Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 15

Mainz, 15. April 2019: Bischof Peter Kohlgraf beim Einzug zur Missa chrismatis im Mainzer Dom. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 15. April 2019: Bischof Peter Kohlgraf beim Einzug zur Missa chrismatis im Mainzer Dom.
Mi 17. Apr 2019
tob (MBN)

      Vorschau

  • Morgenfeier mit dem Mainzer Bischof auf HR 2 (21.4.)

  • Empfang zum Tag der Arbeit (30.4.)

  • Fünftes Diözesan-Ministranten-Fußballturnier (22.6.)


    Berichte

  • Begegnungstag der Geistlichen und Missa chrismatis

  • Lesung von Bischof Kohlgraf in Mainzer Stadtbibliothek

  • Jugendvesper beim Firmlingstag im Mainzer Dom

  • Solidarität mit Notre Dame in Paris
  • Staatssekretär besuchte Franziskushaus in Bensheim

  • Mainz 05 kooperiert mit KBS in Mainz

Vorschau

Prägende Bilder

Bischof Peter Kohlgraf spricht HR 2-Morgenfeier an Ostern (21.4.)

Mainz/Frankfurt. Als Kind fand er es aufregend: Wenn er mit der Mutter und dem Bruder spätabends zur Feier der Osternacht in die Kirche ging. In der Verkündigungssendung „Morgenfeier“ im Radiosender HR 2 am Ostersonntag, 21. April, um 7.30 Uhr erzählt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf davon, wie ihn die Bilder dieses Gottesdienstes bis heute prägen: die Bilder von Osterfeuer und Osterkerze, von Licht und Dunkelheit. In der halbstündigen Sendung in HR 2 spricht er vom „Licht der Hoffnung“, das die Angst besiegt, und von der Aufgabe der Christen, „Kinder des Lichts“ zu werden.

Zu den Gedanken von Bischof Kohlgraf erklingt Musik von Johann Sebastian Bach (Kantate „Christ lag in Todesbanden“ und Osteroratorium), Frank Martin („In terra pax“), Heinrich Rohr und Huub Oosterhuis; die Musikauswahl stammt von Regionalkantorin Mechthild Bitsch-Molitor aus Mainz.

Hinweis: Die Sendung kann nach der Ausstrahlung auf www.kirche-im-hr.de nachgehört und nachgelesen werden.

bh (MBN)

„Der Mensch ist Mittel. Punkt?“ (30.4.)

Empfang zum Tag der Arbeit mit Oliver Suchy / Gottesdienst im Dom

Mainz. Zum traditionellen Empfang am Vorabend zum Tag der Arbeit am Dienstag, 30. April, laden das Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz sowie die beiden kirchlichen Sozialverbände Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und das Kolpingwerk ein. Der Abend beginnt mit einem Gottesdienst mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf im Mainzer Dom um 18.00 Uhr. Konzelebranten des Gottesdienstes sind Dekan Dieter Bockholt, Präses der KAB Bezirk Main-Rodgau, Dekan Hans-Joachim Wahl, Präses des Kolpingwerks Diözesanverband Mainz, Pfarrer Dr. Friedrich F. Röper, Präses der KAB Diözesanverband Mainz, und Pfarrer Harald C. Röper, Ehren-Präses von Kolping im Bistum Mainz. Für besonderes Engagement im Bereich der Ausbildung wird im Dom nach dem Gottesdienst der Preis der „Pfarrer-Röper-Stiftung“ durch Bischof Kohlgraf verliehen.

Beim anschließenden Empfang im Tagungszentrum Erbacher Hof wird Oliver Suchy, Leiter der Abteilung Digitale Arbeitswelten und Arbeitsweltberichterstattung beim DGB-Bundesvorstand, Berlin, zum Thema „ Der Mensch ist Mittel. Punkt? Humanisierung der (digitalen) Arbeitswelt“ sprechen. Im Anschluss findet eine Diskussion statt, die von Claudia Deeg vom Südwestrundfunk (SWR) moderiert wird. Auf dem Podium sitzen neben Oliver Suchy: Uwe Kraus, Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates IBM Deutschland Research & Development GmbH, Karl-Norbert Merz, Vorsitzender des Betriebsrates, Kreissparkasse Groß-Gerau, Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin, Handwerkskammer Rheinhessen, sowie Michelle Serret, Geschäftsführerin, Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V.

