Gemeinde von Lesebegeisterten

Zum „Welttag des Buches“ am 23. April: Leben mit Lesestoff in St. Marien Mainz

Die Sammlerin: Christiane Eckes in der „Büchergarage“. Hier wird der Lesestoff gelagert bis zum Bücherbasar, derzeit 130 Kisten. Foto: Ruth Lehnen (c) Kirchenzeitung Glaube und Leben
Die Sammlerin: Christiane Eckes in der „Büchergarage“. Hier wird der Lesestoff gelagert bis zum Bücherbasar, derzeit 130 Kisten. Foto: Ruth Lehnen
Mi 20. Apr 2016
Kirchenzeitung "Glaube und Leben"
Sie lesen gern. Und begeistern andere fürs Lesen. Ein Leben ohne Bücher fänden sie dröge – auch ein Gemeindeleben. Beispiele aus der Gemeinde St. Marien Drais-Lerchenberg in Mainz.

Christiane Eckes geht nicht in die Buchhandlung, sie geht in die Garage. Dort findet die Mutter von drei Pflegekindern ihren Lesestoff. Rund 130 Kisten warten hier auf den nächsten Bücherbasar am 12. Juni. Eckes ist seit 15 Jahren der Kopf einer 15 Leute starken Truppe, die Bücher vorm Altpapier rettet und sie wieder unter die Leute bringt. Beim Gemeindefest zahlen Lesehungrige nur einen Euro fürs Buch. Etwa 800 bis 1000 Euro kommen so jedes Jahr zusammen, der Erlös geht an die Kindertagesstätte. Gremienarbeit sei nichts für sie, meint die Ehrenamtliche. Aber der mit viel Arbeit verbundene Bücherbasar löst bei ihr einen „Endorphinrausch“ aus. Endorphine sind Glückshormone.

Rosemarie Busch liest gern und liest gern vor. Immer dienstags von 15.30 bis 16.30 Uhr gibt es in der Städtischen Bücherei auf dem Lerchenberg eine kostenlose Vorlesestunde für Kinder von drei bis fünf Jahren. Zwischen drei und 15 Kindern finden sich regelmäßig ein. Sie werden begleitet von ihren Müttern, die das Vorlesen auch genießen; manche von ihnen können noch wenig Deutsch. Fünf ehrenamtliche Frauen sorgen dafür, dass die Kinder die Bücherei kennenlernen und so an ein „Leben mit Buch“ herangeführt werden. Die Gruppe heiß „Lesemäuse“.

Christa Schmahl feiert in diesem Jahr Jubiläum. Seit 20 Jahren ist die Bücherfreundin ehrenamtlich „Chefin“ der Katholischen Öffentlichen Bücherei im Stadtteil Drais. Aktiv ist sie hier schon seit 1993. Sie koordiniert die fünf ehrenamtlichen Frauen, die das Büchereiteam bilden und mittlerweile gute Freundinnen sind. Viele Familien mit kleinen Kindern nutzen das Angebot, kommen jeden Sonntag nach dem Gottesdienst in Drais vorbei oder am zweiten und vierten Montag von 15 bis 16 Uhr. Schmahl wünscht sich noch ein bisschen mehr Zuspruch, immerhin sind 4000 Bücher zur Ausleihe vorhanden und das kostenlos.

Von Ruth Lehnen

Den ganzen Beitrag mit den Buchtipps lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 24. April 2016

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