Sternsinger in der Pfarrgruppe

Sternsinger in der Pfarrgruppe

Sternsinger 2021 Klein_1 (c) C.Raabe
Sternsinger 2021 Klein_1
Datum:
Di. 5. Jan. 2021
Von:
C. Raabe

„Die Sternsingeraktion fordert uns in diesem Jahr besonders heraus, denn sie ist im Kern eine Aktion, in der intensiver Kontakt unter Menschen stattfindet,“ heißt es in einem Schreiben der Bischöflichen Jugendämter gemeinsam mit dem Kindermissionswerk und dem Bundes-BDKJ zu der Sternsingeraktion 2021. Von Tür zu Tür, von Haus zu Haus, das ist die klassische Sternsingeraktion. Doch mit Corona hat eine neue Lebensrealität Einzug gehalten bei uns und in vielen anderen Ländern. Sie ist geprägt von Rücksicht aufeinander und Abstand voneinander, vom Einhalten vieler Regeln und vom Durchhalten, auch wenn manches schwerfällt. Sara Weber, 16 Jahre, läuft seit vielen Jahren bei den Michelstädter Sternsingern mit. Sie fasst die aktuelle Situation so zusammen: „Ich finde es sehr schade, nicht mehr von Haus zu Haus gehen zu dürfen, weil das Schönste an der gesamten Aktion für mich ist, anderen Menschen eine kleine Freude bereiten zu können, auch weil sie in ihrem Alltag vielleicht nicht immer viel Grund dafür haben.“ Die gute Botschaft: Sternsingeraktion 2021 findet statt! Doch in diesem Jahr anders als in den Jahren zuvor. So hat sich die Pfarrgruppe Am Odenwälder Einhardsweg für eine kontaktlose Variante der Aktion entschieden. Denn gerade in diesen Tagen ist die Aktion für die Menschen in unserem Land, die sich auf die Botschaft des Weihnachtssegens freuen und für die Kinder in den Hilfsprojekten, die unsere Solidarität stärker denn je brauchen, wichtig. Belana Blunck, 10 Jahre, aus Ober-Kinzig sagt: „Ich bin traurig, weil dadurch, dass wir nicht von Tür zu Tür gehen und mit den Menschen sprechen können, bestimmt weniger Geld für die Kinder in armen Ländern gespendet wird.“ Die Verantwortlichen haben sich schweren Herzens dazu entschieden für die gesamte Dauer der Aktion von Hausbesuchen grundsätzlich abzusehen. Selbst wenn ab dem 10. Januar der Lockdown wieder gelockert wird, halten sie es nicht für sinnvoll, in dieser Aktion wie in den früheren Jahren auf die Hausbesuche zu setzen. Diakon Volkmar Raabe für die Pfarrgruppe Am Odenwälder Einhardsweg: „Wir setzen unter dem Motto „Sternsinger – aber sicher“ auf das kontaktlose Sternsingen für die Sternsingeraktion 2021 und das digitalen Spenden.“ Die Entscheidungsträger der Aktion sind der Meinung: „Wir wollen vor den Haustüren oder sogar in den Wohnzimmern ältere Menschen nicht einer für sie unklaren oder sie überfordernden Situation aussetzen. Vielleicht konnten sie die Kinder und Enkel über Weihnachten nicht sehen, aber die Sternsinger kommen direkt vor die Haustür oder ins Haus.“

Kindermissionswerk, allen diözesanen (Erz-)Bischöflichen Jugendämter und Bundes-BDKJ

haben sich für eine gemeinsame bundesweite Linie entschieden: „Wir wollen uns gesellschaftlich solidarisch zeigen im Lockdown und die Kontaktreduktion mittragen und unterstützen.“ Damit soll eine Virusübertragung durch die Sternsingeraktion auf die Besuchten wie auch auf die Besucher vermieden werden, um eine zusätzliche Belastung der Intensivstationen zu vermeiden und letztlich auch dem Ruf der Sternsingeraktion und damit der Aktion insgesamt nicht zu schaden.

Zur aktuellen Aktion: „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“ heißt das Leitwort der 63. Aktion Dreikönigssingen, das Beispielland ist die Ukraine. Insgesamt werden mehr als 75.600 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zurzeit unterstützt.

Eines dieser vielen zehntausend Projekte ist das Projekt der Pfarrgruppe Am Odenwälder Einhardsweg. Seit nunmehr 10 Jahren wird die Arbeit der Franziskanerinnen in Caransebes/Rumänien durch das Kindermissionswerk mit den in der Pfarrgruppe gesammelten Mitteln unterstützt. Ein Teil der Spenden geht in die weltweite Unterstützung durch das Kindermissionswerk.

Das ist Motivation genug um mit dem Weihnachtssegen der Sternsinger den Besuchten Freude und Segen zu bringen und verlässliche Hilfe für die Kinder in den Hilfsprojekten, die unsere Solidarität stärker denn je brauchen. Denn die Armen sind die großen Leidtragenden dieser Pandemie, so Rita Germann, verantwortlich für die Sternsinger in Bad König. Dies wird bei der durch Corona beeinträchtigten Sternsingeraktion mit einer Segenstüte geschehen, die die Besuchten in ihren Briefkästen zusammen mit einem neuen Segensband finden werden.

Die Pfarrgruppe Am Odenwälder Einhardsweg wird mit den erbetenen Spenden ihr gemeinsames Projekt mit dem Kindermissionswerk für Kinder in Caransebes/Rumänien und weltweit unterstützen. Spenden werden auf das Konto der katholischen Kirche IBAN: DE47 5085 1952 0060 0129 78 bei der Sparkasse Odenwaldkreis mit dem Verwendungszweck Sternsinger, Namen und Wohnort des Spenders erbeten. Bei Spenden bis 100 € gilt die Überweisung als Spendenbescheinigung bei Finanzamt.

 

Info:

Zur Geschichte des Kindermissionswerkes - Die Sternsinger:

Der Brauch des Sternsingens ist ab dem 16. nachweisbar und wird auch als Dreikönigssingen bezeichnet. Der Wandel vom reinen Brauchtum hin zu einer der größten Hilfsaktionen begann jedoch erst im 19. Jahrhundert auf Betreiben eines damals 15-jährigen Mädchens.

Sie hat alles, wovon ein 15-jähriges Mädchen träumen kann: schöne Kleider, ein großes vornehmes Haus, eine gute Familie, viele Freunde: Auguste von Sartorius hat das Glück, in wohlhabenden Verhältnissen in Aachen aufzuwachsen. Doch die Nachrichten über Kinder in Not und Lebensgefahr in China und Afrika lassen sie nicht los. Diese Ungerechtigkeit will sie nicht hinnehmen.

Weil sie gegenüber den Erwachsenen nicht locker gelassen hatte und sich nicht hatte beirren lassen, wurde am 2. Februar 1846 in Aachen auf ihr Betreiben hin der „Verein der Heiligen Kindheit" gegründet. Einen Monat später, am 1. März, feierte Auguste ihren 16. Geburtstag. Der von ihr gegründete Aachener Verein wurde 1922 von Papst Pius XI. zum „Päpstlichen Werk" erhoben.

Heute ist daraus eine riesige Bewegung geworden, die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. (Christiane Raabe)