Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 19

Die Lioba-Schule in Bad Nauheim (c) Bistum Mainz
Die Lioba-Schule in Bad Nauheim
Mi 22. Mai 2019
am (MBN)

Berichte

  • Neuorganisation der Finanzverwaltung im Bistum
  • Plan für Teilsanierung der St. Lioba-Schule

Personalien

  • Stellvertretende Dezernenten für das Ordinariat ernannt

Vorschau

  • Ausstellung der Krankenhausseelsorge Bingen (2.-12.6.)

MBN vor 40 Jahren

  • Wahlaufrufe für die ersten Wahlen zum Europa-Parlament

Berichte

Neuorganisation der Finanzverwaltung im Bistum Mainz

Weihbischof Bentz und Finanzdirektor Molitor erläutern notwendige Veränderungen

Mainz. Bis Ende 2020 wird die Finanzverwaltung im Bistum Mainz neu organisiert. Das bedeutet zum einen eine Entlastung der Pfarreien von Verwaltungsaufgaben, zum anderen führt das auch zu großen Veränderungen. Der Mainzer Weihbischof, Dr. Udo Markus Bentz, der als Generalvikar auch Ökonom des Bistums Mainz ist, und der Finanzdirektor der Diözese, Christof Molitor, erläutern im Interview wesentliche Punkte der anstehenden Veränderungen. 

Mainzer Bistumsnachrichten: Warum ist in den kommenden Jahren eine grundlegende Neuordnung der Finanzverwaltung im Bistum Mainz notwendig? 

Finanzdirektor Molitor: Es gibt mehrere einschneidende Veränderungen, die uns zwingen, unsere Finanzbuchhaltung neu aufzustellen. Ab 2021 sind auch Pfarreien grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Um diesen neuen Gesetzen gerecht zu werden, brauchen wir eine einheitliche, den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechende, Software für die Buchhaltung. Gleichzeitig erfolgt für unsere Pfarreien die Umstellung auf doppische Buchführung. Auf Bistumsebene ist die Doppik schon 2012 eingeführt worden, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis die Pfarreien nachziehen.

MBN: Was erhoffen Sie sich davon?

Weihbischof Bentz: Mit dieser Neuordnung sind große Chancen verbunden, vor allem wird sie zu einer Entlastung der Pfarreien von Verwaltungsaufgaben führen. Gleichzeitig wird das bisherige System aus zehn Rendanturen und  Gesamtverband Mainz sowie rund 70 Kirchenrechnerinnen und Kirchenrechnern, die bislang für die Finanzen der Pfarreien zuständig waren, aufgelöst und durch neue Strukturen ersetzt. Für alle Beteiligten bedeutet das spürbare Veränderungen. Da kann ich gut verstehen, dass es Unsicherheiten und Ängste gibt. Mir ist aber wichtig, frühzeitig mit allen Beteiligten gute Perspektiven zu entwickeln.

MBN: Wie sehen die Pläne konkret aus?

Molitor: Künftig wird es eine zentrale Buchhaltungsstelle im Finanzdezernat des Bischöflichen Ordinariates geben und daneben mehrere dezentrale Verwaltungsstellen. Diese Verwaltungsstellen werden sich an den neuen Pfarrei-Strukturen orientieren, die im Zuge des Pastoralen Weges entstehen. Die neue Gesetzeslage macht es etwa notwendig, dass alle Zahlungen einer Pfarrei künftig in einer einzigen Buchhaltung erfasst werden, um einen Überblick zur Steuerpflicht zu bekommen. Das bisherige System wird mit den künftigen Anforderungen nicht mehr Schritt halten können.

MBN: Ist das alte System nicht mehr zeitgemäß? 

Bentz: Es gibt einen großen Schatz an Erfahrung, Kompetenz und Engagement bei den Mitarbeitern von Gesamtverband und Rendanturen und den Kirchenrechnern. Das ist für uns sehr wertvoll und ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Wandel gemeinsam positiv für die Pfarreien gestalten können. Die Mitarbeit dieser bewährten Kräfte brauchen wir auch künftig - nur müssen wir uns eben den neuen Herausforderungen stellen. Dazu wird es ein umfangreiches Schulungsprogramm für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Gleichzeitig wird es natürlich notwendig sein, für die zentrale Buchungsstelle neue Mitarbeiter einzustellen, um damit tatsächlich eine Entlastung für die Pfarreien zu erreichen.

