20 Jahre Sumba- Hilfe

Unser Brunnen in Camme bringt aus 80m Tiefe genügend Wasser für zwei Dörfer (c) Herbert Margraf
Unser Brunnen in Camme bringt aus 80m Tiefe genügend Wasser für zwei Dörfer
Datum:
Mi 18. Nov 2020
Von:
Herbert Margraf

Corona hat die Welt verändert und dementsprechend auch Auswirkungen auf Sumba und unsere Unterstützung. Viele Menschen in Indonesien leben vom Tourismus. Der kam durch
die weltweite Pandemie total zum Erliegen und hat zu großer Not für viele
 Menschen auch auf Sumba geführt.

Mit den Spenden, die bei uns eingegangen sind, konnten wir in einigen Bereichen helfend eingreifen. Leider fällt der Nikolausmarkt in diesem Jahr aus und damit auch die Einnahmen unseres Standes auf dem Kirchplatz vor St. Cäcilia. Da die „Thüringer“, das Bier und alle Zutaten gespendet worden sind, konnten wir im Vorjahr einschließlich der Spenden in der Spendenbüchse 6200,60 € für Sumba verbuchen um mal auf Heller und Pfennig die Einnahmen zu nennen, die uns dieses Jahr fehlen werden. Unser Missionsbasar fällt natürlich auch der Pandemie zum Opfer.

Dennoch werden wir stolz sein können auf das, was wir in diesem Jahr schon geleistet haben und noch leisten werden.

Wir haben unterstützt:

Schwester Udis und Schwester Mathilde, die sich um Mädchen in schwierigen Verhältnissen 
kümmern. Darunter sind Mädchen, die als Hausangestellte nach Bali gingen, dort missbraucht wurden, mit Kind zurückkommen und von ihren Familien verstoßen wurden. 


Bischof Dr. Edmund Woga mit Geld für Notfälle in seiner Diözese auf Sumba. 


Unseren Kindergarten Anda Luri in Waingapu mit dem wir einen Partnerschaftsvertrag 
haben. In ihm werden 100 Kinder betreut. 


Pater Kimmi, Provinzial der Redemptoristen auf Sumba. Er hat von dem verstorbenen Pater Willi Wagener die Aufgabe übernommen, für Arme und Kranke in Weetebula zu sorgen. Unter anderem wurden Spenden verwendet, um Reis für Notleidende zu kaufen. Pater Willi war der letzte deutsche Pater auf Sumba. Sein Anliegen zur Priesterausbildung beizutragen, wird nach wie vor noch von einigen Spendern wahrgenommen. Übrigens wurden im Oktober dieses Jahres 13 Priester auf Sumba geweiht. Drei werden nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten. 


Pater Mateus Selan und Pater David Bayo mit Geldern für kleine Reparaturen und Verbesserungen der Wasserversorgung in dem Dorf Camme, die mit unserer Hilfe im vergangenen Jahr verwirklicht wurde. Des Weiteren 
haben wir die Anschaffung einer Wasseraufbereitungsanlage in Angriff genommen, die aus Brunnenwasser sauberes Trinkwasser herstellt. Hier fehlt noch etwas Geld. 


Schüler und Studenten aus armen Familien, die nur mit unserer Hilfe zur Schule gehen oder studieren können. Es ist für mich eine große Freude, dass wir in diesem Jahr folgenden Kindern und Jugendlichen ihre Ausbildung und ihren Unterhalt finanzieren konnten: Jovi und Ayu, die von Pater Robert betreut werden und auf Java studieren. Anuntiata, die eine Ausbildung als Krankenschwester macht und Marcelina, die das Gymnasium der Redemptoristen in Waingapu besucht. Für beide sorgt 
Pater Dominik.

Maria Goretti, Maria Roswita, Wilhelmina Aprilia sind Schützlinge von Pater Marianus. Maria Goretti konnte gerade ihr Studium mit „summa cum laude“ abschließen und hat eine Stelle bei der Antikorruptionsbehörde gefunden. Pater Marianus berichtete, dass sie mit Freudentränen gesagt hat: „Ohne Eure Unterstützung lebte ich jetzt in einem Dschungeldorf und wäre von meinen Eltern verheiratet worden. Ihr habt mir diese Lebenschance gegeben“. 


Als Schützling von Schwester Udis konnten wir noch einen Jungen fördern. Sein Vater stammt nicht von Sumba und weil seine Mutter diesen Mann gegen den Willen ihrer Familie geheiratet hat, wurde sie von der Familie verstoßen. Der Vater ist schon vor Jahren verstorben und nun auch die Mutter. Für ihn finanzieren wir eine handwerkliche Ausbildung bei den Don Bosco Brüdern. 
 


In den letzten Jahren haben wir zum Teil in Zusammenarbeit mit misereor, missio
 oder dem Kindermissionswerk auch Großprojekte finanziert. Das sollte in diesem
Jahr der Bau eines Wohnheims für Studentinnen in Weetebula sein. Zwar sind für
 dieses Projekt schon Spenden eingegangen, aber die reichen zur Verwirklichung
 nicht aus und wir haben noch keinen Partner gefunden. Deshalb müssen wir es in die Zukunft verschieben. 
Zwar habe ich nicht alle Details über die Verwendung der Spenden und der noch offenen Wünsche berichtet, aber ich hoffe, dass ich doch einen Überblick über unser segensreiches Wirken in und für Sumba darlegen konnte.

Wir wollen den Menschen auf Sumba auch im nächsten Jahr ein verlässlicher Partner sein.