche ‚Sieben Schmerzen Mariens‘ Framersheim

Heute ‚Filialkirche‘ der Pfarrei St. Urban Gau-Heppenheim – kirchenrechtlich gesehen.

Aus diesem Grund wurde sie am 9.10.1904 benediziert, nicht konsekriert, eingeweiht nicht geweiht.

Die Pfarrei geht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Das alte Patrozinium ist das des heiligen Martin von Tours, des fränkischen ‚Hausheiligen‘.

Wie die Kirche, so ist ihre gesamte Ausstattung bis auf einige Figuren im ersten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts entstanden.

Eine kleine, neugotische Dorfkirche auf der Höhe der Dorflage, damals am Dorfausgang nach Dittelsheim hin.

Die alte Kirche stand am Ort, an dem zur gleichen Bauzeit auch die neue evangelische Kirche errichtet wurde.

Die alte, im 18. Jahrhundert baufällig gewordene Kirche musste abgerissen werden.

Nach dem die Ortsherrschaft derer von Falkenstein zum reformierten Glauben übertrat erlosch das ‚altgläubige Leben‘, erst mit der Reformation trat eine ‚Konfessionalisierung‘ ein, so dass katholisch zum Konfessionsbegriff wurde.

Nach 1685 war dann auch das katholische Leben erlaubt und die Kirche wurde simultan genutzt.

Fenster

Ein unübersehbarer Schmuck der Kirche sind die Glasfenster, hergestellt in der Mainzer Glaswerkstätte Bernhard Kraus.

Die Stifter konnten sich durch Symbole ihrer Namen bzw. Berufe verewigen. Pfarrer Lorenz Schreiber stiftete das Chorfenster, sein Symbol der Kelch.

Das Chorfenster nimmt das Patrozinium auf, Maria unter dem Kreuz. Umrankt von Weinreben ist es nicht nur der Bezug zur Landschaft und den Weinbergen, sondern auch Zeichen der Fruchtbarkeit der Hingabe Christi und Zeichen der Eucharistie, die auf dem Altar gefeiert wird.

Das Wort Jesu klingt an: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige.

Über dem Kreuz das Symbol des Pelikans, der Vogel, der sein Herz aufreißt, um seine Jungen zu nähren.

Unter der Orgelempore sind es dann die vier Fenster mit den Symbolen der Evangelisten.

Figuren

Was den Figurenschmuck anbelangt, so birgt die Kirche eine Marienfigur des Tiroler Bildhauers Binterim, der im 18. Jahrhundert in Mainz sesshaft geworden ist.

Die Figur des heiligen Nepomuk, ebenfalls barock, gelangt im Zug der Renovierung 1979 aus Archivbeständen des Bistums nach Framersheim.

 

Aus der alten Martinskirche ist auch die Marienfigur in die Kirche gewandert, die nun unter dem Rosenfenster ihren Platz gefunden hat.

Eine neugotische Arbeit, Maria, auf deren Schoß der segnende Christusknabe sitzt.

Eine Kuriosität bilden die Kapitele des Chorgewölbes:

Der ungläubige Heide.

Die wilde Frau.

Hochaltar

Der heutige Hochaltar, das Schmuckstück der Kirche, konnte 1920 angeschafft werden.

Er stammt aus der Werkstatt des in Steinheim ansässigen Altarschnitzers Busch.

Es ist ein neugotischer Flügelaltar mit vier Reliefschnitzereien.

In vier Bildern von rechts nach links, erzählen sie das Leben des heiligen Martin.

Die Bekehrung durch die Predigt des heiligen Hiilarius von Poitiers.

Die berühmte Mantelteilung vor den Toren von Amiens.

Die Heilung eines Kranken durch den Bischof Martin.

Und: Der heilige Martin als Fürsprecher in den Nöten der Gemeinde Framersheim.

 

Dies ist die Festseite des Altars. In der Fastenzeit wurden die äußeren Flügel eingeklappt.

Es zeigten sich während der Fastenzeit zwei Szenen des Alten Testamentes:

Die Opferung des Isaak und das Mannawunder in der Wüste.

Die Orgel und die Glocken

Die Orgel konnte erst 1999 preisgünstig vom Kirchenmusikalischen Institut in Mainz erworben werden.

Das Instrument, eine 9 Register zählende Pfeifenorgel mit zwei Manualen, die 1962 von der Orgelbaufirma Walcker gebaut wurde.

Die Glocken:

 Drei Bronzeglocken wurden 1904 bereits in den Turm gehängt, eine Stiftung der Familie Carl Böhmer aus Alzey.

1940 wurden die beiden größeren beschlagnahmt.

1954 zum feierlichen 50 Jährigen Jubiläum waren zwei weitere bereits angekommen, ihre Stimmung aber war fehlerhaft.

Nach langem Rechtsstreit wurden alle drei eingeschmolzen und 1957 kam dann das neue Geläut aus der angesehenen Heidelberger Glockengießerei Schilling.

Das Geläut ist abgestimmt auf die Glocken der evangelischen Pfarrkirche:

1. Die Marienglocke, 351 kg, Ton h

2. Die Gloria Glocke, 190 kg, Ton d

3. Die Anbetungsglocke, 132 kg, Ton e

(Pfarrer Bretz)