In der Einladung heißt es: „Experten rechnen mit tiefgreifenden Veränderungen in allen Branchen. Die Digitalisierung hat in unserem Alltag längst Einzug gehalten und nimmt Einfluss auf unser Leben und Arbeiten. Sie ist Ergebnis innovativer menschlicher Intelligenz, die beflügelt und begeistert, die aber auch irritiert und verunsichert. Denn die Neuerungen bieten nicht nur Chancen, sondern bergen auch Risiken. Die Umbrüche der Digitalisierung haben gerade erst angefangen und werfen viele Fragen auf, auch nach der künftigen Rolle des Menschen in der Arbeitswelt.“

Hinweis: Weitere Informationen beim Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz, Postfach 1560, 55116 Mainz, Telefon: 06131/253-864, E-Mail: betriebsseelsorge@bistum-mainz.de sowie im Internet www.arbeitswelt-bistum-mainz.de

am (MBN)

„Stürmer vom Dienst“ (22.6.)

Fünftes Diözesan-Ministranten-Fußballturnier in Ober-Rosbach

Ober-Rosbach. Alle Ministranten im Bistum Mainz sind zum fünften diözesanweiten Ministranten-Fußballturnier nach Ober-Rosbach (Dekanat Wetterau-West) eingeladen. Es findet am Samstag, 22. Juni, auf dem Vereinsgelände des FC 1945 Ober-Rosbach v.d.H. (Jahnstraße 35, 61191 Rosbach) von 9.00 bis 18.00 Uhr statt. Geplant und durchgeführt wird das Turnier vom Diözesan-Ministrantenteam gemeinsam mit der Katholischen Jugend Wöllstadt. Neben den sportlichen Pokalen wird es auch in diesem Jahr wieder einen Preis für kreative Ideen (Trikot oder Choreografie) geben.

Die Startgebühr beträgt 25 Euro pro Team. Anmeldeschluss ist Freitag, 7. Juni. Gespielt wird in folgenden Kategorien: „Schüler männlich bis 12 Jahre“, „Jugend männlich zwischen 13 und 16 Jahren“, „Mädchen zwischen neun und 16 Jahren“ sowie „Junge Erwachsene ab 17 Jahren“ü. Ein Team besteht aus sieben Ministranten, wobei jüngere Spieler auch in älteren Altersklassen mitspielen dürfen, aber jede Person nur in einem Team.

Hinweis: Die Anmeldung erfolgt über die Internetseite www.ministranten-mainz.de

am (MBN)

Berichte

Mainz, 15. April 2019: Bischof Peter Kohlgraf bei der Weihe der Heiligen Öle während der Missa chrismatis im Mainzer Dom. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 15. April 2019: Bischof Peter Kohlgraf bei der Weihe der Heiligen Öle während der Missa chrismatis im Mainzer Dom.

Kohlgraf: Christus zum Leuchten bringen und nicht verwalten

Begegnungstag der Geistlichen und Missa chrismatis im Mainzer Dom

Mainz. „Christus zum Leuchten zu bringen, und nicht zu verwalten, oder an bestimmten Formen eines zeitbedingten Leitungsverständnisses zu hängen“, sei das Entscheidende des priesterlichen Dienstes. Das betonte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf in seiner Predigt in der Missa chrismatis am Montag, 15. April, im Mainzer Dom. Er rief die Diakone und Priester dazu auf, das Augustinus-Wort „Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ“ als Modell für den heutigen Dienst in der Kirche zu beherzigen. Die Missa chrismatis fand in diesem Jahr eingebettet in einen Begegnungstag der Geistlichen mit Bischof Peter Kohlgraf statt. Zu dem Tag, der erstmals im Rahmen der Missa chrismatis stattfand, waren rund 210 Priester und Diakone aus dem ganzen Bistum gekommen.

