Schmuckband Kreuzgang

Freiheit oder Diktatur oder Not-Wendigkeit?

Tagesimpuls von Gemeindereferentin Hiltrud Knodt

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Datum:
Mi. 16. Dez. 2020
Von:
Michael Marx

Radikal ist der Einschnitt, den wir jetzt für die kommenden Wochen wieder in unseren Lebensbezügen haben werden durch den lockdown, der uns wegen der Eindämmung des Covid-19-Virus aufgezwungen wird. Radikal und entschieden sollen alle „unnötigen“ Kontakte auf ein Minimum reduziert werden, weil wir es anders nicht schaffen werden, zu verhindern, dass das Virus alles lahmlegt und immer mehr Menschen tötet.

Wie würde der, auf den wir Christen uns berufen und dessen Beispiel uns doch immer wieder anstachelt, das zu tun, was Not wendet – wie würde der sich verhalten in dieser Situation? Was würde Jesus tun, von dem wir wissen, dass er durch hautnahe Berührung geheilt hat? Dem sogar nachgesagt wird, dass er mit einem Teig aus seinem Speichel (!!!) und Sand, den er dem anderen auflegte, einen Blinden geheilt haben soll? Es scheint kaum vorstellbar, dass er eine Maske tragen würde oder dass er Abstand zu allen Menschen, die nicht in seinem Haushalt leben, einhalten würde, oder???

In diesen Zeiten geht es permanent um unangenehme Entscheidungen. Es geht täglich um die Entscheidung, die eigene Freiheit einzuschränken, um körperlich nahen Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden, oder diese Nähe gegen besseres Wissen oder durch Abwägen der Alternativen trotzdem zuzulassen mit einem hohen Aufwand an Schutzmaßnahmen. Viele sind froh, dass diese Entscheidung für oder gegen die eigene Freiheit – sich zu bewegen, wann, wo und wie es mir beliebt, sich zu treffen mit so vielen Menschen, wie ich will, zu tanzen, zu feiern mit Körperkontakt, egal, wieviel Aerosol-Ausstoß ich dadurch selbst verbreite und einatme – dass diese Freiheit uns nun „von oben“ einfach genommen wird. Nur durch die auferzwungene Unfreiheit eines lockdowns scheinen wir momentan als Gesellschaft in die Lage versetzt zu werden, das tödliche Virus auszubremsen. Es scheint sogar so zu sein, dass Diktaturen besser darin sind, die eigene Bevölkerung vor Krankheit und Tod durch dieses winzige Virus zu bewahren. Unsere freiheitlichen Grundrechte, die für unser europäisches Leben so wichtig sind, werden sehr auf den Prüfstand gestellt.

Mitten in diese Auf-den-Kopf gestellte Welt erwarten wir den, der die Erlösung bringen soll: als kleines wehrloses Kind, angewiesen auf den Schutz der Menschen, die es lieben. Maria und Josef würden eine Maske anziehen, die Hirten und die Könige auch – da bin ich mir sicher! Und Jesus – älter geworden – der würde in einer solchen Situation auch einfach alles tun, um die zu schützen, die er liebt und deren Not er sieht. Und wenn es durch Maske oder Abstand sein müsste. Er würde kreative Methoden suchen und finden, um Lahme zum Gehen zu bewegen, um Trauernde zu trösten, um Blinde sehend zu machen… Höchstwahrscheinlich bräuchte er dazu keine „Anweisung von oben“ – da bin ich mir ziemlich sicher!

Lukas 7, 18b-23

18b Da rief Johannes zwei seiner Jünger zu sich, 19 schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 20 Als die Männer zu Jesus kamen, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? 21 Zu jener Stunde heilte Jesus viele Menschen von Krankheiten und Leiden und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. 22 Er antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. 23 Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

Tagesimpulse

Viele Gruppen, Treffen, Zusammenkünfte in unseren Gemeinden, in denen wir uns normalerweise auch über den Glauben austauschen und gegenseitig bestärken, fallen im Moment aus oder können nicht in gewohnter Weise stattfinden. Können wir uns in anderer Weise gegenseitig Ermutigung zusprechen?

Während der Corona-Krise wird an dieser Stelle in der Regel immer wieder – im Moment in der Regel wöchentlich, an jedem Mittwoch – ein kleiner Impuls gepostet: eine Botschaft, oft angelehnt an die Tageslesung oder das Tagesevangelium, dazu ein paar Impulsfragen, ein Hinweis auf ein Lied, eine kurze Bildmeditation oder ähnliches.

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um Kraft zu tanken und den eigenen Glauben zu stärken! Gerne dürfen Sie die Impulse auch weiter teilen.

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