Ganz und gar nicht sibirisch

Musikkids (c) Kirchenzeitung / M. Weissenberger
Musikkids
Datum:
Fr 9. Feb 2018
Von:
Kirchenzeitung "Glaube und Leben"
Da wackelt zwar kein Dom – begeistert Fastnacht feiern können Katholiken aber auch in einer kleinen Gemeinde in „oberhessisch Sibirien“, versichert Ulrich Goretzki. Er ist Sitzungspräsident (und mehr) in Altenstadt, St. Andreas.
Fastnacht in Altenstadt (c) Kirchenzeitung/M. Weissenberger
Fastnacht in Altenstadt

Für einen Elferrat ist die Bühne im Pfarrheim zu klein, eine Fastnachtsgarde, die – wie oft in der Fastnachtshochburg Mainz – die Narren auf die Bühne begleitet, gibt es nicht. Aber die „Fastnachtsverrücktheit“ ist groß genug, um all diesen Umständen zum Trotz eine Sitzung „steigen“ zu lassen, sagt Ulrich Goretzki im Telefongespräch mit der Kirchenzeitung. Da ist er gerade „auf dem Sprung“ zur Seniorenfastnacht, und an seiner Moderation für die Sitzung muss er auch noch ein wenig feilen. Noch am Wochenende schreibt er eine E-Mail: „Die Sitzung war ein voller Erfolg. Sehr gute Stimmung, gelungene Vorträge. Das war eine echte Werbung für die Pfarrgemeinde.“

Über die kirchlichen Kernthemen hinaus

Und darauf kommt es dem „fastnachtsverrückten“ Altenstädter und seinen närrischen Mitstreitern auch entscheidend an. „Ein Gemeindeleben“, findet Goretzki, „darf nicht nur daraus bestehen, dass Leute sonntags in die Kirche gehen. Dann können wir bald den Schlüssel rumdrehen.“ Er möchte auch rund um die kirchlichen Kernthemen herum auf die Gemeinde aufmerksam machen, wünscht sich, dass die Menschen in Altenstadt und Umgebung merken: „Die Katholiken stellen was auf die Beine, und da ist Schwung drin.“ Die ersten Fastnachtssitzungen hat die Gemeinde schon Anfang der 1970er Jahre veranstaltet, Goretzki ist dabei seit den 1990er Jahren aktiv. „Die Fastnacht ist ein traditioneller Teil unseres Gemeindelebens, und der soll bei allen Widrigkeiten auf keinen Fall einschlafen“, sagt er. Und solche Widrigkeiten gibt es – nicht ohne Grund mussten die Narren von St. Andreas ihre zweite Sitzung aufgeben. „Anfangs haben sich die Leute um die Karten gerissen, da reichte eine Veranstaltung nicht“, weiß Goretzki. Heute sei der Andrang nicht mehr so groß, und auch die Bereitschaft, sich zu engagieren, lasse nach.

Wie gut, dass es die Pfadfinder gibt

„Wir haben das Glück, sehr aktive Pfadfinder zu haben, die auch für einen Programmpunkt bei der Fastnachtssitzung sorgen.“ Diesmal mit einer gelungenen „Neuauflage“ der einstigen Kultsendung „Zum Blauen Bock“, die das närrische Auditorium mit einer „Rakete“ belohnte.
Immerhin: Ein komplettes Sitzungsprogramm mit eigenen Akteuren – das ist eine reife Leis-tung. Von den „Musikids“ der Kinderschola über das Männerballett – in dem auch Pfarrer Peter Sievers mittanzte – bis zu den „Fans von der Wetterau“ bieten Gemeindemitglieder jede Menge Spaß an der Freud, wobei die Gruppen nicht selten „närrisch ökumenisch“ sind. Mit Tanz, Gesang und Büttenreden unterhalten mehr Aktive das Publikum, als man hier aufzählen könnte.

VON MARIA WEISSENBERGER

Den ganzen Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom

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