Wörtlich sagte Kohlgraf: „Die Gemeinschaft aller Getauften zu erinnern, scheint mir in der aktuellen Situation unserer Kirche von großer Bedeutung zu sein. Unsere Wege als Kirche können wir nur gemeinsam finden, im gemeinsamen Hören auf den Willen Gottes in dieser Zeit. Ich hoffe und bete darum, dass wir im Bistum zwischen allen Ebenen im Gespräch bleiben, und dass sich niemand dem Gespräch und dem gemeinsamen Ringen entzieht. Priester brauchen eine Gemeinde, die sie mittragen und begleiten will. Und unsere Gemeinden und die unterschiedlichen Felder brauchen Priester und Diakone, die sich nicht über die Menschen stellen, sondern an ihre Seite.“

Priesterbild hat sich immer wieder verändert in der Kirchengeschichte

Kohlgraf verwies darauf, dass sich das Priesterbild in den 2.000 Jahren der Kirchengeschichte immer wieder verändert habe. „Lassen wir uns nicht auseinanderbringen.“ Unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen in der Kirche habe es immer gegeben und werde es immer geben, sagte der Bischof: „Es war aber immer auch katholisch, konträre Positionen auszuhalten und nach Synthesen zu suchen.“ Weiter sagte er: „Wir befinden uns im Prozess weiterer Veränderungen, der manchen auch verunsichert und nach seiner Rolle oder Identität fragen lässt. In allen Suchbewegungen will ich an das starke Fundament der Taufe erinnern, das uns in der Kirche verbindet. Wir alle sind ein Leib in Christus. Das Christsein ist die Grundlage für die vielfältigen unterschiedlichen Wege, Dienste und Ämter, die es in der Kirche gibt und die deren Reichtum ausmachen.“

Der Bischof verwies auf ein Wort von Papst Franziskus aus dessen nachsynodalen, Schreiben zur Jugendsynode („Christus vivit“), wo dieser schreibt, das Evangelium sei „mehr ein Vorbild als eine Unterweisung. Die in gelebtes Leben verwandelte Botschaft.“ Und weiter sagte der Bischof: „Darum geht es, wenn ich alle an ihre priesterliche Berufung erinnere. Das geht nur in Einheit, und das geht nur in der Verschiedenheit der Berufungen. Das muss jeder an der Stelle tun, an der er lebt und arbeitet.“

Kohlgraf ging auch auf die Frage geistlicher Macht ein. Wörtlich sagte er: „Natürlich stellt der geweihte Priester auch Christus gegenüber der Gemeinde dar, aber für sein Selbstverständnis ist es heilsam, an Christus, dem einzigen Priester Maß zu nehmen. Jesus macht sich zum Diener und Sklaven im Hinblick auf zwei ‚Richtungen’: gegenüber dem Vater und gegenüber den Menschen, zu denen er gesandt ist.“ Das Priestersein Jesu vollziehe sich nicht in der Überordnung über jemanden, sondern im Gehorsam und im Hinhören, sagte Kohlgraf.

Er wies auf „eine gute Aktualisierung“ dieser Fragestellung in „Christus vivit“ von Papst Franziskus hin, die als „Grundhaltung“ nicht nur im Blick auf die Jugend wichtig sei. Darin schreibt Papst Franziskus: „Auch wenn es junge Menschen gibt, die mit einer Kirche zufrieden sind, die sich in aller Demut ihrer Gaben gewiss ist und eine redliche und brüderliche Kritik zu üben weiß, so wünschen doch andere junge Menschen eine Kirche, die mehr zuhört und nicht ständig die Welt verdammt. Sie wollen keine schweigende und schüchterne Kirche sehen, aber auch keine, die immer Krieg führt wegen zwei oder drei Themen, auf die sie fixiert ist. Um in den Augen der jungen Menschen glaubwürdig zu sein, muss sie zuweilen die Demut wieder zurückgewinnen und einfach zuhören, und in dem, was andere sagen, ein Licht erkennen, das ihr helfen kann, das Evangelium tiefer zu verstehen. Eine Kirche in Defensive, die die Demut verliert, das Zuhören aufgibt und die sich nicht infrage stellen lässt, verliert die Jugendlichkeit und verwandelt sich in ein Museum. Wie kann sie so die Träume der jungen Menschen beherbergen? Wenn sie auch die Wahrheit des Evangeliums besitzt, heißt das nicht, dass sie es in seiner Fülle verstanden hätte; sie muss vielmehr im Verständnis dieses unerschöpflichen Schatzes immer weiter wachsen.“ Und weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass die jetzige Krise unserer Kirche uns die notwendige Frage stellt, wie wir es mit Macht und Verantwortung in der Kirche halten wollen.“

