Schmuckband Kreuzgang

Glockenschlag

Botschaft der Hoffnung

Pfarrer Karl Zirmer (c) Markus Schenk, Büttelborn
Pfarrer Karl Zirmer
Datum:
Sa. 5. Nov. 2022
Von:
Karl Zirmer, Pfarrer, Pastoralraum AKK-Mainspitze

„Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ (Jer 29,11). So lautet das Motto des diesjährigen Weltmissionssonntag, der am letzten Sonntag, am 23.Oktober, in der katholischen Kirche begangen wurde.

Diese mutmachende Worte stammen aus dem Brief, den der Prophet Jeremia an die Verbannten in Babylon geschrieben hat. Zur historischen Einordnung: Im Jahre 587 v. Chr. hat der babylonische König Nebukadnezzar die Stadt Jerusalem mit dem Tempel zerstört und das Königreich Judäa erobert. Ein großer Teil der Bevölkerung wurde ins Exil nach Babylon verschleppt. Für diese Menschen begann eine schwere Zeit. Sie waren hoffnungslos und ohne Perspektive. In dieser Situation schreibt Jeremia seinen Brief. Er will den Verbannten neuen Lebensmut zusprechen. „Baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und esst ihre Früchte! Nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter. … Suchet das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl!“

Ich höre aus diesen Worten die Ermahnung: „Nehmt die Herausforderung des Exils an und macht das Beste daraus!“ Eine gute Lebensmaxime auch für unsere Zeit! Auch wir blicken sorgenvoll in die Zukunft blicken, weil wir nicht wissen, was demnächst alles noch auf uns zukommt. Die Corona-Pandemie ist noch nicht überwunden. Der Krieg in der Ukraine hat massive Auswirkungen auch für uns. Die Energiekrise macht uns zu schaffen. Und wir wissen noch nicht, wie wir über den bevorstehenden Winter kommen.

In einer solchen Situation hören wir die Zusage: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“. Es geht hier nicht um einen oberflächlichen Optimismus nach dem Motto: Es wird schon irgendwie werden. Der Prophet Jeremia liefert für seine Ermahnung auch eine Begründung, die auch uns Halt und Orientierung geben kann inmitten aller Unsicherheiten und Bedrängnissen: „So spricht Gott, der Herr: Gedanken des Heils und nicht des Unheils sind es, die ich für euch denke; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“ Gott, an den wir glauben, ist ein Freund des Lebens, ein menschenfreundlicher Gott. Wer sich an Gott und seinen Geboten orientiert, der kann gelassen und voller Hoffnung in die Zukunft gehen. Wer Kraft schöpft aus dem Glauben, der wird nicht nur ängstlich oder egoistisch an sich und seine Interessen und Vorteile denken, sondern er kann auch das Leben und das Wohl seiner Mitmenschen in den Blick nehmen und sich dafür einsetzen.