Mitteilungen 09/22

. (c) PG Heusenstamm
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Datum:
Do. 28. Juli 2022
Von:
KKH / noh

"Heller als die Sonne",

war der Blitzstrahl, der am 6. August 1945 eine ganze Stadt vernichtete, als die erste Atombombe gezündet wurde. Ein dunkler Tag für die Menschheit.

Auch die Kirche gedenkt am 6. August eines Ereignisses, das „heller als die Sonne“ war. Es ist das Fest der Verklärung des Herrn. Jesus erscheint den Seinen, verklärt wie im Licht der Sonne. In der orthodoxen Christenheit gehört das zu den großen Kirchenfesten, während es bei uns im Westen „nur“ einer von vielen Feiertagen ist.

Manchmal fragen Kinder – und auch Erwachsene – sehr direkt: „Ist das wirklich so passiert?“ Das ist keine triviale Frage. Natürlich wollen wir unterscheiden zwischen Wahrheit und Dichtung, zwischen Fakten und Fiktionen. Das ist aber gar nicht so einfach. Geschichte ist immer, auch in rein säkularer Perspektive, Deutung. Dass zum Beispiel am 14. Juli die Bastille gestürmt wurde ist ein Faktum; dass das zum Symbol der französischen Revolution wurde ist Deutung.

Wenn man das auf das Neue Testament anwendet, kann man feststellen:  Die Evangelisten verstanden sich gewiss als Geschichtsschreiber, die Wahres berichten. Aber die Art und Weise, wie sie das tun ist zugleich Deutung und engagiertes Zeugnis. Die Wahrheit ihrer Berichte liegt nicht nur in den Fakten, sondern vor allem in der Deutung und Symbolik. Am Beispiel der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor kann das deutlich werden. Man kann davon ausgehen, dass dieser Erzählung eine wirkliche Begebenheit im Leben Jesu zugrunde liegt; eine wirkliche Erfahrung, die die Jünger mit ihrem Meister erlebt haben. Aber das „Eigentliche“ dieser Erzählung liegt auf der symbolischen Ebene. Dabei meint symbolisch gerade nicht erfunden, sondern über sich hinausweisend!

Jesus geht mit seinen Jüngern auf einen Berg. In der Bibel oft ein Ort der Gottesbegegnung. Dazu kommt das Symbol des Lichtes. Licht steht für Einsicht und Erkenntnis, ist in fast allen Religionen Attribut des Göttlichen. Jesus erscheint den Jüngern in einem überirdisch weißen Gewand: Solche weißen Gewänder sind in der Bibel immer ein Hinweis auf den Himmel im religiösen Sinn. Jesus erscheint den Seinen in Gemeinschaft mit Mose und Elija. Der Lehrer Israels – Mose -  und der endzeitliche Prophet – Elija – unterhalten sich mit Jesus. Eine Wolke verhüllt sie, ein Zeichen der göttlichen Gegenwart. Eine Wolke begleitet Mose beim Auszug aus Ägypten, in einer Wolke begegnet Elija seinem Gott. Und aus der Wolke auf dem Berg der Verklärung der Hinweis: „Dieser ist mein geliebter Sohn“.Alles weist auf Jesus hin. Und dazu kommt die Unbeholfenheit des Petrus, diesen Augenblick festzuhalten: „Soll ich dir drei Hütten bauen“? Und der Schrecken über die Größe dieser Gottesbegegnung auf dem Tabor. Schließlich aber gilt es, in den Alltag zurückzukehren, vom Berg herabzusteigen, den Dienst der Liebe zu tun, wie Augustinus diese Szene interpretiert.

Martin Weber, Pfr.

Pfarrbüro

Das Pfarrbüro St. Cäcilia ist vom 1. bis 3. August geschlossen.

Das Pfarrbüro Maria Himmelskron ist vom 16. bis 26. August geschlossen.

Wohnung gesucht

Eine christliche Familie aus Afghanistan (5 Personen) sucht eine 4-5 Zimmer Wohnung in Heusenstamm oder Umgebung. Wer weiterhelfen kann, melde sich bitte bei Diakon Oliver Schäfer oder in einem der Pfarrbüros.