Weihe der Heiligen Öle

Im Rahmen der Missa Chrismatis weihte Kohlgraf das Katechumenenöl (mit dem der Taufbewerber gesalbt wird), das Krankenöl (zur Spendung der Krankensalbung) und das Chrisam (das bei der Spendung der Taufe, des Firmsakramentes und der Priesterweihe Verwendung findet). Am Ende des Gottesdienstes nahmen die Vertreter der Dekanate die Heiligen Öle in Empfang, um sie in die Pfarrgemeinden mitzunehmen. Bei dem Gottesdienst haben die anwesenden Priester außerdem ihre Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst erneuert.

Konzelebranten des Gottesdienstes waren unter anderen Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, Domkapitular Prälat Hans-Jürgen Eberhardt sowie mehrere Dekane aus dem Bistum Mainz. Die musikalische Gestaltung hatten ein Vokalemsemble des Mädchenchores am Dom und St. Quintin unter der Leitung von Domkantor Michael Kaltenbach, eine Schola des Mainzer Domchores sowie Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Domorgel übernommen.

Vortrag von Äbtissin Elisabeth Kralemann

Zum Auftakt des Begegnungstages hatte die Äbtissin der Benediktinerinnen-Abtei Kloster Engelthal, Schwester Elisabeth Kralemann OSB, in der Seminarkirche des Mainzer Priesterseminars einen Geistlichen Vortrag gehalten. Sie sprach zum Thema „Das ist meine Liebe, vergossen für dich - Das Zeichen des Nardenöls (Mk 14,3-9)“. Bischof Kohlgraf hatte den Priestern und Diakonen in seiner Begrüßung für ihren „treuen Dienst“ gedankt: „Ich danke Ihnen, dass Sie für die Menschen da sind und für den Herrn unterwegs sind.“

Der Begegnungstag solle zunächst ein Tag des Hörens und des Gebets sein, sagte Kohlgraf. Die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Bischof über die anstehenden Aufgaben des Pastoralen Weges biete sich für die Priester an zwei Gesprächsabenden Ende Mai und Ende Juni. Nach dem Vortrag der Äbtissin bestand die Möglichkeit zur Anbetung und Gelegenheit zum Empfang des Beichtsakramentes. Nach dem Gottesdienst im Dom trafen sich die Teilnehmer im Priesterseminar zu Begegnung und Imbiss.

tob (MBN)

Mainz, 9. April 2019: Bei seiner Lesung in der Mainzer Stadtbibliothek las Bischof Peter Kohlgraf aus dem Buch
Mainz, 9. April 2019: Bei seiner Lesung in der Mainzer Stadtbibliothek las Bischof Peter Kohlgraf aus dem Buch "Zeitenwende 1979".

