Mitteilungen 08-09/21

Mitteilungen aus der PG (c) PG Heusenstamm
Mitteilungen aus der PG
Datum:
Fr. 2. Juli 2021
Von:
KKH/noh

Erzählungen

…. sind mehr als leere Worte. Erzählungen prägen unser Leben. Jede Familie hat ihre eigenen Erzählungen: Über Großeltern, die vieles erlebt haben. Über Eltern, Kinder. Diese Erzählungen erklären, warum diese oder jene Familie so tickt. Jedes Land kennt große Erzählungen, die es prägen. Für die Franzosen ist die Revolution von 1789 nicht bloß Historie. Wenn die Gelbwesten auf die Straße gehen, ist das Gegenwart. Für uns Deutsche ist die Erzählung von der Inflation 1923 bis heute ein Warnsignal und erklärt ein Stück weit, wie wir finanzpolitisch agieren. Für die Amerikaner ist die Story vom Tellerwäscher, der sich zum Millionär hocharbeitet, Ausdruck ihres Selbstbewusstseins im freiesten Land der Welt zu leben. Sarah Wagenknecht spricht in ihrem neuesten Buch vom Linksliberalismus als einer großen Erzählung. Auf ihren Fahnen steht: Weltoffenheit, Vielfalt, Toleranz, Klimaschutz. Widerspruch verbietet sich da von selbst oder kann nur von der „dunklen Seite“ kommen.

Es ist erstaunlich, wie sehr Erzählungen Menschen – jenseits von Rationalität und Logik – prägen und deren Denken und Verhalten beeinflussen. Viele populäre Erzählungen bietet das Kino und das Internet. Netflix zum Beispiel ist eine gigantische Erzählmaschine. Der evangelische Theologe Günter Thomas konstatiert, dass unsere Verkündigung und aufgeklärte Theologie das vollkommen unterschätzt. Dabei, so Thomas, „wird genau dort verhandelt: Wem ist zu vertrauen? Was sind die elementarsten Bilder für das Leben? Kampf? Solidarität? Liebe? Wer setzt sich durch? Gibt es Gerechtigkeit? Kann man dem Leben trauen? Wird es am Ende gut ausgehen?“

Auch die Religionen und auch das Christentum sind große Erzählungen. Jahrhundertelang hat das den Menschen Orientierung gegeben. Heute ist das Monopol der großen Erzählung definitiv verloren. Aber nicht die große Erzählung selbst: Von dem Gott, der sich aus Liebe den Menschen zuwendet. Der immer wieder an der Seite seines auserwählten Volkes ist. Der uns nahe kommt in seinem Sohn. Der Mensch wird; das Leben mit uns teilt. Der uns lehrt zu vertrauen und liebevoll zu leben. Der aus Liebe Leiden und Tod auf sich nimmt. Der den Tod überwindet. Der in seiner Auferstehung zeigt, dass das Leben stärker ist als der Tod, die Liebe stärker ist als der Hass.

Und immer wieder erinnern wir uns an diese große Erzählung, feiern sie im Ablauf des Kirchenjahres, in den Gottesdiensten. Das Schöne und Spannende: Wer sich auf diese Erzählung einlässt, wird in sie hineingenommen und erfährt, dass er mittendrin ist. Gott selbst möchte uns als Partner, Zeuge und Mitarbeiter – als Erzähler. In einem modernen geistlichen Lied heißt es: „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen, erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinem Namen“.

Martin Weber, Pfr.

Pfarrbüro geschlossen

  • Vom 20. bis 22. Juli, sowie am 13. und 14. August ist das Pfarrbüro Maria Himmelskron geschlossen.
  • Am 25. August 2021 bleibt das Pfarrbüro St. Cäcilia geschlossen.

 

Fronleichnam

Herzlich danken wir dem Blumenteam, das am frühen Fronleichnamsmorgen diesen wunderschönen Blumenteppich, mit dem Motto der diesjährigen Firmlinge, gestaltet hat.

 

Bücherei

Die Bücherei ist auch während der Sommerferien durchgehend, zu den gewohnten Öffnungszeiten, geöffnet.

Sie können viele aktuelle Romane und Krimis oder Taschenbücher für den Urlaub ausleihen. Auch für die kleinen Leser gibt es neue Bilder- und Kinderbücher.

 

Mariengang zu Maria Himmelfahrt

Es ist eine alte und wunderschöne Tradition: Am Vorabend von Maria Himmelfahrt die Messe in Patershausen zu feiern. Und viele sind auch dabei beim sog. Mariengang: Wir wallfahren zum Hofgut und beten dabei den Rosenkranz. Herzliche Einladung dazu.

 

Personalia

  • 30 Jahre sind Michaele Althapp und Oliver Schäfer im Dienste des Bistums Mainz. Gratulation zu diesem „kleinen“ Dienstjubiläum.
  • 30 Jahre ist Diakon Oliver Schäfer mit seiner Frau Veronika verheiratet. Daran haben wir im Gottesdienst am 29. Juni gedacht und Gottes Segen für den weiteren, gemeinsamen Lebensweg erbeten.

70 Jahre wird unser Küster Klaus Kessler am 30. Juli 2021. Man sieht es ihm nicht an. Seit 1989 ist er Küster in Maria Himmelskron und nicht von hier wegzudenken. Wir wünschen dem Jubilar, dass er seinen Geburtstag mit lieben Menschen verbringen kann und der liebe Gott ihm weiter Gesundheit und Zuversicht schenkt.