Molitor: Es geht ebenso darum, unseren Anspruch an Transparenz und Vergleichbarkeit in Finanzfragen zu erfüllen. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf zu erfahren, was mit den Kirchensteuern geschieht und auch wir als Bistum werden mit dem einheitlichen System einen besseren Überblick erhalten. Das sind wichtige Ziele, die sich ohne diese Änderungen nicht realisieren lassen. Künftig werden die Pfarrer und Verwaltungsräte über die zentrale Buchhaltung aussagekräftige Auswertungen für ihre Finanzplanung erhalten.

MBN: Wie sieht der Zeitplan konkret aus?

Molitor: Anfang Mai fand eine Konferenz für die Mitarbeiter der Rendanturen statt. Etwas später werden wir in drei Regionalkonferenzen für die Pfarrer, Verwaltungsräte und Kirchenrechner Informationsveranstaltungen anbieten. Im persönlichen Gespräch lassen sich offene Fragen immer am einfachsten klären. Uns ist sehr daran gelegen, diese großen Veränderungen in einem dauerhaften Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gestalten. Bis spätestens Ende des Jahres werden wir mit den Rendanturen und Pfarreien die konkreten Planungen besprechen. Die Erstellung der Jahresabschlüsse 2019 findet noch durch die Rendanturen und Kirchenrechner statt. Bis Mitte 2020 wird dann im Ordinariat die zentrale Buchhaltungsstelle aufgebaut sein. Ab dem 1. Januar 2021 sind wir dazu verpflichtet, das neue Umsatzsteuergesetz im ganzen Bistum und den Pfarreien umzusetzen.

tob (MBN)

 

Plan für Teilsanierung der St. Lioba-Schule

Weihbischof Bentz: Möglichkeiten der Refinanzierung werden noch ausgelotet

Bad Nauheim. Für die St. Lioba-Schule in Bad Nauheim liegt nun ein Plan für eine Teilsanierung vor. Nach der Überprüfung der Baumaßnahmen komme eine Sanierungsmaßnahme für die Bauteile A bis D mit einem Volumen von rund 10,1 Millionen Euro in Betracht, sagte der Mainzer Weihbischof, Dr. Udo Markus Bentz, der auch Generalvikar und Ökonom des Bistums Mainz ist. Getragen werden die Baukosten durch Elternspenden in Höhe von 800.000 Euro sowie durch Gelder aus Mitteln des Kommunalen Investitionsprogramms II (KIP) in Höhe von 765.000 Euro; der Anteil des Bistums Mainz beläuft sich auf 8,5 Millionen Euro. „Vor einer endgültigen Entscheidung wird es aber noch notwendig sein, die Möglichkeiten einer verbesserten Refinanzierung dieser Teilsanierung auszuloten“, betonte der Weihbischof beim Richtfest für das Bauteil E der St. Lioba-Schule am Freitag, 17. Mai.

Weiter sagte Bentz: „Wir sind froh, dass wir mit diesem Plan für eine Teilsanierung in relativ kurzer Zeit eine gute Perspektive für die Schule vorlegen können.“ Der Plan sei ein Kompromiss zwischen den finanziellen Möglichkeiten des Bistums und den bisherigen Planungen. „Bislang lag die Refinanzierung der Maßnahme über staatliche Zuschüsse bei unter fünf Prozent. Wir wollen jetzt in Gesprächen neue Refinanzierungsmittel erschließen“, hob Weihbischof Bentz hervor. Die Kosten für das Bauteil E liegen bei rund 5,2 Millionen Euro. Zusammen mit der jetzt erarbeiteten Teilsanierung mit einem Volumen von 10,1 Millionen Euro sowie den bisher entstandenen Planungskosten von einer Million Euro läge das Gesamtvolumen bei über der Hälfte der zunächst geplanten Kosten, sagte Bentz. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind, der viele Verbesserungen für die Schule bringen wird. Nun werden wir die Refinanzierung angehen. Dankbar bin ich für die konstruktive Mitarbeit der Schulleitung und der Planer, die diesen Plan für eine Teilsanierung möglich gemacht haben.“

Der Plan für die Teilsanierung sieht vor, dass an den Bauteilen A bis D unter anderem Brandschutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Erhaltung der Betriebssicherheit, Fassadensanierungen, der Ausbau eines W-LAN-Netzes, sowie die Komplettsanierung des Bauteils D mit den Naturwissenschafts- und Fachklassenbereichen erfolgen. Für die Teilsanierung sind rund zweieinhalb Jahre Bauzeit veranschlagt. Vor Beginn der Teilsanierung wären noch Abstimmungen mit der Bauaufsicht erforderlich zur Festlegung des Projektumfangs und zu den Anforderungen zum Erhalt der Betriebssicherheit.