„Ich finde viele Themen meiner Biografie wieder“

Bischof Peter Kohlgraf las aus dem Buch „Zeitenwende 1979“ von Frank Bösch

Mainz. „Ich finde viele Themen meiner Biografie in diesem Buch wieder. Zudem hat es mir viele globale Zusammenhänge verdeutlicht.“ Das sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bei einer Lesung im Lesesaal der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek am Dienstag, 9. April, in Mainz. Kohlgraf hatte aus dem Buch „Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann“ des Autors Frank Bösch gelesen. Kohlgraf las Teile der Einleitung sowie aus dem Kapitel „Papst Johannes Paul II. in Polen. Die Kirche als Herausforderung für den Sozialismus“ vor. Anschließend sprach Kohlgraf mit den Besucherinnen und Besuchern der Lesung über die gesellschaftliche Rolle von Religion heute. Die Lesung fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Mainzer Bibliotheksgesellschaft statt. Die Begrüßung hatte  die Mainzer Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur, Marianne Grosse, übernommen.

Zum Anliegen des Buches schreibt der Autor Frank Bösch in der Einleitung: „Wir sind es gewohnt, die Zeitgeschichte von 1945 und 1989 her zur denken. Die deutsche Teilung und Vereinigung gelten als maßgebliche Zäsuren. Eine andere Perspektive auf die jüngste Vergangenheit gewinnt man, wenn man sie von den weltweiten Wendepunkten im Jahr 1979 her betrachtet. Denn in diesem Jahr häuften sich globale Ereignisse, die Türen zu unserer Gegenwart aufstießen.“ Als weitere Ereignisse des Jahres 1979 nennt Bösch neben dem Papstbesuch in Polen unter anderem die Rückkehr Khomeinis in den Iran, die Wahl Margret Thatchers, die „Boat People“ aus Vietnam oder auch den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan.

am (MBN)

Mainz, 13. April 2019: Fast 800 Firmbewerber aus dem Bistum waren mit ihren Katecheten zum Firmlingstag mit Bischof Peter Kohlgraf in den Mainzer Dom gekommen. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 13. April 2019: Fast 800 Firmbewerber aus dem Bistum waren mit ihren Katecheten zum Firmlingstag mit Bischof Peter Kohlgraf in den Mainzer Dom gekommen.

Bischof Kohlgraf: „Ihr gebt der Kirche ein junges Gesicht“

Fast 800 Firmbewerber aus dem Bistum bei Jugendvesper im Mainzer Dom

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat beim Firmlingstag im Mainzer Dom fast 800 Firmbewerber zusammen mit etwa 160 Katecheten begrüßt. Im Rahmen der Abschlussvesper rief er sie dazu auf, „die eigene Freiheit im Glauben an Jesus Christus zu gestalten und zu leben“. Jeder Mensch habe von Gott eine einzigartige Würde erhalten; die verschiedenen Talente der einzelnen Menschen aber machten den Reichtum der Kirche aus, sagte der Bischof. Und weiter: „Ihr gebt der Kirche ein junges Gesicht. Solange wir miteinander im Gespräch sind und ihr die Kirche mittragt, habe ich die Hoffnung auf eine junge Kirche.“ Kohlgraf hatte die Firmbewerber aus dem Bistum Mainz am Samstag, 13. April, zu einem Begegnungstag mit den Firmspendern nach Mainz eingeladen. Der Tag stand unter der Überschrift „Zum Leben berufen! Christ-Sein erleben in vielen Facetten“.

Kohlgraf verwies auf das postsynodale Schreiben von Papst Franziskus zur Jugendsynode vom Oktober 2018, in dem dieser den Satz schreibt: „Jeder Mensch wird als Original geboren, aber die meisten sterben als Kopie.“ Der Glaube sei eine Hilfe dabei, „nicht als Kopie durchs Leben zu gehen, sondern als Original“, sagte Kohlgraf. Im Rahmen der Vesper fand eine Erinnerung an die Taufe der Firmbewerber statt. Dabei gingen die Teilnehmer nach vorne oder in die Seitenschiffe, wo die Firmspender mit Weihwasserschalen standen und sich die Jugendlichen und Katecheten bekreuzigten. Der Mainzer Diözesanjugendseelsorger, Pfarrer Mathias Berger, hatte das Weihwasser zuvor gesegnet.

