12. Sonntag im Jahreskreis

"Neu werden"

Predigt lesen (c) PG Heusenstamm
Predigt lesen
Datum:
Di. 22. Juni 2021
Von:
Martin Weber

„Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden“ – ein solcher Satz, liebe Schwestern und Brüder, elektrisiert. In uns allen ist eine Sehnsucht, dass etwas aufbricht, sich verändert, neu wird. Insbesondere, wenn wir das Alte mit dem zermürbenden Alltag oder mit Belastungen verbinden. Wie sehr atmen wir zurzeit auf und wie „neu“ ist das für uns, dass wir wieder ausgehen können oder gelöst zusammensitzen.

Allerdings müssen wir aufpassen. Dass wir „das Neue“ nicht kritiklos glorifizieren. Nicht alle neuen Moden sind der Weisheit letzter Schluss und nicht selten betrüge ich mich selbst, wenn ich immer nur dem Neuen hinterherhechle. Derselbe Paulus, der vom Neuen spricht, gibt an einer anderen Stelle den Ratschlag: „Prüfet alles und behaltet das Gute“. Das ist sozusagen die „Goldene Regel“ einer konservativen Weltsicht.

Aber kommen wir doch zu dem Neuen zurück, von dem Paulus spricht. Wir haben es in der Lesung gehört: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ Sicher denkt Paulus bei diesen Sätzen auch an sich selbst. Er hat früher die Christen verfolgt. Ganz offen spricht die Apostelgeschichte davon, dass Paulus bei der Steinigung des Stephanus dabei war. Es ist nicht gesagt, dass er selbst einen Stein in die Hand genommen hat. Aber ganz gewiss hat er diesem feigen Mord zugestimmt. Und so soll es weitergehen. Er selbst will die Christen in Damaskus verfolgen. Doch dort begegnet ihm in einer Vision Christus: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Damaskus wird zu der großen Wende im Leben des Paulus. Sein Leben verändert sich von Grund auf, wird durch und durch „neu“. Das Sprichwort, dass aus dem Saulus ein Paulus wird, bringt diese Neuheit ins Wort. So erfährt Paulus 1. 1 das, was er in seinem Brief an die Korinther schreibt: Wer Christus in sein Leben hineinnimmt, der wird ein neuer Mensch.

Diese Erfahrung fällt uns aber oft schwer. Wir sind mit unserem Glauben groß geworden und haben ihn – oft mehr recht als schlecht – in unser Leben übernommen. Aber das Großartige unseres Glaubens, daß wir von Christus erlöst und befreit sind, daß er uns nahe ist – näher als wir uns selbst – das spüren wir kaum noch. Und das macht unser Christsein oft so langweilig, uninspirierend.

„Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden“ – ein solcher Satz, liebe Schwestern und Brüder, elektrisiert. In uns allen ist eine Sehnsucht, dass etwas aufbricht, sich verändert, neu wird. Insbesondere, wenn wir das Alte mit dem zermürbenden Alltag oder mit Belastungen verbinden. Wie sehr atmen wir zurzeit auf und wie „neu“ ist das für uns, dass wir wieder ausgehen können oder gelöst zusammensitzen.

Allerdings müssen wir aufpassen. Dass wir „das Neue“ nicht kritiklos glorifizieren. Nicht alle neuen Moden sind der Weisheit letzter Schluss und nicht selten betrüge ich mich selbst, wenn ich immer nur dem Neuen hinterherhechle. Derselbe Paulus, der vom Neuen spricht, gibt an einer anderen Stelle den Ratschlag: „Prüfet alles und behaltet das Gute“. Das ist sozusagen die „Goldene Regel“ einer konservativen Weltsicht.

Aber kommen wir doch zu dem Neuen zurück, von dem Paulus spricht. Wir haben es in der Lesung gehört: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ Sicher denkt Paulus bei diesen Sätzen auch an sich selbst. Er hat früher die Christen verfolgt. Ganz offen spricht die Apostelgeschichte davon, dass Paulus bei der Steinigung des Stephanus dabei war. Es ist nicht gesagt, dass er selbst einen Stein in die Hand genommen hat. Aber ganz gewiss hat er diesem feigen Mord zugestimmt. Und so soll es weitergehen. Er selbst will die Christen in Damaskus verfolgen. Doch dort begegnet ihm in einer Vision Christus: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Damaskus wird zu der großen Wende im Leben des Paulus. Sein Leben verändert sich von Grund auf, wird durch und durch „neu“. Das Sprichwort, dass aus dem Saulus ein Paulus wird, bringt diese Neuheit ins Wort. So erfährt Paulus 1. 1 das, was er in seinem Brief an die Korinther schreibt: Wer Christus in sein Leben hineinnimmt, der wird ein neuer Mensch.

Diese Erfahrung fällt uns aber oft schwer. Wir sind mit unserem Glauben groß geworden und haben ihn – oft mehr recht als schlecht – in unser Leben übernommen. Aber das Großartige unseres Glaubens, daß wir von Christus erlöst und befreit sind, daß er uns nahe ist – näher als wir uns selbst – das spüren wir kaum noch. Und das macht unser Christsein oft so langweilig, uninspirierend.

Liebe Schwestern und Brüder,

ich erzähle Ihnen nichts Neues, wenn ich sage: Der Glaube hat in unserem Land einen schweren Stand. Über unsere Kirche machen wir uns zu Recht viele Sorgen. Ich bin der Überzeugung, dass wir in der Tat eine Erneuerung brauchen. Aber bestimmt eine andere, als viele denken. Diese Erneuerung beginnt mit Menschen, die sich neu von Jesus berühren lassen. Die neu mit dem Glauben und der Gemeinschaft der Kirche anfangen. Die – wie Paulus – so etwas wie Bekehrung erfahren haben. Die noch staunen können über das Große, das Gott tut. Ohne eine solche Erfahrung des Neuen und der Berührung durch den lebendigen Jesus Christus geht es nicht.

Papst Benedikt XVI hat am Beginn seines Pontifikates einen Satz gesagt, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist: „Wer Christus in sein Leben eintreten lässt, verliert nichts, gar nichts,-absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, nur in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens weit. Nur in dieser Freundschaft erschließen sich wirklich die großen Möglichkeiten des Menschseins. Nur in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön ist und was frei macht.“

Oder, wie Paulus es sagt: „Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“

Liebe Schwestern und Brüder,

ich erzähle Ihnen nichts Neues, wenn ich sage: Der Glaube hat in unserem Land einen schweren Stand. Über unsere Kirche machen wir uns zu Recht viele Sorgen. Ich bin der Überzeugung, dass wir in der Tat eine Erneuerung brauchen. Aber bestimmt eine andere, als viele denken. Diese Erneuerung beginnt mit Menschen, die sich neu von Jesus berühren lassen. Die neu mit dem Glauben und der Gemeinschaft der Kirche anfangen. Die – wie Paulus – so etwas wie Bekehrung erfahren haben. Die noch staunen können über das Große, das Gott tut. Ohne eine solche Erfahrung des Neuen und der Berührung durch den lebendigen Jesus Christus geht es nicht.

Papst Benedikt XVI hat am Beginn seines Pontifikates einen Satz gesagt, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist: „Wer Christus in sein Leben eintreten lässt, verliert nichts, gar nichts,-absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, nur in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens weit. Nur in dieser Freundschaft erschließen sich wirklich die großen Möglichkeiten des Menschseins. Nur in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön ist und was frei macht.“

Oder, wie Paulus es sagt: „Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“