Mitte März hatte die Bistumsleitung die weiteren Baumaßnahmen an den Bauteilen A bis D der St. Lioba-Schule in Bad Nauheim vorerst ausgesetzt, um die weitere Umsetzung und mögliche Alternativen zu prüfen. Gründe für die Aussetzung waren unter anderem die jüngsten Entwicklungen in der wirtschaftlichen Situation des Bistums Mainz sowie eine überhitzte Baukonjunktur mit einer prognostizierten Kostensteigerung von bis zu 25 Prozent. Die gesamte Baumaßnahme (Bauteile A bis E) hatte ursprünglich ein Volumen von 27,7 Millionen Euro und war damit die größte laufende Baumaßnahme des Bistums Mainz.

tob (MBN)

Personalien

Verantwortung teilen im Rahmen des Pastoralen Weges

Stellvertretende Leitung für Dezernate im Bischöflichen Ordinariat ernannt

Mainz. Der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, hat für alle Dezernate des Bischöflichen Ordinariates die Ernennung von stellvertretenden Dezernentinnen und Dezernenten bekannt gegeben. Mit dieser Grundsatzentscheidung werde die Dimension geteilter Verantwortung im Rahmen des Pastoralen Weges „in der Form kooperativer Leitung der Dezernate“ zum Ausdruck gebracht, schreibt Bentz in einer E-Mail an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum.

Bei der Position der stellvertretenden Dezernenten gehe es „nicht um eine bloße Abwesenheitsvertretung“, sondern „um gemeinsames konzeptionelles Verantworten der Entscheidungen innerhalb der Dezernate nach innen und nach außen. Darüber hinaus soll durch Schwerpunktsetzung inhaltlicher Art auch eine gute Arbeitsteilung möglich werden“, hebt Weihbischof Bentz hervor.

Seit 1. Mai ist die stellvertretende Leitung der Dezernate mit folgenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt:

  • Kanzleidirektor Frank Flegel wird künftig die stellvertretende Leitung im Zentraldezernat übernehmen.
  • Pastoralreferentin Carola Daniel wird als Ordinariatsrätin die stellvertretende Leitung des Personaldezernates übernehmen.
  • Pastoralreferent Winfried Reininger übernimmt als Ordinariatsrat die stellvertretende Leitung von Seelsorge- und Jugendamt.
  • Elisabeth Eicher wird als Ordinariatsrätin die stellvertretende Leitung des neuen Bildungsdezernates übernehmen.
  • Justitiar Heinrich Griep wird die stellvertretende Leitung des Dezernates für Caritas und Soziale Arbeit kommissarisch übernehmen.
  • Volkmar Hommel übernimmt als Ordinariatsrat die stellvertretende Leitung im Finanzdezernat.
  • Michael Helwig wird als Ordinariatsrat die stellvertretende Leitung des Baudezernates übernehmen.
  • Karl Neimes wird als Rechtsdirektor am Offizialat Stellvertreter des Offizials für die Leitung des Bischöflichen Offizialates und in der Dezernentenkonferenz.

tob (MBN)

Vorschau

„Take a seat – ein Platz in meinem Leben“ (2.-12.6.)

Ausstellung der Katholischen Krankenhausseelsorge im Heilig Geist-Hospital Bingen

Bingen. „Take a seat – ein Platz in meinem Leben“ heißt eine Ausstellung der Katholischen Krankenhausseelsorge, die von Sonntag, 2., bis Mittwoch, 12. Juni, im Foyer des Heilig Geist-Hospitals in Bingen zu sehen ist. Pastoralreferentin Carola Simon, Krankenhausseelsorgerin am Heilig Geist-Hospital in Bingen, zeigt in der Ausstellung zwölf künstlerisch umgestaltete Sitzgelegenheiten. In der Ankündigung heißt es: „Jeden Tag nehmen wir Plätze, Stühle und Räume ein. Oft nehmen wir erst im Rückblick wahr, welche Plätze wir im Laufe unseres Lebens gewechselt haben. Die Ausstellung lädt durch künstlerisch gestaltete Stühle und Impulse dazu ein, diesem Thema bewusst nachzuspüren.“ Eröffnet wird die Ausstellung am 2. Juni um 17.00 Uhr.

