Mut zum eigenen Charisma

Mit Selbstbewusstsein ins Amt – Am 7. Mai weiht Kardinal Karl Lehmann Hayno Bohatschek, Nico Göth und Vincenzo Linardi zu Ständigen Diakonen

Sie wollen für ihren Glauben tätig werden: (von links) Vincenzo Linardi, Hayno Bohatschek und Nico Göth, hier beim Auspacken ihrer Einladungskarten zur Weihe. Foto: Anja Weiffen (c) Kirchenzeitung Glaube und Leben
Sie wollen für ihren Glauben tätig werden: (von links) Vincenzo Linardi, Hayno Bohatschek und Nico Göth, hier beim Auspacken ihrer Einladungskarten zur Weihe. Foto: Anja Weiffen
Mi 27. Apr 2016
Kirchenzeitung "Glaube und Leben"
Menschen helfen, das ist ihr Ziel. Mit anderen Worten „Diakonie“. Am 7. Mai werden Hayno Bohatschek, Vincenzo Linardi und Nico Göth zu Ständigen Diakonen geweiht. Jeder der drei Männer hat eine ganz eigene Vorstellung davon, was helfen bedeutet.

Weder Ersatzpfarrer noch Super-Ministrant wollen sie sein. Hayno Bohatschek, Nico Göth und Vincenzo Linardi wissen um das eigene Charisma eines Diakons. Bewusst ist ihnen, dass sie nicht viel Zeit für ihr Amt haben. Sie haben ja noch einen Zivilberuf.

Der Beruf spielt bei Hayno Bohatschek (47) eine besondere Rolle für seine Berufung, Diakon zu werden. Seit 24 Jahren arbeitet der gebürtige Bitburger als Krankenpfleger. 1997 schloss er die Prüfung zum Intensivpfleger ab. Doch er ist mehr als ein Krankenpfleger, das bekam Hayno Bohatscheck im Bekanntenkreis und von Kollegen immer wieder vermittelt. „Wenn es Schwerkranke auf der Station gab, sagten meine Kollegen: ,Geh du da mal hin.‘“

Beim Rückblick auf sein bisheriges Leben, auf Gutes und Schlechtes, sei ihm klar geworden, dass das, was immer getragen hat, sein Glaube ist. Vor vier Jahren hat er während eines Exerzitien-Aufenthalts im Kloster Engelthal überlegt, „wie kann ich das, was an Glaube bei mir da ist, in meinem Leben konkret werden lassen?“. Zu seiner Entscheidung, Ständiger Diakon zu werden, sagt er: „Ich merke, da läuft etwas in die richtige Richtung.“

Nico Göth (42) denkt beim Stichwort „Helfen“ auch an Ungewöhnliches, das nicht nach helfen klingt. So ist es zum Beispiel für ihn wesentlich, über den christlichen Glauben auskunftsfähig zu sein, sagt der gebürtige Groß-Umstädter. Der Vater von drei Kindern trifft in seinem Berufsleben die unterschiedlichsten Menschen, die ihre Vorstellungen und Erfahrungen von Kirche mitbringen. Hier den Kontakt zu suchen und zu erklären, was Kirche heute ist, empfindet er als seine Aufgabe – vergleichbar mit einem der sieben Werke der Barmherzigkeit: „die Unwissenden lehren“. Wobei er keinesfalls belehren, sondern Gespräche auf Augenhöhe führen will.

Eine Brücke sein will Vincenzo Linardi (48) aus Dreieich – im übertragenen Sinn zwischen Deutschland und Italien. Er ist Sohn von Einwanderern aus Süditalien. Für ihn stand die Italienische Mission beziehungsweise die italienische katholische Gemeinde in Dreieich immer im Zentrum. Dort besuchte er Kurse, vertiefte seinen Glauben, lernte seine Frau kennen. „Christus – er ist das Zentrum unseres Lebens, als Paar, als Gemeinde“, bringt er seine Einstellung auf den Punkt. 

Als Diakon stehe man auf zwei verschiedenen Beinen, sagt Linardi. Mit einem Bein im klerikalen-spirituellen Bereich, mit dem anderen Bein im Leben. Helfen bedeutet für ihn, eine Brücke zu sein zwischen beidem. Ein Ansprechpartner will er besonders für seine iItalienischen Landsleute sein, die in einer katholischen Gemeinde so etwas wie ein Zuhause und eine Ersatzheimat gefunden haben. Besonders die Älteren sollen nicht vergessen werden. Nicht nur mal mit ihnen Kaffee trinken, sondern wirklich Zeit mit den Menschen verbringen. „Zuhören“, betont er, „das ist wichtig.“

Von Anja Weiffen

Kardinal Lehmann weiht die Ständigen Diakone am 7. Mai um 9.30 Uhr im Mainzer Dom

Den ganzen Beitrag mit weiteren Hintergrundinformationen lesen Sie in der gedruckten Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 1. Mai 2016