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Aufruf zur Unterstützung der Kampagne "Kein Weihnachten in Moria"

claim_moria_rgb.png_1248384741 (c) Pax Christi
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Datum:
So. 6. Dez. 2020
Von:
Andreas Löhr

"Weihnachten ist kalendarisch am 24./25. Dezember. Das wirkliche Weihnachten ist in diesen Zeiten dann, wenn Flüchtlinge gerettet werden. Das wirkliche Weihnachten ist dann, wenn Flüchtlingskinder wieder sprechen, spielen und essen. Das wirkliche Weihnachten ist dann, wenn "der Retter" wirklich kommt - und er nicht nur im Weihnachtslied besungen wird. " (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 22.12.2019).

Die Lebensverhältnisse und die gesundheitliche Versorgung der Geflüchteten auf den griechischen Ägäis-Inseln sind katastrophal. Die Covid19-Pandemie, die verheerenden Brände im Flüchtlingslager Moria im September und der nun einbrechende Winter haben zuvor schon extreme Bedingungen weiter verschärft und absolut menschenunwürdige Zustände geschaffen.
Es fehlt am Nötigsten. Männer, Frauen, Kinder - unter ihnen auch zahlreiche körperlich Behinderte, chronisch Kranke, Alte, Schwangere und Kinder - harren seit Monaten in den Lagern aus. Die Umstände dort sind eine Schande - für uns alle, für Europa. Sie beschädigen die humanistischen Grundlagen der Europäischen Union und entlarven jede Rede von einer "christlichen Prägung" Europas. Hier werden Menschenrechte, hier wird die Würde des Menschen verletzt!
Hintergrundinformationen zur Situation auf Lesbos und den Lagern auf den anderen ägäischen Inseln finden sier hier.
Die von Pax Christi gestartete Kampagne "Kein Weihnachten in Moria" bringt im Titel ebenso wie das obige Zitat von Heribert Prantl aus dem letzten Jahr das Weihnachtsfest ins Spiel: erinnern wir uns -  die Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas ist jenseits aller Rührseligkeit, in die die Szene von Stall und Krippe meist gekleidet wird, eine Geschichte von Ablehnung, Ausgrenzung und Nicht-Aufnahme, die Fortsetzung kurz nach der Geburt Jesu die Geschichte einer Flucht vor lebensbedrohendem staatlichem Terror!
So kann uns die Heilige Familie heute ganz konkret in den Menschen in den Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas begegnen!

Die katholische Kirche im Dekanat Rüsselsheim hat sich im breiten Verbund mit anderen Einrichtungen und Verbänden der Initiative "Kein Weihnachten in Moria" angeschlossen und unterstützt die Forderung nach sofortiger Hilfe durch Evakuierung der Menschen aus den Lagern auf Lesbos und den benachbarten ägäischen Inseln.
Bischof Peter Kohlgraf, der auch Präsident der deutschen Sektion von Pax Christi ist, setzt sich ebenfalls vehement für diese Forderung ein. Die Aufzeichnung eines  Gesprächs mit Bischof Kohlgraf und dem Mainzer Sozialmediziner Dr. Gerhard Trabert, der aus eigener Anschauung die Lebensumstände der Geflüchteten in Moria beschreibt, finden sie hier.
Im Dekanat Rüsselsheim wird die Pax Christi-Aktion bisher bereits unterstützt  vom Dekanatsrat, dem BDKJ, dem Caritasverband, der KAB und der katholischen Betriebsseelsorge.
Mit einem presseöffentlichen Brief haben wir uns mit den Forderungen an die Bundestagsabgeordneten im Kreis Groß-Gerau, Herrn Jörg Cezanne (Die Linke) und Herrn Stefan Sauer (CDU) gewandt. Ziel ist es, mit einen Antrag aus der Mitte des Bundestages die Bundesregierung aufzufordern, aus dringenden humanitären Gründen die Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den Ägäis-Inseln schnellstmöglich in Deutschland aufzunehmen, um diese humanitäre Katastrophe auf europäischem Boden zu beenden.
Zahlreiche Städte und Kommunen in Deutschland haben diesbezüglich in den letzten Monaten bereits ihre Bereitschaft zur Aufnahme Geflüchteter signalisiert.
Um das politische Handeln voranzutreiben, bitten wir Sie um Ihre Hilfe und Unterstützung:
Derzeit wird eine Unterstützer*innen-Liste via Email erstellt, die den o.g. Bundestagsabgeordnetn aus dem Kreis Groß-Gerau übergeben werden und auch in der Presse veröffentlicht werden sollen.
Bitte unterstützen Sie mit Ihrem Namen die Kampagne und die damit verbundenen Forderungen, dass den unmenschlichen Bedingungen in den Lagern in der Ägäis ein Ende gesetzt und den notleidenden Menschen geholfen wird.
Um noch vor Weihnachten wirkungsvoll an die Bundestagsageordneten und die Presse herantreten zu können, wird um eine Zusendung bis spätestens zum 14.12.2020 gebeten.
Eine konkrete Anleitung finden Sie hier auf der Internet-Seite unseres Dekanats.