Marsch für das Leben in Berlin

Auch in diesem Jahr möchte die Katholische Kirche Heusenstamm mit einer Gruppe am 17. September zum Marsch für das Leben nach Berlin fahren. Die Veranstaltung setzt sich für das Recht auf Leben eines jeden Menschen von seinem biologischen Anfang bis zu seinem natürlichen Ende ein. Abfahrt in Heusenstamm 07:26 Uhr, ab Frankfurt Hbf 08:14 Uhr. Ankunft in Berlin Hbf 12:29 Uhr. https://www.bundesverband-lebensrecht.de/marsch-fuer-das-leben/

Rückfahrt: Berlin Hbf 19:04 Uhr. Ankunft Frankfurt 23:09 Uhr.

Anfragen bei Mark Niedziella mündlich oder unter lehrer.niedziella@web.de

Reise nach Israel und Jordanien

Vom 30.10. bis 09.11.2023 ist wieder eine Fahrt nach Israel und Jordanien in Planung. Jerusalem, Bethlehem, Nazareth, Petra und vieles andere steht auf dem Programm. Merken Sie sich bei Interesse den Termin schon einmal vor. Nähere Infos folgen.

Abschied von Michaele Althapp

In einem bewegenden Gottesdienst hat sich die katholische Pfarrgruppe am 24. Juli von Michaele Althapp verabschiedet. Die Pfarrband hat gespielt, das Team des „thematischen Gottesdienstkreises“ mitgewirkt und viele haben mitgefeiert. Im Namen des PGR sprach Dr. Peter Kwasniok Worte der Wertschätzung und des Dankes. Dem schloss sich auch Pfarrer Martin Weber an: „Michaele, wir werden Dich vermissen“. Die Gemeinde hatte bei dem anschließenden Empfang auf dem Kirchenvorplatz Gelegenheit direkt „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Man merkte Michaele Althapp an, wie ihr das alles naheging. Ein Zeichen dafür, dass sie hier in Heusenstamm Heimat gefunden hat. Diese Heimat wird sie auch nicht verlieren: Frau Althapp wird weiterhin in Heusenstamm wohnen bleiben. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen!

Seelsorge im Altenheim

Durch den Weggang von Michaele Althapp entsteht in vielen Bereichen eine große Lücke. Auch und besonders in der seelsorglichen Betreuung der Menschen im Horst-Schmitt-Haus!

Wie können wir als Gemeinde dem begegnen? Einfach indem uns dies ein Anliegen ist. Dass wir auch für die Menschen dort da sein wollen. Im Gottesdienst, aber auch im Besuch und Gespräch. Dazu braucht es Menschen, die mittun. Deshalb meine konkrete Frage: Wer wäre bereit in irgendeiner Form sich hier zu engagieren?  „Vor Corona“ gab es einen großen Helferkreis. Ob es uns gelingt, so etwas wiederaufzubauen? Es wäre zum Segen für die Menschen im Horst-Schmitt-Haus.

Deshalb meine Bitte: Melden Sie sich, wenn Sie an einer solchen Aufgabe Interesse haben.

Erstkommunion 2022

34 Kinder haben im Juli das Sakrament der Ersten Heiligen Kommunion empfangen.

Bei der Vorbereitung wurden Pfarrer Weber und Diakon Schäfer von neun Katechet*innen unterstützt. Eine Dankandacht am Abend rundete den besonderen Tag für die Kinder ab.

Wann im nächsten Jahr der Termin für die Erstkommunionfeiern sein wird, das steht noch nicht ganz fest. Die Vorbereitung wird aber sicherlich nach den Herbstferien beginnen.

Erholsames Sommerloch

Wenn wir vom „Sommerloch“ in den Medien sprechen, dann denken wir an eine nachrichtenarme Zeit. In der Politik und in anderen Bereichen wie der Schule „tut sich“ nicht viel (oder besser: Die Menschen tun weniger). Und auch in der Kirchengemeinde wird den Mitarbeiter*innen Zeit zur Erholung und Ruhe gegeben. Allerdings ist der Begriff „Sommerloch“ in diesem Zusammenhang negativ belastet. Ein Loch suggeriert, dass da etwas fehlt, dass eine Lücke, ein Defizit vorhanden ist. Und nicht wenige Menschen fallen ja auch in ein Loch, wenn sie plötzlich Zeit zum Nachdenken und Nachspüren der Seele haben. Ein schönes Bild aus dem Arbeitsalltag gibt zu denken: Wenn im Büro am Computer oder dem Drucker etwas nicht funktioniert und viele Versuche, das Problem zu beheben, gescheitert sind, dann hilft es oft, dass wir ganz einfach einmal – den Stecker ziehen.

