Schmuckband Kreuzgang

Gedanken zum Lebendigen Adventskalender 2022 - 17. Dezember

Andacht zu Psalm 23

peter_froehlinger (c) Peter Fröhlinger
peter_froehlinger
Datum:
Fr. 30. Dez. 2022
Von:
Peter Fröhlinger

Ein jeder von uns kennt ihn, Ich musste ihn im Konfirmationsunterricht auswendig lernen. Das fand ich damals ätzend (vielleicht, weil ich den Text damals nicht verstanden habe). Wozu sollte dieser Text gut sein? Ging es Ihnen vielleicht ähnlich?

Erst viel Jahre später … Fragmente des Psalms blieben mir in Erinnerung … erschließt sich mir der Text, ich darf sagen NEU!

Hören wir ihn noch einmal, in der Übersetzung der Lutherbibel 2017:

Der gute Hirte
1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Gerade in der heutigen Zeit ist er - wieder einmal - ganz aktuell. Die Ungewissheit was auf uns zukommt …

… dunkel, bedrohlich so kommt uns die Welt in diesen Tagen zuweilen vor. Der Krieg in der Ukraine, fast vor unserer Haustür, die Energiekrise und die Angst davor ob Gas und Strom über den Winter reichen und nicht zuletzt der Klimawandel, den gibt es ja auch noch, auch darum muss sich auch dringend gekümmert werden.

Das ist wirklich ein finsteres Tal in das wir da blicken.

Aber … da gibt es noch etwas Anderes, das vor uns liegt, dass wir in einer Woche feiern werden. Etwas das Hoffnung gibt, etwas auf das wir uns freuen dürfen.

Doch zunächst zurück zum Psalm - wir dürfen darauf vertrauen, das Gott uns führt - er führt uns auf rechter Straße, gerecht durchs Leben auf Wegen, die gut und richtig sind für mich, für uns alle.

Sein Stecken und Stab trösten mich, … sein Stecken, als Symbol für Schutz - mit der Keule oben, verteidigte der Hirte seine Herde gegen Gefahr, und sein Stab, der Leitstab am unteren Ende des Hirtenstabes, der gebraucht wurde, um die Herde oder verirrte Schafe wieder auf den rechten Weg zu bringen.

So lenkt uns Gott auf verschiedenste Weise, z.B. mit seinen Geboten oder auch in den Geschichten aus der Bibel. Dort können wir nachlesen , wie er uns in Gedanken leitet oder wie uns Jemanden schickt, manchmal einen Engel mit froher Botschaft, manchmal auch einfach Menschen, als Helfer in der Not.

Das heißt aber bitte nicht, wir lehnen uns jetzt alle zurück und Gott wird schon machen.
Ich glaube so funktioniert das nicht.

Gott macht nicht alles für, wir müssen schon unseren Teil dazu beitragen damit unser Leben gelingt, damit wir in Frieden leben, damit wir die Schöpfung bewahren. Wir sind Geschöpfe mit eigenem Willen und Entscheidungsmöglichkeiten, wir müssen unseren Teil in Denken und Einstellung, im Verhalten und im Handeln selbst dazu tun. Er bereitet den Weg – wir gehen ihn und er begleitet uns.

Gott schickt uns Trost – wie hier im Psalm - und Zeichen seiner Verbundenheit mit uns, das war damals so, als die Bibel aufgeschrieben wurde und ist heute so – denn, sind wir alle nicht gerade hier und jetzt miteinander verbunden, als zumindest kleines Zeichen?

Auf das größte Zeichen von allen freuen wir uns im Advent, Gott sendete uns seinen Sohn, in Menschengestalt. Dies wurde den Hirten auf dem Felde durch den Engel des Herrn verkündet und seine ersten Worte waren: Fürchtet Euch nicht!

Verbunden mit der frohen Botschaft - Euch ist heute der Heiland geboren.
Und so getröstet können wir hoffen und vertrauen auf das Licht am Ende des dunklen Tals – und wer ganz genau hinschaut sieht im Licht auf dem Fensterbild vielleicht den Engel, der uns sagt:

Fürchtet Euch nicht!