Zum Auftakt waren im Dom Bischof Kohlgraf, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, und die Mitglieder des Domkapitels in einer lockeren Gesprächsrunde als Firmspender vorgestellt worden. Moderiert wurde der Auftakt von Aaron Torner vom Bischöflichen Jugendamt und Christine Hassemer. Anschließend wurde unter dem Motto „Berufen ins Leben“ eine Begegnungstour mit Menschen angeboten, die in ihrem Beruf Berufung erleben. Bei den insgesamt 37 verschiedenen Stationen, die im Mainzer Stadtgebiet verteilt waren, sollten die Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, einen Blick auf die Breite und Vielfalt zu nehmen, in der man sein Christ-Sein leben und gestalten kann. Zum Gespräch hatten sich unter anderen Ordensleute, ein Polizist, Krankenhausseelsorger, Ehrenamtliche aus Verbänden und Pfarreien, Mitarbeiter aus Hospizzentren und ein Tätowierer bereitgefunden.

Bischof Kohlgraf begleitete eine Gruppe ins Mainzer Karmeliterkloster, wo Diakon Alexander Rudolf über seinen Berufsalltag als Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt berichtete und Fragen beantwortete. Anschließend hatten die Jugendlichen in ihrer Firmgruppe noch einmal die Möglichkeit, sich über ihre Begegnungen auszutauschen. Nach der Vesper um 17.00 Uhr endete der Tag mit einem musikalischen Ausklang, den - ebenso wie die Vesper - Chor und Band aus dem Musikzentrum St. Gabriel in Hainburg unter Leitung von Thomas Gabriel gestaltet hatten.

Zwei Begegnungstage für Firmlinge pro Jahr

Künftig wird es im Bistum Mainz pro Jahr zwei solcher Begegnungstage für Firmbewerber geben. Im zweiten Halbjahr findet der Tag am Samstag, 14. September, in Mainz statt. Veranstalter ist das Bischöfliche Jugendamt gemeinsam mit der Diözesanstelle Berufungspastoral und dem Referat Gemeindekatechese des Bischöflichen Seelsorgeamtes. Im Laufe des Vormittages hatten die Firmbewerber die Möglichkeit, den eigenen Firmspender zu treffen.

tob (MBN)

Mainz, 16. April 2019: Zahlreiche Journalisten waren in die Mainzer Domsakristei gekommen, um Domdekan Heinz Heckwolf unter anderem nach Sicherheitsmaßnahmen am Mainzer Dom zu befragen. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 16. April 2019: Zahlreiche Journalisten waren in die Mainzer Domsakristei gekommen, um Domdekan Heinz Heckwolf unter anderem nach Sicherheitsmaßnahmen am Mainzer Dom zu befragen.

Solidarität mit Notre Dame in Paris

Gebet mit Domdekan Heckwolf im Mainzer Dom / Zehnminütiges Glockengeläut

Mainz. Der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, hat sein Mitgefühl und seine Solidarität angesichts des Brandes in der Kathedrale Notre Dame in Paris zum Ausdruck gebracht. Er fühle nicht nur mit dem Erzbischof von Paris und den Gläubigen der Diözese, sondern mit allen Einwohnern der Stadt, sagte Heckwolf am Dienstagmittag, 16. April, bei einer kurzen Gebetszeit um 12.00 Uhr im Mainzer Dom. Notre Dame sei nicht nur der Mittelpunkt des Erzbistums Paris, sondern auch „ein Wahrzeichen der Stadt und ein Symbol für die französische Nation“, sagte der Domdekan. Zeitgleich hatten die Glocken des Mainzer Domes zehn Minuten lang geläutet. Mit der Gebetszeit und dem Geläute hatte sich der Mainzer Dom an einer Initiative des Kölner Domes beteiligt, die europaweit bei Kathedralkirchen für dieses Zeichen geworben hatte. Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite seine Verbundenheit im Gebet mit den Menschen in Paris zum Ausdruck gebracht.