PM (MBN)

MBN vor 40 Jahren

Die Bistumsnachrichten berichten in zwei Artikeln über Wahlaufrufe für die ersten Wahlen zum Europa-Parlament im Jahr 1979. „‚Nur der Parlamentarier, der sein Mandat als Dienst am Menschen versteht, kann mit der Unterstützung der Christen bei der bevorstehenden Wahl rechnen’, heißt es in einer Erklärung des Katholikenrates im Bistum Mainz zur Europawahl am 10. Juni 1979. Mit einem Appell an die Wahlpflicht der Christen verbindet er die Feststellung: ‚Je höher die Wahlbeteiligung bei der Europawahl, desto stärker die Autorität des aus diesen Wahlen hervorgegangenen Parlamentes.’

Der Christ sollte nicht zuerst an seine Rechte denken, sondern an die Pflichten in der Gemeinschaft, die ihm den Einsatz für eine gerechte Ordnung der Gesellschaft abverlange. Es gelte, soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen. ‚Wir müssen bereit sein, stärker als bisher mit anderen zu teilen’, fordert der Katholikenrat. Als Christ handeln heiße, der Habsucht und dem Machthunger zu entsagen und uneigennützig und ohne Erwartung eines Lohnes für andere da zu sein. Die Parlamentarier des neuen europäischen Parlamentes stünden vor einer Fülle sozialer und wirtschaftlicher Aufgaben, die durch die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Länder der Europäischen Gemeinschaft (EG) noch erheblich verschärft würden. Die Antworten auf diese Herausforderungen hingen davon ab, von welchem Menschenbild die Abgeordneten geleitet würden.“

Die Landesarbeitsgemeinschaft katholischer Frauen ruft ebenso zur Europawahl auf: „Die Idee eines geeinten Europas, das seinen Beitrag für Entspannung und Frieden in der Welt leistet, wird durch die anstehende Direktwahl zum Europäischen Parlament im Bewusstsein der Völker Europas wiedererstarken und vielleicht ein erster Schritt auf dem Weg zur vielfältigen europäischen Völkergemeinschaft in West und Ost sein. Zu dieser Auffassung kam die Landesarbeitsgemeinschaft katholischer Frauen in Rheinland-Pfalz durch die große Resonanz, die die Veranstaltungen ihrer Mitgliedsverbände zum Thema Europa finden.

In einer am 14. Mai in Mainz veröffentlichten Erklärung weist die Landesarbeitsgemein-schaft die von ihr vertretenen 300.000 Frauen auf die Chance und die Aufgabe hin, ein Europa mitzubauen, in dem die Menschen in Freiheit, Sicherheit und sozialer Gerechtig-keit, in Achtung der menschlichen Würde und der christlichen Wertvorstellungen leben und die Zukunft gestalten können. Erste Voraussetzung dafür sei der Gang zur Wahlurne am 10. Juni. Je größer die Wahlbeteiligung, je größer die Chance, diese unsere Vorstel-lungen zu verwirklichen, betonte die Landesarbeitsgemeinschaft. Sie begrüßt das Bemühen der katholischen Frauenverbände um Information ihrer Mitglieder und um Vermittlung von Perspektiven. Die Frauen erwarteten vor allem, dass die Rechte der Frau und der Familie respektiert würden.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 11 vom 23. Mai 1979

 

Über einen „Koreatag“ als Auftakt zu einer pastoralen Partnerschaft mit dem koreanischem Bistum Jeon-Ju berichtet folgende Nachricht: „Dem Angebot der koreanischen Diözese Jeon-Ju, mit dem Bistum Mainz eine Partnerschaft einzugehen, ist in Mainz mit einem ‚Koreatag’ am 12. Mai entsprochen worden, zu dem sich interessierte Deutsche und Koreaner, auch aus dem Bistumsbereich, eingefunden hatten: Um sich über das ‚Land der Morgenstille’ und seine kirchliche Situation besser informieren zu können, wird im September eine Begegnung mit dem Leiter der koreanischen Seelsorge für das Bistum Mainz, Pfarrer Kim Chun-ho und seiner Gemeinde in Mainz, die rund 60 Mitglieder umfasst, stattfinden. Durch Briefkontakte sollen Themengebiete wie Familie und Sippe, Stellung der Frau, Religionsunterricht und Katechese, Bedingungen für die Erwachsenentaufe, Gemeindeleben und Gruppen, behandelt werden.

