Pfarrer Dieter Ludwig – ein erfülltes Leben ging zu Ende

Pfr. Ludwig (c) Herbert Margraf
Pfr. Ludwig
Datum:
Do. 7. Jan. 2021
Von:
hem

Dieter Ludwig wurde 1939 in Offenbach geboren. Nach dem Abitur 1959 in Offenbach begann er in Frankfurt am Main Germanistik zu studieren. Doch schon im Herbst dieses Jahres brach er dieses Studium ab, trat in das Mainzer Priesterseminar ein und nahm in Mainz das Studium der Katholischen Theologie und Philosophie auf. Zwei Freisemester führten ihn nach München. Am 27. Februar 1965 weihte ihn Bischof Hermann Volk in Mainz zum Priester. Danach wirkte er als Kaplan in Heidesheim am Rhein, Worms-Horchheim und -Weinsheim sowie als Pfarrverwalter in Wiesoppenheim. 1975 wurde er Pfarrverwalter in Wies-Heppenheim und Offstein.

Von 1976 bis 1992 war Dieter Ludwig Pfarrer in St. Cäcilia in Heusenstamm. In dieser Zeit fungierte er auch 10 Jahre lang von 1981 bis 1991 als Dekan des Dekanats Rodgau. Es war eine prägende Zeit in Heusenstamm. Er verkündete die frohe Botschaft als verlässliche Perspektive und tragfähige Grundlage für ein gelingendes Leben. Pfarrer Ludwig hat vielfältige Spuren in Heusenstamm hinterlassen, hat sich immer eingemischt und vielfältige kulturelle Anregungen gegeben. Fleißig war er immer, oftmals brannte noch spät in der Nacht das Licht in seinem Arbeitszimmer. Die Pfarrgemeinderats- und Verwaltungsratssitzungen gingen bis spät in die Nacht und schlossen nicht selten mit einem Glas Sekt um 24:00 ab. Er war dem Leben zugewandt und feierte gern. Mit ihm entdeckte St. Cäcilia die Fastnacht und erfreute sich an herrlichen Sitzungen, an denen er natürlich mitwirkte. Er liebte den Religionsunterricht in der Schule und die Arbeit mit den Ministranten. Legendär waren seine Sommerfreizeiten mit ihnen. In seiner Zeit wurde das Pfarrheim St. Cäcilia gebaut und mit Leben erfüllt.

Nach dem Tod seiner Mutter, die ihn als „Haushälterin“ in Heusenstamm begleitete, suchte er noch einmal eine neue Aufgabe. 16 Jahre hatte er in Heusenstamm gewirkt, als er 1992 Pfarrer von Seligenstadt sowie ab 1995 auch Pfarrer von Klein-Welzheim wurde. 2012 ging Pfarrer Dieter Ludwig in den Ruhestand, den er als Hausgeistlicher bei den Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Aschaffenburg und als Pfarrer mit Seelsorgsauftrag in Aschaffenburg verbrachte.

Je älter er wurde desto mehr setzte sich bei ihm die Überzeugung durch, dass Tradition allein, bei aller Wertschätzung, die heutigen Menschen nicht mehr zur Suche nach Sinn und Ziel des Lebens anregen kann. Begleitet hat ihn sein ganzes Leben sein Interesse an Literatur, Schauspiel und Kunst. Dieses Interesse wurde im Laufe seines Lebens immer stärker. Liebend gern interpretierte er Bilder zunehmend von modernen Künstlern und ging gerne ins Theater. Er war traditionsverbunden und progressiv.

Er ging seinen Weg als sinnenfroher Genießer mit froher Zuversicht, glaubwürdig und pflichtbewusst gerade in den letzten Monaten, die von Krankheit getrübt waren. Weihnachten konnte er noch als Priester in seiner Gemeinschaft mit den Schwestern in Aschaffenburg feiern. Er starb an Epiphanie. Gemäß seinem Wunsch wird seine sterbliche Hülle nach einem Requiem in ganz kleinem Kreis am 14.01. 2021 im Priestergrab in Seligenstadt beigesetzt. Bis zu diesem Tag werden alle Messen in Seligenstadt und Klein-Welzheim als Requiem für ihn gehalten. Wer an einer Messe teilnehmen möchte, muss sich wie üblich in den Zeiten der Pandemie anmelden. Seien wir uns bewusst, dass wir auch an anderen Orten und Zeiten an ihn denken und uns von ihm verabschieden können.