In den Fürbitten wurde für die betroffenen Menschen in Paris, die Anwohner, die Mitarbeiter der Kathedrale und auch für die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr gebetet. Musikalisch gestaltet wurde das Gebet durch den Mainzer Domorganisten, Professor Daniel Beckmann. Er spielte zwei Kompositionen von Louis Vierne (1870 - 1937), der 37 Jahre lang Organist in Notre Dame gewesen war.

Notfallplan mit der Mainzer Feuerwehr

Bei einem anschließenden Pressegespräch in der Domsakristei machte Domdekan Heckwolf vor zahlreichen Journalisten deutlich, welche Sicherheitsmaßnahmen es am Mainzer Dom für solche Fälle gibt. „Wir haben einen Notfallplan mit der Mainzer Feuerwehr. Am Dom selbst sind inzwischen drei Steigleitungen für die Feuerwehr montiert und außerdem gibt es einen Schlüsselkasten für die Feuerwehr, über den sich die Einsatzkräfte selbst Zutritt zum Dom verschaffen können“, sagte der Domdekan. Da die Pläne des Domes digital vorlägen, könne die Feuerwehr sich schon bei der Anfahrt orientieren.

Der Domdekan wies außerdem darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr „hervorragend“ funktioniert, gerade mit Blick auf einen Schwelbrand, der am 3. November 2003 auf dem Dach der Südseite des Mainzer Domes ausgebrochen war. Damals hatte ein Scheinwerfer Dämmmaterial auf dem Dach entzündet. Durch eine aufmerksame Anwohnerin war die Rauchentwicklung schnell entdeckt worden. „Die Feuerwehr war damals blitzschnell hier und hatte gelöscht, bevor größerer Schaden entstehen konnte“, sagte Heckwolf.

Nach einem Brand im Westturm im 18. Jahrhundert, der durch einen Blitzschlag ausgelöst worden war, hatte das Mainzer Domkapitel Ignaz Neumann beauftragt, den Wiederaufbau mit einem nicht brennbaren Material auszuführen, so dass das Dach des Mainzer Domes über dem Westchor aus Stein wiedererrichtet wurde. Im Langhaus des Mainzer Domes gibt es noch ein Holzgebälk, das man den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg eingebaut wurde. „Natürlich wird man sich zunächst das ganze Ausmaß der Schäden in der Kathedrale in Paris ansehen müssen“, sagte Heckwolf. „Aber ich bin zuversichtlich, dass Notre Dame wieder ganz aufgebaut werden kann. Das wird allerdings ein langer Prozess und die Kosten werden erheblich sein.“

tob (MBN)

 

„Es ist ein Stück Begegnung im Herz unserer Gesellschaft“

Justizstaatssekretär Thomas Metz besucht Caritas Zentrum Franziskushaus in Bensheim

Bensheim. Der Staatssekretär im Hessischen Justizministerium, Thomas Metz, hat am Mittwoch, 10. April, das Caritas Zentrum in Bensheim besucht. Begleitet wurde er von acht Landtagsabgeordneten des CDU-Arbeitskreises Soziales. Die SPD-Landtagsabge-ordnete Karin Hartmann war der Einladung der Caritas ebenfalls gefolgt. Bei dem zweistündigen Gespräch stellten ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende das Caritas Zentrum, das zugleich auch ein Mehrgenerationenhaus sowie ein Familienzentrum ist, vor: Vom Café mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt über das breitgefächerte Beratungsangebot bis hin zum Betreuten Wohnen steht das Haus allen Bürgerinnen und Bürgern unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft offen.

Staatssekretär Metz zeigte sich von dem großen sozialen und ehrenamtlichen Engagement der Einrichtung beeindruckt. „Im Franziskushaus kommen viele Aspekte gesellschaftlichen Engagements zusammen: Ehrenamt, Professionalität und Mitgefühl. Im Mehrgenerationshaus und im Familienzentrum wird die Solidarität des Alltags gelebt, die viele in der Gesellschaft verloren glauben. Dies ist von unschätzbaren Wert für unsere Gesellschaft“, sagte der Justizstaatssekretär. Insgesamt 21 hauptberufliche und 120 ehrenamtlich Mitarbeitende sowie 45 Honorarkräfte arbeiten im Caritas Zentrum. Hinzu kommen 42 Gruppen, die Angebote und Kurse im Haus anbieten. Tagtäglich besuchen 200 Menschen die Einrichtung der Caritas.

