Schmuckband Kreuzgang

Gottesdienste sind Ausdruck der weihnachtlichen Hoffnung und Zuversicht

Brief des Bischofs an Seelsorger und Gläubige zu anstehenden Weihnachtsgottesdiensten

Prof.-Dr. Peter-Kohlgraf (c) Bistum Mainz
Datum:
Mi. 16. Dez. 2020
Von:
Martin Schnurrer

Sehr geehrte, liebe Mitbrüder, sehr geehrte, liebe Seelsorgerinnen und Seelsorger, liebe Gläubige im Bistum Mainz!


Die Frage, ob wir in der gegenwärtigen Lage an Weihnachten öffentlich und gemeinsam Gottesdienst feiern können, wird derzeit intensiv diskutiert. Als Bischof nehme ich kontroverse Positionen wahr, und ich nehme wahr, dass beide Seiten fundierte Argumente vorbringen: Angesichts der hohen Infektions- und Todeszahlen stellen einige zu Recht die Frage, ob Gottesdienste an Weihnachten nicht doch eine Gefährdung darstellen, die es zu vermeiden gilt. Andere betonen die große Bedeutung, die gemeinschaftlich gefeierte Gottesdienste haben, insbesondere an Weihnachten, aber auch als Ausdruck der Hoffnung und der Verbundenheit gerade in dieser schwierigen Zeit.

Es gibt derzeit keine Verbote von Gottesdiensten auf dem Gebiet unseres Bistums, sofern alle geltenden Auflagen eingehalten werden. Trotz aller Belastungen und Sorgen freue ich mich darauf, die Weihnachtsgottesdienste zu feiern – wenn auch in einem viel kleineren Rahmen als sonst. Für mich sind sie wirklich Ausdruck der weihnachtlichen Hoffnung und Zuversicht. Zugleich betone ich: Es ist die freie Entscheidung eines und einer jeden einzelnen, ob er oder sie an den Weihnachtstagen einen gemeinschaftlich gefeierten Gottesdienst besucht oder auch nicht. Diese eigenverantwortliche Entscheidung ist in jedem Fall zu respektieren. Darum bitte ich ausdrücklich. Insbesondere die Angehörigen von Risikogruppen bitte ich, sorgfältig die Risiken abzuwägen.

Wir haben in den vergangenen Monaten Erfahrungen sammeln können, wie wir auch in der Situation der Pandemie gemeinsam verantwortungsvoll Gottesdienst feiern können. Das wollen wir auch an Weihnachten tun. Ich fordere nachdrücklich alle Verantwortlichen und die Gottesdienstteilnehmer auf, gewissenhaft die geltenden Bestimmungen einzuhalten. Zugleich lade ich dazu ein, weiterhin kreative Ideen zu entwickeln, um auch andere Formen des Gottesdienstes zu ermöglichen, sowie zu Gebet und Besinnung anzuregen. Ich weiß, dass in vielen Gemeinden und an vielen Orten hier bereits viel entstanden ist. Unsere Homepage www.bistummainz.de/Weihnachten-soll-leuchten gibt einen guten Überblick und kann Inspiration für weitere Aktivitäten vor Ort sein. Auch die ökumenische Weihnachtsaktion „Gott bei euch!“ rufe ich nochmals in Erinnerung.

Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Angebot von Gottesdienstübertragungen und Verkündigungssendungen in Fernsehen, Radio und Internet. Schließlich will ich dazu ermutigen, an den Weihnachtstagen die Kirchen für Gebet und Besinnung zu öffnen. Der Besuch an der Krippe in der Kirche während der Weihnachtstage hat lange Tradition und ist eine schöne Form, eine persönliche Weihnachtsfrömmigkeit zu pflegen.
Ich wünsche Ihnen und allen, die Ihnen nahe sind, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Ihnen allen Mut und Hoffnung!


Ihr

Peter Kohlgraf
Bischof von Mainz