 

Personalia der anderen Art

  • Rosemarie Heilig, Frankfurter Stadträtin, macht sich in diesen Tagen mit vielen anderen stark für die Abschaffung des Paragraphen 218, der das ungeborene Leben schützt. In all diesen Ansinnen wird hartnäckig „übersehen“: Es geht um Leben, ungeborenes Leben, das heilig ist.
  • Rainer Maria Woelki, Kardinal und Hassobjekt. „Er muss weg“ – so der Tenor der Massenmedien. Dazu kommt das Mobbing sogenannter Amtsbrüder. Warum er nicht zurücktritt? Weil es kein angemessener Schritt wäre? Weil er vor dem Kreuz nicht fliehen möchte?
  • Steffen Seibert, Regierungssprecher, adelt die Regenbogenflagge. Sie stehe dafür, „wie wir leben wollen – mit Respekt für einander“. Man reibt sich die Augen: Hatte diese überragende Bedeutung bisher nicht eher die schwarz-rot-goldene Nationalflagge?
  • Philipp Mickenbecker, YouTube Star, ist mit nur 23 Jahren an Krebs gestorben. Am 9. Juni nimmt er sein letztes Video auf – 2 Stunden später stirbt er. Phillipp starb im Frieden mit Gott und hat dies immer wieder bezeugt. Ein faszinierendes Leben und Sterben. Besuchen Sie ihn auf YouTube und werden Sie sein Follower: Philipp Mickenbecker!

 

Nah bei Gott – Firmung 2021

Am Sonntag, 13 Juni spendete Domkapitular Jürgen Nabbefeld 25 jungen Menschen das Sakrament der Firmung. Nachdem die Vorbereitung größtenteils Corona konform in regelmäßigen digitalen Treffen erfolgte, war es eine Woche vor der Firmung möglich sich mit der gesamten Gruppe im Freien zu treffen. Die Jugendlichen hatten an diesem Tag anhand eines vorbereiteten Stationenwegs die Möglichkeit ihren persönlichen Lebens- und Glaubensweg zu reflektieren. In einem anschließenden Beichtgespräch konnten sie entweder bei Kaplan Benjamin Weiß oder Pfarrer Weber all das loswerden, was ihnen auf dem Herzen lag. Ihrer Kreativität ließen die Jugendlichen freien Lauf, indem jede/r einen Teil der gemeinsamen Firmkursfahne unter dem Motto „Trotz Abstand – nah bei Gott!“ gestaltete. Dieser sogenannte „Think-about-Tag“ endete mit einem Open-air-Gottesdienst im Pfarrgarten.

Ein herzliches Dankeschön sowohl an Edith Hemberger, die die kreative Einheit begleitete, als auch Olivia Ries, die die einzelnen Teile der Jugendlichen zu einer Fahne zusammennähte

 

Neue Corona- Regelungen

  • Bitte melden Sie sich weiter zu den Gottesdiensten an und bringen Sie weiter einen ausgefüllten Zettel mit den Kontaktdaten mit. Das ist mühsam und lästig, erspart uns aber viel Arbeit. Denn weiterhin sind wir gehalten zu dokumentieren, wer die Gottesdienste besucht. – Für die, die sich spontan entscheiden zu kommen: Das ist in der Regel kein Problem; bisher waren immer Plätze frei! Zumal nach den neuen Regelungen wieder mehr Personen erlaubt sind.
  • Die Maske muss beim Herein- und Herausgehen getragen werden; am Platz kann man sie abnehmen.
  • Es ist – im begrenzten Maß – wieder erlaubt zu singen.
  • Aufgrund dieser Regelungen wollen wir auch Rembrücken wieder etwas mehr „Normalität“ geben. In Form eines Sonntagsgottesdienstes. An den ersten Sonntagen von Juli, August und September findet der 18.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche oder im Freien statt. („Sommerregelung“). Danach müssen wir schauen wie sich die Lage entwickelt und können weitersehen

Ein Bild, das ungebändigte – also nicht zu bändigende – Hoffnung ausdrückt

Löwenzahn (c) Peter Kwasniok

--- hat unser Pfarrgemeinderats - Vorsitzende Dr. Kwasniok an der Bergstraße gemacht. Der Löwenzahn, der die harte Teerschicht durchbricht, erzählt davon, dass das Leben sich auch durch scheinbar unüberwindliche Hindernisse immer wieder Bahn bricht. Hoffnung, das ist mehr als eine Haltung, die die harte Realität nicht wahrnehmen will, wie manche sogenannte „Realisten“ meinen. Das Leben, das sich durch alle Dunkelheit hindurch Bahn bricht, ist Thema der ersten.

Erzählung in der Bibel, bei der Erschaffung der Erde. Und es ist Thema im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, in der es heißt: „Sehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Hoffnung in der Bibel, das ist Lebenserfahrung mit Gott. Lange bevor der Regenbogen als „Zeichen der bunten Vielfalt“ politisch eingesetzt wurde, war er für das Volk Israel das Zeichen der Hoffnung, „dass nie wieder alles Leben vernichtet wird“, so endet die Sintfluterzählung. Und mit der Auferstehung Jesu ist diese Hoffnung Wirklichkeit geworden. Hoffnung in Gott, das bleibt immer auch eine Vertrauensfrage. Vertrauen wir, wie diese kleine Pflanze auf dem Bild, in unsere Hoffnung, und erzählen wir von dieser Hoffnung, die eine berechtigte Hoffnung ist.           

Diakon Oliver Schäfer