„Mit dem Caritas-Zentrum setzen wir ein sozialräumliches Angebot mitten in der Stadt Bensheim. Hier wird sichtbar, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht gelingen kann“ sagte die Darmstädter Caritasdirektorin Stefanie Rhein bei der Begrüßung. Unzufrieden zeigte sich die Direktorin hinsichtlich der Finanzierung der Einrichtung: „Wir leben mit einer Projektförderung und müssen alle drei Jahre hoffen, dass diese weiterhin gewährt wird. Viel Bürokratie und hohe finanzielle Unsicherheit erschweren unsere Arbeit“ sagte Rhein.

Staatsekretär Metz überbrachte, verbunden mit den Grüßen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, einen Scheck über 1.500 Euro. Er betonte die Wichtigkeit der Arbeit des Caritas Zentrums: „Das Franziskushaus ist mehr, als eine Wohn- und Betreuungsstätte. Es ist ein Stück Begegnung im Herz unserer Gesellschaft. Diese Arbeit werden wir auch weiterhin unterstützen“, sagte der Justizstaatssekretär.

mcb (MBN)

 

Mainz 05 kooperiert mit Katholischer Berufsbildender Schule

Vierter schulischer Partner des Fußballvereins / „Kooperation macht für alle Seiten Sinn“

Mainz. Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1. FSV Mainz 05 kooperiert ab sofort mit der Katholischen Berufsbildenden Schule (KBS) in Mainz. Im Beisein von Schulleiter Jürgen Weiler, Joachim Schneider als Vertreter des Schulträgers, NLZ-Leiter Volker Kersting und dem pädagogischen Leiter des 05-Nachwuchses, Jonas Schuster, unterzeichneten beide Seiten am Montag, 15. April, einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

Die KBS ist damit neben der Integrierten Gesamtschule Mainz-Bretzenheim, der Elly-Heuss-Schule in Wiesbaden und der Gustav Stresemann-Wirtschaftsschule bereits der vierte schulische Kooperationspartner der 05er. Im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes in der Nachwuchsausbildung bei Mainz 05 nehmen die Schulen eine wichtige Rolle ein, um die Vereinbarkeit der schulischen Laufbahn mit dem Fußball zu gewähren.

„Unser Ziel ist es, junge Menschen auf den Beruf und ihr weiteres Leben vorzubereiten. Ob man Bürokaufmann, Erzieher oder Profifußballer wird, spielt keine Rolle. Es geht darum, den ganzen Menschen wahrzunehmen. Wir haben schnell festgestellt, dass Mainz 05 einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Sie kümmern sich sehr um ihre Nachwuchsspieler - vor allem um die, die es nicht zum Profi schaffen - so dass sie trotzdem einen guten Einstieg in ihr Berufsleben finden. Uns hat das Konzept der 05er überzeugt“, betont Jürgen Weiler, Schulleiter der KBS.

„Wir freuen uns sehr über die geschlossene Kooperation. Die Gespräche waren von Beginn an angenehm und konstruktiv. Es wurde schnell deutlich, dass die KBS und unser ganzheitlicher Ansatz in der Nachwuchsausbildung sehr gut zusammenpassen und die Kooperation deshalb für alle Seiten Sinn macht“, sagt NLZ-Leiter Volker Kersting. „Ab sofort können wir Spieler, die mit ihrem Haupt- oder Realschulabschluss Probleme haben, mit der KBS als optimalem Partner noch besser unterstützen. Auch die räumliche Nähe der Schule zum Kolpinghaus, in dem einige unserer Nachwuchsfußballer untergebracht sind, war für uns ein wichtiger Punkt und ist ein großer Vorteil der Kooperation“, sagt Jonas Schuster, pädagogischer Leiter im NLZ der 05er.

PM (MBN)