Wir sind keine Computer, gehen allerdings manchmal mit uns selbst und leider auch mit anderen so um, als wären wir grenzenlos belastbar und versuchen, „das Letzte“ aus uns und anderen herauszuholen (Das Problem ist, nach dem „Letzten“ kommt nichts mehr!). Nicht selten überlasten und überfordern wir uns dabei und kommen doch nicht von der Stelle, weil wir einfach „Vollgas im Leerlauf geben“.

Es gibt eine schöne Bibelstelle, in der wir von Jesus etwas über den Zusammenhang von Aktion und Ruhe lernen können. Wir finden sie bei Markus, Kapitel 6, ab Vers 30. Die Jünger sind gerade von ihrem Auftrag, zu den Menschen zu gehen und das Reich Gottes zu verkünden, zurückgekehrt (Aussendung der Jünger):

„Die Jünger versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und ruht ein wenig aus. Denn sie hatten nicht einmal Zeit zu essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen“ (MK 6,30-31). Das ist eine Situation, die viele von uns kennen.

Wie wohltuend ist da der Rat Jesu, einen einsamen Ort aufzusuchen und ein wenig auszuruhen – ja auch wieder scheinbare Alltagsdinge wie die Nahrungsaufnahme bewusst und dankbar zu 

vollziehen. Doch dieses Ausruhen, so sehen wir, ist schnell in Gefahr:

„Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen dort an (Mk 6, 32-33)“. Wer niemals „seine Ruhe“ hat, der lebt ungesund, das wissen wir. Aber was sollen wir tun? Da gibt es eben auch die Menschen, um die wir uns kümmern müssen, in der Familie, im Beruf, in der Nachbarschaft etc. Und Jesus, so lesen wir in der Bibel, hat dann auch Mitleid mit ihnen. Und deshalb kümmert ER sich dann um diese Menschen und lehrt sie. Und ER ist es, der die wenigen Gaben der Jünger, die fünf Brote und zwei Fische, in das verwandelt, das dann für alle zum Leben reicht.

Ziehen wir für einige Tage den Stecker und kommen zur Ruhe. Schöpfen wir neue Kraft für das, was vor uns liegt: In der Familie, im Beruf, im Alltag, auf dem Pastoralen Weg. Und tun wir das in dem Bewusstsein, dass es bei all unserer Geschäftigkeit und Sorge doch immer Jesus ist, der um UNS und die uns Anvertrauten in Sorge ist und für uns da ist.

In diesem Sinne eine schöne und hoffentlich erholsame Ferien – und Urlaubszeit.

Oliver Schäfer, Diakon

Unser Kirchenjahr kennt übrigens kein „Sommerloch“. In die Sommermonate fallen viele Marienfeiertage. Das Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ am 15. August. 7 Tage später der Gedenktag „Maria Königin“. Dieser 22. August ist übrigens das Patronatsfest der Kirche Maria Himmelskron. Schließlich am 8. September das Fest „Mariä Geburt“ und wieder eine Woche später der „Gedenktag der Schmerzen Mariens“. Da passt es gut, dass wir mittendrin – am 20. August -  den heiligen Bernhard von Clairvaux feiern. Bernhard war einer der ganz großen Marienverehrer. Er gilt als Verfasser des wunderbaren „Salve Regina“. Einmal sagte er: „De Maria nunquam satis“ – Maria kann man niemals genug ehren! Wie wahr.

Martin Weber, Pfarrer



20220707_Seniorenausflug (c) KKH

Seniorenausflug am 7. Juli 2022 nach Darmstadt

20220710_Erstkommunion MHK (c) KKH

Erstkommunion in Maria Himmelskron am 10. Juli 2022

20220717_Erstkommunion StC (c) KKH

Erstkommunion in St. Cäcilia am 17. Juli 2022