Bei einem Besuch von Ordinariatsrat Hermann Mayer, Leiter der Abteilung Mission, Ent-wicklung, Frieden im Bischöflichen Ordinariat, in Korea im September 1978 trugen Bi-schof Kim und sein Diözesanrat den Wunsch nach einer Partnerschaft vor. Es geht dabei nicht um finanzielle Hilfen, sondern um einen geistigen Austausch zwischen einer Kirche mit langer Tradition und einer Diözese, die in den letzten Jahren von einer Mis-sionskirche zu einer Glaubensgemeinschaft gewachsen ist, die bald auf eigenen Füßen stehen kann. Mit Deutschland bestehen seit vielen Jahren gute Verbindungen. Deutsche Missionare haben beim Aufbau der Kirche mitgeholfen, unter ihnen Pfarrer Erich Nuß-bickel aus Mainz und Anita Staif, Mainz, die jahrelang in der Diözese Jeon-Ju in der Sozialarbeit tätig war und mit einem Lichtbildervortrag eine erste Information vermittelte.“

Über die Predigt von Kardinal Volk bei der 200-Jahr-Feier der Mainzer Seminarkirche schreiben die MBN: „Abschiednehmen von etwas Gutem, um Besseres zu gewinnen, sei ein Grundsatz, der für alle Christen gelte, besonders aber für den Priester, stellte der Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, in seiner Predigt zur 200-Jahrfeier der Seminarkirche in Mainz am 13. Mai fest. Zur aktuellen Debatte über eine Erleichterung des Priesterlebens, zum Beispiel durch die Aufhebung des Zölibats, unterstrich der Kardinal, die Qualität der Priester sei wichtiger als die Quantität. Christus und seine Nachfolge bleibe ein hinreichender Grund, auf die Ehe zu verzichten. Denn Christus habe sich aller Macht entäußert, alles aufgegeben in der Zuversicht auf Gott. Das Priestertum werde nicht durch eine Abschwächung der Forderungen leichter, sondern nur durch deren Intensivierung. Denn der Priester sei in erster Linie ein geistlicher Mensch und müsse den geistlichen Dienst leisten. Das bedeute den Verzicht auf viel Gutes im Leben, da man alles zusammen nicht haben könne. ‚Vor Gott ist Entschiedenheit nötig’, betonte Kardinal Volk, und die Gläubigen hofften auf Priester, die bewusst als Priester lebten. In dieser Kirche hätten Generationen von Priestern sich betend zum Priestertum entschieden. Sie brauchten ganz besonders das Gebet aller Gläubigen.

Zu Beginn des feierlichen Stiftsamtes, das aus Anlass der 200-Jahrfeier in der übervollen Seminarkirche anstatt im Dom konzelebriert wurde, begrüßte der Regens des Prie-sterseminars, Nikolaus Reinhardt, Kardinal Volk, Weihbischof Josef Maria Reuß und das Domkapitel. Er dankte Weihbischof Reuß für seine langjährige Tätigkeit als Regens des Priesterseminars, während der er viele junge Menschen auf dem Weg zum Priesterberuf begleitet und ihnen beigestanden habe. In der 200-jährigen Geschichte der heutigen Seminarkirche seien weite geistige Räume überbrückt worden. Sie sei als Klosterkirche der Augustiner entstanden, dann der Säkularisation anheimgefallen. Seit 1805 dienten das frühere Kloster und seine Kirche als Priesterseminar der Diözese Mainz. Domdekan Dr. Hermann Berg wies auf die enge Verbindung von Domkapitel - der Amtskirche - und Priesterseminar hin. Während der großen Domrenovierung in den 1920er Jahren und nach dem 2. Weltkrieg habe die Seminarkirche dem Domkapitel Zuflucht gewährt. Mit seinen Glückwünschen verband er die Hoffnung, dass alle gemeinsam am Reich Gottes im Bistum Mainz bauten.“

„Nach zehn Jahren wieder Fronleichnamsprozession erstmals durch die Altstadt“ ist eine kleine Meldung überschrieben: „Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird es in Mainz wieder eine Fronleichnams-Stadtprozesssion geben. Dies beschloss das Mainzer Domkapitel in Übereinstimmung mit den dafür zuständigen städtischen Stellen. Am diesjährigen Fronleichnamsfest, Donnerstag, 14. Juni, wird die Prozession mit dem Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, der das Allerheiligste trägt, erstmals ihren Weg durch die Altstadt nehmen: Auszug aus dem Dom nach dem Pontifikalamt durch das Marktportal - Domplätze - Schöfferstraße - Leichhof - Augustinerstraße - Graben - Holzstraße - Rheinstraße - Fischtor - Liebfrauenplatz. Stationen wird es unterwegs nicht geben. Die Schlussfeier findet auf dem Liebfrauenplatz statt.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 10 vom 14. Mai 1979